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Gedenkarbeit

Regionspräsident Jagau würdigt Verdienste von Salomon Finkelstein

Der Träger der Ehrennadel in Gold der Region Hannover stirbt im Alter von 96 Jahren.

Porträtbild eines Mannes. © C. Kirsch / Region Hannover

Salomon Finkelstein

Die Region Hannover trauert um Salomon Finkelstein, der am Mittwoch – wenige Tage vor seinem 97. Geburtstag - verstorben ist. „Salek“ Finkelstein war einer der letzten Holocaustüberlebenden in Hannover und unter anderem der Gedenkstätte Ahlem eng verbunden, deren Arbeit er bis zuletzt unterstützte. Bis ins hohe Alter sprach er vor Schulklassen über seine Erlebnisse während des Nationalsozialismus und trug so zu einem tieferen Verständnis der Gräueltaten des NS-Regimes bei.

2014 Auszeichnung mit der Ehrennadel in Gold

Ich bin tief bewegt vom Tod Salomon Finkelsteins“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau. „Trotz seiner Erfahrungen im Nationalsozialismus ist Deutschland seine Heimat geworden. Er war bereit zur Versöhnung mit den Deutschen und hat sich sein Leben lang für die Verständigung eingesetzt. Ich habe Salomon Finkelstein als sehr feinen und höflichen Menschen erlebt  und ihn stets für seine Bereitschaft bewundert, aus der schlimmsten Phase seines Lebens – auch über Demütigungen – zu erzählen. Wir sind in Gedanken bei seiner Familie.“  Gemeinsam mit seinem im vergangenen Jahr verstorbenen Freund Henry Korman und mit Ruth Gröhne habe Salomon Finkelstein einen unschätzbaren Beitrag zur Gedenkarbeit in der Region Hannover geleistet, sagte Jagau. Allen dreien wurde 2014 die Ehrennadel in Gold verliehen.

Salomon Finkelstein

wurde 1922 im polnischen Lodz geboren, als 17-Jähriger ins dortige Ghetto zwangsumgesiedelt und anschließend als Zwangsarbeiter in verschiedenen Lagern eingesetzt, ehe er ins Konzentrationslager Auschwitz kam. Die Befreiung dort am 27. Januar 1945 bekam er nicht mit – Salomon Finkelstein wurde auf einem der Todesmärsche beim Herannahmen der russischen Front weitergetrieben. Selbst am Tag seiner Befreiung war es nur der Zufall, dass er überlebte – die russischen Soldaten wollten den jungen Mann eigentlich trotz Sträflingskleidung erschießen. Auf der Suche nach überlebenden Familienangehörigen und Freunden verschlug es Salomon Finkelstein nach Kriegsende nach Hannover – er blieb. Erst 1978 fand er seinen jüngeren Bruder David wieder, der in einem Kibbuz in Israel lebte.