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Steinhuder Meer

Neues Natur­schutzgebiet

Region Hannover will das Ostufer des Steinhuder Meeres als Naturschutzgebiet ausweisen, abgetorfte Flächen wieder vernässen und Raum für seltene Arten schützen.

Aus drei mach eins: Die Region Hannover will die drei Naturschutzgebiete "Ostufer Steinhuder Meer", "Wulveskuhlen" und "Wunstorfer Moor" am Ostufer des Steinhuder Meeres zusammenfassen und ausweiten. Das Ergebnis: das Naturschutzgebiet "Totes Moor" mit einer Fläche von ca. 3300 Hektar. Am Mittwoch, 20. März 2013, hat Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover, die Planungen vorgestellt.

Bereiche am Ostufer werden für die Natur reserviert

"Das Steinhuder Meer mit den angrenzenden Mooren ist ein echtes

Naturjuwel, das wir erhalten wollen, sagt Prof. Dr. Priebs. Das sei nicht nur Wunsch der Region Hannover als Untere Naturschutzbehörde, sondern auch eine Vorgabe der Europäischen Union. "Die besondere Herausforderung ist, die Interessen aller, die am und mit dem Steinhuder Meer zu tun haben, zu bedenken und – soweit es geht – zu berücksichtigen", sagt der Umweltdezernent. Derzeit stehe man aber erst am Anfang eines Prozesses in dem alle relevanten Nutzerinnen und Nutzer sowie weitere Beteiligte entsprechend beteiligt werden. Am Ende entscheide die Regionsversammlung.

Flachwasserbereich und Sandbänke

So wird die Wasserfläche, die unter Naturschutz steht, ausgeweitet: Knapp zehn Prozent des Steinhuder Meeres solle künftig nur für die Natur reserviert werden – bislang sind es 7,8 Prozent. Der Flachwasserbereich und die Sandbänke im Bereich des Ostufers werden bisher von Wassersportlern zum Ankern und Baden genutzt. Dieser Bereich soll künftig tabu sein. Die Grenze des Naturschutzgebiets soll bis zu 300 Meter ins Wasser verschoben werden. "Dieser Bereich wird von großen Vogelscharen als Rastbereich genutzt, vor allem im Sommer und Frühherbst. Wir wollen verhindern, dass die Vögel beeinträchtigt werden", erläutert Wolfgang Fiedler, Leiter des Teams Naturschutz West der Region Hannover.

Niedermoorbereich

Auch der Niedermoorbereich am Ostufer soll Bestandteil des Naturschutzgebiets werden. In dem Gebiet brüten Wiesenbrüter wie der Kiebitz; darüber hinaus kommen seltene Amphibienarten und Heuschrecken vor. Zudem haben sich dort seltene Pflanzenarten angesiedelt. Diese sollen nicht durch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung gefährdet werden. "Wir möchten, dass die Landschaft wieder naturnäher wird. Die Meerbruchswiesen sind ein gutes Beispiel dafür", sagt Fiedler. Die Region könne ihr Ziel aber nur in Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten erreichen, betont der Naturschutzfachmann.

Nach Torfabbau Wiedervernässung statt Maisanbau

Die Untere Naturschutzbehörde möchte zudem Flächen für die Hochmoorentwicklung sichern, auf denen derzeit noch Torf abgebaut wird. Bislang sehen die Genehmigungen für einige industrielle Torfabbauflächen vor, dass die Areale im Anschluss uneingeschränkt landwirtschaftlich genutzt werden. "Das bedeutet, dass dort nach Ende des Torfabbaus Mais als Biomasse angebaut werden könnte", beschreibt Fiedler. "Das wäre überhaupt nicht im Sinne des Naturschutzes." Ziel müsse vielmehr eine Wiedervernässung des Geländes sein. "Uns ist klar, dass wir die Belange der Landwirte auch hierbei berücksichtigen müssen", betont Prof. Dr. Priebs. Ein eigenes wasserrechtliches Verfahren werde diesen Punkt klären und regeln.

Grundwasserentnahme durch Wasserwerk Schneeren beenden

Prof. Dr. Priebs kündigt zudem Gespräche mit der Harzwasserwerke GmbH an. Deren Wasserwerk Schneeren entnimmt bislang aus dem Bereich des Moores Grundwasser. "Unter diesen Umständen ist eine Wiedervernässung des Toten Moores nicht möglich", sagt der Umweltdezernent. Die Wasserentnahme durch das Wasserwerk senke das Grundwasser um bis zu zwei Meter ab. Die Region will deshalb darauf hinwirken, dass die bestehende Genehmigung für die Grundwasserentnahme nicht mehr verlängert wird.