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Wasserstadt

Versachlichung der Diskussion ist dringend geboten

Bisher gibt es keine Entscheidung der Regionsversammlung. Daher ist eine Versachlichung der Diskussion, um die Stadtbahnanbindung zur Wasserstadt, dringend geboten.

Ulf-Birger Franz © Helbig/Hiltmann

Regionsrat Ulf-Birger Franz

Anlässlich der Diskussion um eine Stadtbahn-Anbindung der Wasserstadt Limmer weist die Region darauf hin, dass es keine Entscheidung der Regionsversammlung über eine Stadtbahnanbindung gibt. Es gebe vielmehr eine mit der Verwaltung der Landeshauptstadt abgestimmte Informationsdrucksache, die eine unabhängige Untersuchung zur Förderwürdigkeit einer Stadtbahnanbindung der Wasserstadt wiedergibt. Ein Entscheidungsvorschlag ist in der Drucksache nicht enthalten. Andere Behauptungen im Bauausschuss der Landeshauptstadt Hannover sind falsch.

Es gibt zurzeit nur eine Untersuchung durch das unabhängige Büro PTV, das im Auftrag der Region die Wirtschaftlichkeit und Förderwürdigkeit von insgesamt 10 Varianten untersucht hat. Die Untersuchungsergebnisse wurden in einer Informationsdrucksache der Region zusammengefasst, die im Vorfeld mit der Stadtverwaltung abgestimmt wurde. Die Region hat angeboten, die Ergebnisse im Bauausschuss der LHH vorzustellen oder in anderem Rahmen zu erläutern. Dies wurde von Seiten der Stadtverwaltung nicht für erforderlich gehalten. Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz: „Umso mehr überraschen die jetzt gemachten Aussagen, die deutlich erkennen lassen, dass die Inhalte der Studie nicht bekannt sind.“

Variante sorgt für Fahrgastverluste und sinkende Fahrgeldeinnahmen

Grundlage für die Förderung von Stadtbahn-Ausbauvorhaben durch Bund und Land ist ein bundesweit einheitliches Verfahren der standardisierten Bewertung. „Diese Kriterien sind bundesweit einheitlich, die Landeshauptstadt wird weder besser noch schlechter gestellt als andere“, so Franz. Danach erreicht keine der zehn untersuchten Varianten ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,0 oder besser, was Voraussetzung für eine Förderung wäre. Insbesondere die von der Stadtverwaltung ins Spiel gebrachte Stichstrecke von der bestehenden Trasse der Linie 10 zur Wasserstadt erreicht nur einen negativen Nutzen-Kosten-Faktor.

Grund dafür sind massive Fahrgastverluste und sinkende Fahrgeldeinnahmen, die bei einer solchen Variante drohen. Denn neben den reinen Investitionskosten sind auch die Fahrgastentwicklungen und die Betriebskosten zu berücksichtigen. Franz: „Wenn die Linie 10 geteilt werden würde, so dass jede zweite Bahn in die Wasserstadt fährt und jede zweite wie bisher nach Ahlem, dann verschlechtert sich das Angebot für große Teile von Limmer und für Ahlem erheblich.“ Die Angebotsverschlechterung hätte nach den Berechnungen zur Folge, dass die ÜSTRA jährlich rund 90.000 Fahrgäste verlieren würde – und dies trotz Ausbaukosten von ca. 3,5 Mio. € für eine Stichstrecke.

Region ist offen für gemeinsame Planung

„Ein 15-Minuten-Takt für Ahlem statt des heutigen 7,5-Minuten-Takts bedeutet eine deutliche Verschlechterung für viele Menschen an diesem Streckenabschnitt. Allein in Ahlem-Mitte wohnen im direkten Einzugsbereich fast 6.000 Menschen und damit doppelt so viele wie in der Wasserstadt. Weniger Fahrgäste bedeuten zugleich mehr Autoverkehr, was nicht das Ziel sein kann.“ Durch die Fahrgastverluste würden zudem jährlich Fahrgeldeinnahmen in Höhe von über 100.000 € verloren gehen. Die Alternative einer Takterhöhung in die Stadt sei aufgrund des geringen Fahrgastpotenzials aus der Wasserstadt noch weniger zielführend. Hierfür hatten die Gutachter einen besonders negativen Nutzen-Kosten-Faktor von -2,86 ermittelt.

Die Alternative zu einer Stadtbahnerschließung der Wasserstadt ist die Weiterführung der Linie 10 nach Ahlem wie heute im 7,5-Minuten-Takt und die Anbindung der Wasserstadt durch eine Elektrobus-Linie in die Innenstadt, die in der Hauptverkehrszeit ebenfalls im 7,5-Minuten-Takt fährt. „Für die Größe der Wasserstadt wäre das eine sehr gute Anbindung und ein dichterer Takt als mit der Stadtbahn. Rechnerisch liegt die Höchstbelastung in der Hauptverkehrszeit bei rund 40 Fahrgästen pro Bus. Dafür ist eine Stadtbahn überdimensioniert“, so Franz.

Die Region ist weiterhin offen für einen gemeinsamen Planungsprozess mit der Landeshauptstadt. „Wenn die Landeshauptstadt wieder gesprächsbereit ist, würden wir die Diskussion im Interesse der Bürgerinnen und Bürger gern versachlichen und gemeinsam die beste Lösung suchen“, so Verkehrsdezernent Franz.