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Modebranche

Fashion born in Hannover!

Mode, Wirtschaft und Integration – Projekt „Integrativer Modestandort Region Hannover“ soll Standort stärken.

Viele Personen sitzen und stehen auf einer Sitzlandschaft aus Holz. © Borschel / Region Hannover

Startschuss des Gemeinschaftsprojekts „Integrativer Modestandort Region Hannover“

Die Zahlen der Modebranche in der Region Hannover sprechen für sich: 14.500 Beschäftigte sorgen für einen jährlichen Jahresumsatz von rund 860 Millionen Euro. Das Projekt „Integrativer Modestandort Region Hannover“ soll dafür sorgen, dass die Modebranche in der Region Hannover das bereits vorhandene Potenzial in Zukunft noch weiter ausschöpfen kann. Am heutigen Donnerstag, 27. Februar 2020, war der Startschuss des Gemeinschaftsprojekts. Verantwortlich sind das kreHtiv Netzwerk Hannover e. V. und die Initiative UNTER EINEM DACH. Die Region Hannover unterstützt das Programm mit 56.000 Euro.

Modestadt Hannover

Wirtschaftsdezernent Ulf Birger-Franz sieht die Chancen, die dieses Projekt bietet: „In der Region Hannover schlummern große Potenziale. Wir wollen sie wecken und die Region Hannover auch überregional bekannt machen. Wir sind eine Modestadt – und wollen als solche auch wahrgenommen werden.“

Tatsächlich zählt die Landeshauptstadt Hannover nach einer jüngst erhobenen Statistik im Auftrag von hannoverimpuls zu den Top-5-Modestädten in Deutschland. Bisher wissen das aber nur wenige. Damit sich das ändert, hat das kreHtiv-Netzwerk das Motto „Fashion born in Hannover“ ausgerufen. Darunter sollen die Labels und (Jung-) Designerinnen und Designer der Region zusammenkommen, voneinander profitieren und damit die hannoversche Modeszene sichtbarer machen. Damit auch die potenziellen Kunden auf regionale Mode aufmerksam werden, planen die Verantwortlichen besondere Aktionen: Die Kleidungsstücke werden in kurzfristig eingerichteten Pop-Up-Stores präsentiert und verkauft. Das macht neugierig und hebt die Besonderheit der in Hannover entworfenen Kleidung hervor. Die Designerinnen und Designer profitieren zudem von Workshops aus dem Bereich Marketing und Vertrieb, die das kreHtiv-Netzwerk speziell auf ihre Bedürfnisse angepasst hat.

Nähwerkstatt

 „Mit dem Freaky Fashion Festival haben wir von 2016 bis 2018 bereits erfolgreiche Arbeit geleistet und gezeigt, was im Modestandort Region Hannover steckt! Nun können wir das Thema durch die Kooperation mit UNTER EINEM DACH und der Unterstützung durch die Region Hannover auf eine neue Stufe heben – und damit auch Strahlkraft und Reichweite über die Grenzen der Region hinaus erzeugen“, freut sich Christine Preitauer, Geschäftsführerin des kreHtiv Netzwerk Hannover e. V.

Zentraler Ort für die Produktion regionaler Mode ist die Nähwerkstatt von UNTER EINEM DACH. Dort können die Designerinnen und Designer ihre Produkte und Kleinserien in Auftrag geben. Die Initiative wurde 2015 von den Geschäftsführerinnen Iyabo Kaczmarek und Alexandra Faruga gegründet. Sie bietet Frauen mit Migrations- und Fluchterfahrung unter anderem Praktika an, vermittelt ihnen Deutschkurse und koordiniert Beratungsangebote. Oft haben diese Frauen schon in ihrer Heimat als Näherinnen gearbeitet und bringen dadurch fachliche Kompetenzen mit. In der Werkstatt werden sie darauf vorbereitet, auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Alexandra Faruga erklärt: „In den letzten Jahren haben wir so viele talentierte Frauen kennengelernt, dass es auf der Hand lag, das Experiment einer lokalen, sozialen Fertigung zu starten. Wir konnten in der Vergangenheit bereits drei Halbtagsstellen und zwei 450-Euro-Jobs schaffen. Mit dem Gemeinschaftsprojekt hoffen wir nun, weitere langfristige Perspektiven schaffen zu können.“

Wirtschaft und Integration zusammenbringen

Die Designerinnen und Designer selbst freuen sich über die neuen Angebote, die kreHtiv, UNTER EINEM DACH und die Region Hannover gemeinsam schaffen. Lorena Winkler ist Gründerin des Labels WAYÓM und lässt bereits bei UNTER EINEM DACH produzieren. Sie ist überzeugt von dem Projekt: „Solch eine Vernetzung ist gut für uns Modeschaffende, auch für die die Produktionsstätten, den Einzelhandel und die Kunden. Es passiert so viel in Hannovers Modeszene und es gibt noch so viel Potenzial, das wird jetzt endlich sichtbar!“ Ulf-Birger Franz sieht in dem Projekt Integrativer Modestandort Hannover ein Vorhaben mit Vorbildcharakter. Er betont auch den sozialen Charakter der Idee: „Wir als Region Hannover können zeigen, wie man Wirtschaft und Integration zusammenbringen kann. Attraktive und gute Kleidung, lokal produziert und integrativ angefertigt – davon können viele profitieren.

(Veröffentlicht am 27. Februar 2020)