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Bestandserhebung

Anzahl der Kita-Plätze steigt weiter an

Kita-Bericht 2013: Ausbau des Platzangebots für Kinder unter drei Jahren liegt besonders im Fokus. Erstmals auch Auswertung nachschulischer Betreuung in zunächst drei Kommunen.

Eine erwachsense Frau schaut sich gemeinsam mit einem Mädchen ein Bilderbuch an, sie sitzen dabei. Ein Kleindkind steht vor den beiden Sitzenden. © Wirtschaftsförderung, Region Hannover (Quelle: mattonimages)

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Die Anzahl der Plätze in der Kindertagesbetreuung steigt weiter an. Das geht aus der Bestandserhebung hervor, die die Region Hannover als Jugendhilfeträgerin einmal jährlich für 15 der 21 regionsangehörigen Kommunen erstellt.

Anstieg gegenüber Vorjahr

Demnach ist die Zahl der Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege für alle Kinder unter drei Jahren gegenüber dem Vorjahr um 567 Plätze auf 3.158 gestiegen (Stichtag: 1. Oktober 2013). In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Platzangebot sogar mehr als verdoppelt (2009: 1.451 Plätze). Diese Ergebnisse wurden am Donnerstag (10.7.) im Jugendhilfeausschuss der Region Hannover vorgestellt.

Bestehender Rechtsanspruch erfüllt

Wie schon in den vergangenen Jahren liegt der Ausbau des Platzangebots für Kinder unter drei Jahren besonders im Fokus des Kita-Berichts. Hintergrund: Seit August 2013 haben Familien ein Recht darauf, dass Kinder ab einem Alter von einem Jahr in einer Einrichtung oder in Tagespflege betreut werden. Gemessen daran konnten alle 15 Kommunen im Zuständigkeitsbereich der Region Hannover als Jugendhilfeträgerin den Rechtsanspruch erfüllen – bislang ist keine Klage erhoben worden. Für 46,4 Prozent der Kinder in der für den Rechtsanspruch relevanten Altersgruppe von eins bis drei Jahren stand ein Platz in einer der 268 Kindertagesstätten oder bei Tagespflegestellen zur Verfügung.

Forsetzung der finanziellen Förderung

"Aus unserer Sicht ist erst einmal erfreulich, dass seit dem bestehenden Rechtsanspruch allen Eltern, die einen Platz für ihr Kind gesucht haben, ein Betreuungsangebot gemacht werden konnte", so Erwin Jordan, Dezernent für Soziale Infrastruktur der Region Hannover. "Um die Kommunen auch künftig zu unterstützen, wollen wir bis 2018 unsere finanzielle Förderung für den Kita-Ausbau fortsetzen."

Versorgung U3-Bereich

Betrachtet man den gesamten U3-Bereich – also das Angebot für alle Kinder von null bis drei Jahren –, hat sich die durchschnittliche Versorgungsquote von 26,8 Prozent im Jahr 2012 auf 32,2 Prozent erhöht. 2009 lag dieser Wert noch bei 15,0 Prozent. Werden die von den 15 Kommunen gemeldeten Aus- und Umbauplanungen realisiert, erhöht sich im Jahr 2015 die durchschnittliche U3-Versorgungsquote auf 39,3 Prozent, im Jahr 2016 könnte sie bei 40,5 Prozent liegen.

Versorgungsquoten in den Städten und Gemeinden

Wie viele Plätze die Städte und Gemeinden im Einzelnen vorhalten, ist dabei sehr unterschiedlich – die Spannweite der U3-Versorgungsquoten reicht von 25,5 Prozent in Garbsen bis hin zu 45,5 Prozent in Burgwedel. In Gruppen zusammengefasst: U3-Versorgungsquoten von 25 bis 30 Prozent erreichten zum Stichtag Garbsen, Barsinghausen, Uetze, Ronnenberg, Pattensen und Seelze. Zwischen 30 und 35 Prozent lag sie in Wunstorf, Neustadt, Isernhagen und Hemmingen. Höher als 35 Prozent war die Quote in der Wedemark, in Gehrden und Sehnde. Mehr als 40 Prozent wiesen Wennigsen und Burgwedel auf.

Augenmerk auf qualitative Aspekte

Neben der rein quantitativen Erweiterung des Angebots muss sich laut Regionsdezernent Erwin Jordan das Augenmerk verstärkt auf qualitative Aspekte der Kindertagesbetreuung richten. "Dabei gibt es vor allem zwei Hauptaufgaben: Wir brauchen mehr Personal für den U3-Bereich, hier warten wir auf die Zusage des Landes, eine dritte Betreuungskraft pro Kita-Gruppe zu finanzieren. Außerdem müssen Brüche in den Betreuungszeiten vermieden werden. Wenn ein Kind nach zwei Jahren Ganztagsversorgung im Kindergarten in der Grundschule nur noch bis mittags betreut wird, stellt das viele Eltern vor massive Probleme."

Krippe und Kindergarten

Schon zwischen Krippe und Kindergarten gibt es einen deutlichen Unterschied in der zeitlichen Dauer der Betreuung. So verbringen durchschnittlich 88,2 Prozent der Kinder unter drei Jahren sechs oder mehr Stunden in der Einrichtung. Bei den Kindergartenkindern liegt der Anteil der Dreiviertel- und Ganztagsbetreuung bei 64,6 Prozent. Das bedeutet: Bei einem Drittel der Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren können nicht beide Eltern oder das alleinerziehende Elternteil eine regelmäßige (Teilzeit-)Beschäftigung aufnehmen.

Nachschulische Betreuung

Verlässliche Betreuungsangebote für Kinder im Hortalter auszubauen und mit schulischer Ganztagsbetreuung zu verzahnen, darin sieht der Kita-Bericht eine der Herausforderungen der kommenden Jahre. Erstmals wurde genauer das Spektrum der unterschiedlichen Betreuungsformen für Grundschulkinder nach der Schule untersucht – zunächst in den Städten Burgwedel, Pattensen und Sehnde.

Örtliche Angebote und Inanspruchnahme

Die Piloterhebung an der Schnittstelle zwischen Kita- und Schulentwicklungsplanung zeigt, dass die Angebote und die Inanspruchnahme nachschulischer Betreuung örtlich stark voneinander abweichen. In Burgwedel etwa besuchten zum Stichtag im vergangenen September 73 Prozent aller Grundschulkinder eine sogenannte "verlässliche Grundschule", die lediglich eine Betreuung bis 13 Uhr garantiert. In Pattensen und Sehnde sind hingegen "offene Ganztagsschulen" (GTS) mit einem Schüleranteil von 73 Prozent bzw. 79 Prozent die dominierenden Schulformen, die an drei bzw. vier Werktagen eine nachschulische Betreuung bis 15.30 Uhr oder 16 Uhr anbieten. Auch für die Betreuung nach der Schule gibt es in den Kommunen unterschiedliche Angebote: Während in Burgwedel und Pattensen rund jedes zweite Grundschulkind eine Betreuung in Hort oder GTS in Anspruch nimmt, ist es in Sehnde nur jedes dritte Kind.

Ausweitung auf weitere Kommunen

In den kommenden Jahren will die Region die Erhebung der nachschulischen Betreuung auch auf andere Städte und Gemeinden ausdehnen, um den Kommunen Orientierung für den bedarfsgerechten Ausbau des Angebots für Kinder im Hortalter zu leisten.

Erstellung des Kita-Berichts

Der Kita-Bericht 2013 wurde in enger Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden erstellt. Er dient als Planungs- und Steuerungsinstrument für den Ausbau eines bedarfsgerechten Betreuungsangebots für Kinder. Die Region Hannover ist Jugendhilfeträgerin für 16 von 21 regionsangehörigen Kommunen. Das sind: Barsinghausen, Burgwedel, Garbsen, Gehrden, Hemmingen, Isernhagen, Neustadt am Rübenberge, Pattensen, Ronnenberg, Seelze, Sehnde, Springe, Uetze, Wedemark, Wennigsen und Wunstorf. Die Stadt Springe wird erst im nächsten Kita-Bericht erfasst, da die Region Hannover zum 1. Januar 2014 die Jugendhilfe-Zuständigkeit für diesen Bereich übernommen hat.

Förderung durch die Region Hannover

In den vergangenen fünf Jahren hat die Region Hannover den Ausbau des Platzangebots in allen 21 regionsangehörigen Städten und Gemeinden mit rund 4,5 Millionen Euro unterstützt, weitere 20,5 Millionen Euro sind bis Ende 2014 für Bauvorhaben beantragt. Auch in den kommenden drei Jahren soll die Förderung angepasst weitergeführt werden – über die entsprechende Richtlinie stimmt am 29. Juli die Regionsversammlung ab.

Ausblick und Planungen

Vorgesehen ist, von 2015 bis 2018 jeden im Regionsgebiet neu geschaffenen U3-Platz mit bis 17.200 Euro und jeden neuen Kindergarten- und Hortplatz mit rund 2.700 Euro zu bezuschussen. Anhand der von den Kommunen geschätzten Platz-Bedarfe geht die Region Hannover derzeit davon aus, dass von 2015 bis 2018 rund 18 Millionen Euro Fördermittel beantragt werden. Bis zum Kindergartenjahr 2017/18 sind regionsweit rund 2.600 neue Plätze in Kitas geplant – davon etwa 1.600 Plätze im Krippenbereich und rund 900 Plätze für Drei- bis Sechsjährige im Kindergarten.

Der komplette Kita-Bericht 2013