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Bericht über Suchtberatungsstellen

Vom Genuss zur Sucht – Krisen verhindern

Ob Alkohol, Drogen, Glücksspiel oder digitale Medien: Der Übergang vom alltäglichen Gebrauch zur Abhängigkeit von Suchtmitteln ist oft fließend.

Suchtberatungsstellen helfen in kritischen Lebenslagen, unterstützen Betroffene bei ihrem Weg aus der Abhängigkeit und beraten präventiv. Die Region Hannover fördert anerkannte Fachstellen für Sucht und Suchtberatungsstellen im Regionsgebiet. Im Jahr 2016 betrug die Fördersumme insgesamt rund 646.000 Euro. Jetzt hat die Verwaltung erstmals einen Bericht über die Arbeit der Beratungsstellen veröffentlicht, der am Dienstag, 14.8., im Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen und Gesundheit vorgestellt wurde.

Beratungsstellen sind gut aufgestellt

"Der Bericht zeigt, dass die Beratungsstellen in der Region gut aufgestellt sind, einen breiten Beratungsbedarf abdecken und auch auf neue Suchtproblematiken flexibel reagieren können", so Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover. „Die Beratungen sind ein wesentlicher Baustein, um Krisen im Leben betroffener Menschen zu bewältigen: Sie stabilisieren die sozialen Bindungen, haben die Kinder im Blick und schützen vor Arbeitslosigkeit.“

Im Bericht

sind die Daten von rund 1.740 Menschen, die im Jahr 2016 mindestens zweimal Kontakt zu einer der Fachstellen hatten, ausgewertet worden. 66 Prozent der Ratsuchenden waren männlich, 34 Prozent weiblich. Die meisten von ihnen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren alt (77 Prozent). 53 Prozent lebten in festen Beziehungen, davon 19 Prozent mit Kindern. Ein Großteil der Frauen und Männer verfügte über eine abgeschlossene Berufs-, bzw. Hochschulausbildung (79 Prozent) und über ein eigenes Einkommen (75 Prozent).

Sucht ist kein Randgruppenproblem

"Diese Zahlen zeigen: Sucht ist kein Randgruppenproblem, sondern Sucht und Suchtgefährdung treffen immer mehr Menschen, die beruflich und privat voll verankert sind", fasst Uwe Blanke, Drogenbeauftragter der Region Hannover, zusammen. "Besonders Alkohol als leicht erreichbares Suchtmittel ist ein großes Problem." So wurden 90 Prozent der Ratsuchenden wegen einer Alkoholproblematik beraten, 10 Prozent wegen anderer Abhängigkeitsformen, 63 Prozent der Beratungen wurden abschließend als erfolgreich bewertet. Die Beratungsdauer lag im Durchschnitt bei unter sechs Monaten.

Förderzuschuss für acht Fachstellen

Die von der Region Hannover geförderten Fachstellen für Sucht und Suchtprävention müssen – um die Anerkennung des Landes zu erlangen – eine umfassendes Angebot für stoffgebundene, wie Alkohol oder Drogen, und stoffungebundene, wie Glücksspiel, Abhängigkeitserkrankungen haben, kurzfristig Beratungstermine anbieten können und gut erreichbar sein. Mit acht der anerkannten Fachstellen hat die Region Anfang 2016 erneut eine Zuwendungsvereinbarung mit einer Laufzeit von zunächst drei Jahren vereinbart: mit den Trägern Step (zwei Fachstellen), Diakonieverband Hannover-Land (drei Fachstellen), Caritasverband (zwei Fachstellen) und dem Diakonischen Werk Hannover (eine Fachstelle). Jede Einrichtung erhält einen jährlichen Förderzuschuss, im Jahr 2016 lag dieser bei jeweils rund 81.000 Euro.

(Veröffentlicht am 14. August 2018)