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Kita-Bericht 2017/18

Immer mehr Kinder in der Region – Kommunen unter Druck

Jährliche erstellte Daten zeigen regionsweite Versorgungsengpässe im Kindergartenbereich

Ein kleiner, blonder Junge trägt eine Latzhose, ein orangefarbenes Polohemd und Schnürstiefel. Er streckt die Arme aus und lässt Matsch von der oberen Hand in die untere fallen. Er steht auf durchnässtem, matschigem Boden. Am Rand wächst hohes Gras. © Langreder, Region Hannover

Spielerisch Natur erfahren

Die junge Regionsbevölkerung wächst weiter: Die Geburtenrate steigt, aus dem In- und Ausland sind viele Familien mit jungen Kindern zugezogen – allein in dem vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Null- bis Fünfjährigen im Zuständigkeitsgebiet der Region Hannover um 675 auf insgesamt 24.763 Kinder. Somit ist auch der Bedarf an zusätzlichen Kinderbetreuungsplätzen unverändert hoch: Aktuell fehlen rund 450 Krippenplätze und rund 290 Kindergartenplätze in den 16 Kommunen, in denen die Region Jugendhilfeträgerin ist. Und der Bedarf an Betreuungsplätzen wird weiterhin steigen. Das geht aus dem Themenfeldbericht der Kindertagesbetreuung 2017-2018 hervor, den die Regionsverwaltung am Dienstag (23.10.) im Jugendhilfeausschuss vorgestellt hat.

"Die Kommunen haben schon viel geschafft in den vergangenen Jahren – aber gerade die neuen Gesetzesänderungen wie die Beitragsfreiheit oder die veränderte Möglichkeit der Rückstellung von schulpflichtigen Kindern verstärken die Versorgungsengpässe vor Ort, die ohnehin schon durch den Bevölkerungszuwachs entstehen", so Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover. "Die Prognosen zeigen, dass die Schaffung und der Ausbau neuer Betreuungsplätze – besonders im Kindergartenbereich – weiterhin Priorität haben müssen."

Versorgungsquote für Kinder

So betrug zum Stichtag am 1. März 2018 die Krippen-Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren durchschnittlich 36,7 Prozent in dem Zuständigkeitsgebiet der Region und ist damit im Vergleich zum Vorjahr (36,8 Prozent) nahezu gleich geblieben. Laut Prognose wird diese Quote zum Ende des Kita-Jahres 2019/2020 weiterhin ansteigen, auf 41,7 Prozent. Obwohl die durchschnittliche Versorgungsquote im Kindergartenbereich im gleichen Zeitraum gestiegen ist – auf 98,1 Prozent (im Vorjahr: 96,9 Prozent), – ist bis zum Ende des Kita-Jahres 2019/2020 nach derzeitigem Stand mit einem Rückgang auf 94,7 Prozent zu rechnen.

Flächendeckender Ausbau von Betreuungsplätzen

"Die Kommunen stehen im Kindergartenbereich doppelt unter Druck, weil es nicht nur darum geht, neue Plätze zu schaffen, sondern auch darum, ausreichende Betreuungszeiten zu sichern." Nach wie vor gibt es große Unterschiede zwischen dem Krippen- und dem Kindergartenbereich in der Dauer der Betreuung: Während 92 Prozent der Krippenkinder dreiviertel des Tages oder ganztags betreut werden, liegt die Quote der Dreiviertel- und Ganztagsbetreuung im Kindergarten mit 70,2 Prozent deutlich darunter. "Wir werden auch weiterhin mit den Kommunen gemeinsam alles daran setzen, den flächendeckenden Ausbau von Betreuungsplätzen voranzubringen. Mit Instrumenten wie der neuen Kita-Baukostenförderung sind wir auf dem richtigen Weg", sagt Dr. Hanke.

Unterstützung der Kommunen

Die Region Hannover unterstützt alle 21 Städte und Gemeinden gemäß ihrer Richtlinien über die Förderung von Kindertagesstätten beim Ausbau eines quantitativen und qualitativen Betreuungsangebotes für Kinder in Kindertageseinrichtungen. So fördert die Region neue Kinderbetreuungsplätze mit jeweils rund 5.300 Euro, rund 4,3 Millionen Euro Baukostenförderung insgesamt veranschlagt die Region für das Jahr 2018. Auch für Umbaumaßnahmen zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen, zur baulichen Unterstützung neuer fachlich-pädagogischer Konzepte in den Bereichen Sprache, Bewegung und Naturwissenschaft sowie für Baumaßnahmen zur Unterstützung inklusiver Betreuung gewährt die Region Zuschüsse. 

Jährlicher Bericht

Als Jugendhilfeträgerin für 16 der 21 regionsangehörigen Kommunen erstellt die Region einmal jährlich detaillierte Daten zur Kindertagesbetreuung. Erstmalig ist der Bericht in diesem Jahr erweitert um die Kapitel über finanzielle Förderleistungen und Maßnahmen der Regionsverwaltung zur frühkindlichen Förderung und Qualitätsentwicklung mit dem Schwerpunkt Sprache.