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Inklusion

Fast jedes zweite Kind mit Förderbedarf inklusiv beschult

Region Hannover legt Inklusionszahlen für das Schuljahr 2016/2017 vor.

Jungen, die sich in einem Pausenbereich einer Schule aufhalten © C. Stahl, Region Hannover

Schüler

Das Angebot wird nachgefragt

Immer mehr Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden inklusiv beschult – das ist das Ergebnis einer Abfrage der Region Hannover, die neben der regionsweiten Schulstatistik "Schulen im Überblick" abgefragt wurde. 48,31 Prozent, also fast jedes zweite Kind mit speziellem Förderbedarf, besucht eine Regelschule – ein Plus von sechs Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. "Die positiven und seit mittlerweile vier Jahren stetig steigenden Inklusionszahlen belegen, dass sich viele Eltern eine inklusive Beschulung für ihre Kinder wünschen. Sicherlich benötigt es Zeit, die Strukturen aufzubauen – dass immer mehr Kinder inklusiv beschult werden zeigt aber auch, dass das Vertrauen in die Qualität der Inklusion steigt“" sagt Ulf-Birger Franz, Bildungsdezernent der Region Hannover.

Verteilung auf die Inklusionsschwerpunkte

Von insgesamt 6.343 Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben im vergangenen Schuljahr 2016/2017 fast jedes zweite Kind (48,31 Prozent/ 3.064 Kinder) eine Regelschule besucht. Im Schuljahr 2015/2016 lag die Quote bei 42 Prozent, im Vorjahr bei 33 Prozent. Wie auch in den vergangenen Jahren ist besonders der Inklusionsanteil der Schülerinnen und Schüler mit dem auslaufenden Förderschwerpunkt Lernen gestiegen: von 53 Prozent im Schuljahr 2015/2016 auf jetzt 66 Prozent. Damit ist dieser Schwerpunkt Spitzenreiter auf dem Gebiet der Inklusion: zwei von drei Kindern werden in einer Regelschule beschult. Auch die Inklusionsquoten bei den Förderschwerpunkten Emotionale und soziale Entwicklung (53,6 Prozent/ plus 3 Prozentpunkte), Geistige Entwicklung (28,5 Prozent/ plus 3,2 Prozentpunkte), Sprache (30,7 Prozent/ plus 2,9 Prozentpunkte) sowie Hören (64,5 Prozent/ plus 3,2 Prozentpunkte) sind im Vergleich zum vorigen Schuljahr gestiegen. Erstmalig wurden weniger Kinder mit den Förderschwerpunkten  Sehen (64,1 Prozent/ minus 2,9 Prozentpunkte) sowie Körperliche und motorische Entwicklung (40,7 Prozent/ minus 3,3 Prozentpunkte) inklusiv beschult.

Wahlfreiheit wird angenommen

Für die Region Hannover ist das Ergebnis der Abfrage auch ein Beleg für die positive Auswirkung der Wahlfreiheit der Eltern: Seit dem Schuljahr 2013/14 haben die Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf die freie Wahl, ihr Kind an einer Förderschule oder einer inklusiv arbeitenden Regelschule unterrichten zu lassen. "Die Wahlfreiheit der Eltern ermöglicht, dass die beste Fördermöglichkeit für jedes Kind gewählt werden kann", sagt Bildungsdezernent Franz.

Die Entwicklung ist aber auch darauf zurück zu führen, dass den Eltern zunehmend mehr wohnortnahe Schulen zur Verfügung stehen, die inklusiv arbeiten. Mit dem persönlichen Kontakt wird die Wahrnehmung und auch die Akzeptanz des Themas Inklusion, sowohl der Bevölkerung als auch der Eltern, gesteigert. "Der Erfolg der inklusiven Beschulung wäre nicht möglich ohne die Expertise und das Engagement der Förderschulen, die zunehmend eine Doppelrolle als Schule und als Förderzentrum haben", sagt Franz.

Schulstatistik "Schulen im Überblick" 

Für die regionsweite Schulstatistik "Schulen im Überblick" führt die Region Hannover seit dem Schuljahr 2013/14 eine ergänzende Abfrage zur inklusiven Beschulung durch. Ziel ist es, die Entwicklung des Wahlverhaltens der Eltern über mehrere Schuljahre hinweg darstellen zu können und den betroffenen Schulträgern stabilere Prognosen, beispielsweise zum Raumbedarf, liefern zu können. Die Region Hannover ist Trägerin von 16 Förderschulen mit den Schwerpunkten Geistige Entwicklung, Emotionale und soziale Entwicklung, Sprache, Hören und Sehen.