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Notfallversorgung

Positives Fazit für Pilotprojekt IVENA

Verlässlich, effizient, transparent: Vor drei Jahren ist das Pilotprojekt IVENA gestartet. Jetzt liegt der Abschlussbericht vor.

Ziel der Zusammenarbeit von 15 Kliniken im Regionsgebiet, der Regionsleitstelle, der Rettungsdienstträger und dem kommunalen Systemdienstleister HannIT war es, mit der webbasierten Software "IVENA" die Zuweisung von Notfallpatientinnen und -patienten in eine geeignete Klinik effizienter und zuverlässiger zu gestalten.

IVENA ist für den Zeitraum von drei Jahren als gemeinsames Pilotprojekt der Landeshauptstadt und der Region Hannover an den Start gegangen – nun ist die Projektphase beendet.

Den Mitgliedern des Ausschusses für Feuerschutz, Rettungswesen und allgemeine Ordnungsangelegenheiten der Region haben Erste Regionsrätin Cora Hermenau und Dr. Andreas Flemming, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der Landeshauptstadt Hannover, am 14. März den Abschlussbericht vorgestellt.

"Wir haben nach drei Jahren Projektphase umfangreiche Daten und Erfahrungen sammeln können, die bisher so nicht verfügbar waren und mit denen wir nun weiter arbeiten. Wir sind sehr zufrieden", sagt Cora Hermenau.

Dringlichkeitsstufen der Zuweisungen

Mehr als 100.000 Zuweisungen wurden innerhalb von zwölf Monaten für den Abschlussbericht exemplarisch ausgewertet: sechs Prozent der Patientinnen und Patienten waren lebensbedrohliche Notfälle mit der höchsten Dringlichkeitsstufe, mit 83 Prozent benötigte der Großteil der Patienten aus Sicht des Rettungsdienstes eine stationäre Behandlung. Für 17 Prozent reichte eine ambulante Versorgung.

Saisonale Unterschiede erkennbar

Innerhalb des Jahresverlaufs stachen die Monate Januar bis März besonders heraus: es gab insgesamt höhere Zuweisungszahlen als in den Restmonaten und das führte zu einer geringeren "Aufnahmebereitschaft" der Kliniken. Im März 2018 haben die Kliniken vermehrt über IVENA angezeigt, dass sie nur noch für Akut-Zuweisungen zur Verfügung stehen. "Das ist – wie auch in diesem Jahr – auf den Anstieg der Grippewelle zurückzuführen", berichtet Dr. Andreas Flemming. "Auch andere Herz- und Kreislauf- sowie respiratorische Erkrankungen oder Infekte wie der Norovirus weisen vergleichbare saisonale Verläufe auf."

Wie geht es weiter mit IVENA?

"Die Arbeitsgemeinschaft IVENA Hannover wird unbefristet fortgesetzt", sagt Dr. Flemming. Es habe sich eine vertrauensvolle und konstruktive, interdisziplinäre Zusammenarbeit der Beteiligten gefestigt, an der festgehalten werden soll. Als nächsten Schritt plant die Arbeitsgemeinschaft die Inbetriebnahme des sogenannten "IVENA-MANV-Moduls", das die standardisierte, interdisziplinäre und überregionale Zusammenarbeit bei Großschadenslagen in Echtzeit unterstützt.

"Im Ergebnis ist IVENA ein Erfolgsmodell", so Hermenau. Ihr Fazit: "Die Patienten können ohne zeitliche Verzögerung direkt in die Klinik gebracht werden, die freie Kapazitäten hat. Das trägt erheblich zur Verbesserung der rettungsdienstlichen Versorgung in der Region Hannover bei."

Flächendeckender Einsatz in Niedersachsen geplant

Für 2019 hat die Regionsversammlung bereits Ende 2018 die Bereitstellung von 100.000 Euro für das Haushaltsjahr 2019 beschlossen, um IVENA im Regionsgebiet fortzusetzen.

Seitens des Landes Niedersachsen ist geplant, das System flächendeckend in ganz Niedersachsen einzuführen und damit auch die überregionale Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Leitstellen und Rettungsdiensten zu stärken. Die Gespräche bezüglich der Finanzierung und der regionalen Ausgestaltung sind allerdings noch nicht abgeschlossen. "Wir sind aber zuversichtlich, dass wir gemeinsam auf einem guten Weg sind", so Cora Hermenau.

(Veröffentlicht am 14. März 2019)