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Sprachförderprogramm „Wortschatz“

Besser sprechen, besser lernen

Kita Hirtenstraße in Ronnenberg wird fünfte „Kompetenz-Kita Sprache“

Singende Kinder werden von einer Frau dirigiert. © Oheim / Region Hannover

Wortschatz-Kinder können auch singen: Alisa Bach, Leiterin des Fachbereichs Jugend der Region Hannover, dirigiert den Chor der Kita Hirtenstraße

Hannover/Ronnenberg – Regelmäßige Sprachförderung im Kita-Alltag – dieses Ziel verfolgt die Region Hannover mit dem Qualifizierungslehrgang „Wortschatz – Region Hannover“. Durch Fortbildungen werden pädagogische Fachkräfte von Kindertageseinrichtungen dazu befähigt, eigenständig die Sprachentwicklung der Kinder zu verbessern und deren grammatikalischen Fähigkeiten zu erweitern. Außerdem soll Sprachbildung als fester Bestandteil im pädagogischen Konzept der Einrichtung verankert sein. Am Freitag (12.12.) wurde die Kindertagesstätte Hirtenstraße als Ronnenbergs erste „Kompetenz-Kita Sprache“ zertifiziert.

Jedes vierte Kind hat Schwierigkeiten

„Sprache zu verstehen und sie zu beherrschen, ist eine der Grundvorrausetzungen für erfolgreiches Lernen“, so Sozial- und Jugenddezernent Erwin Jordan von der Region Hannover. „Rund jedes vierte Kind hat Schwierigkeiten mit Aussprache, Wortschatz und Grammatik, wenn es zur Schule kommt. Deshalb setzen wir schon im Kindergartenalter an, um allen Kindern die Chance auf Bildung zu eröffnen. Ich freue mich, dass sich so viele Einrichtungen und Fachkräfte engagiert an dem Programm beteiligen, obwohl es sicher eine Herausforderung ist, Arbeitsalltag und Fortbildung miteinander zu vereinen.“

Seit Sommer 2012 haben rund 320 Fachkräfte aus 32 Einrichtungen den „Wortschatz“-Lehrgang erfolgreich abgeschlossen. Weitere 17 Kitas mit 150 Erzieherinnen und Erzieher nehmen derzeit an der Qualifizierung teil. Vier Kitas sind regionsweit bereits als „Kompetenz-Kita Sprache“ zertifiziert – die Kita Hirtenstraße ist die fünfte. Die Fortbildung dauert ein Jahr und umfasst 95 Stunden – einen Großteil davon bieten die sieben Fachberaterinnen der Region in den Kitas vor Ort an. Bislang haben sich Einrichtungen aus zwölf Regionskommunen an dem Programm beteiligt.

Pädagogisches Konzept

Bei der städtischen Kindertagesstätte Hirtenstraße in Ronnenberg haben zwölf Fachkräfte die Qualifizierung absolviert – darüber hinaus gehört die Einrichtung zu den ersten in der Region, die Sprachbildung als pädagogisches Ziel in ihrem Konzept festgeschrieben hat. 111 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren werden in fünf Gruppen betreut. Nach außen hin sichtbar wird das Engagement der Kindertagesstätte für die Sprachförderung von Kindern durch ein von der Region Hannover ausgehändigtes Schild.

„Wortschatz – Region Hannover“ wurde vom Fachbereich Jugend der Region Hannover in Kooperation mit dem Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover entwickelt. Neben fachspezifischen Grundkenntnissen erlernen die pädagogischen Fachkräfte mit praxisbezogenen Übungen, die Sprachbildung von Kindern gezielt zu fördern. Dazu gehört, die Kinder genau zu beobachten, ihren Sprachstand einzuschätzen, Sprechanreize zu setzen und natürlich selbst Vorbild für Kommunikation zu sein.

Mit mehreren Bausteinen die Sprachkompetenz fördern

Die Fortbildung wird von der Leibniz Universität begleitet und ausgewertet. Im vergangenen November wurden erste Ergebnisse vorgestellt: Als „effektiv und somit erfolgreich“ stufen die Autoren der Evaluation in ihrer Zusammenfassung die Wirkung von „Wortschatz – Region Hannover“ ein. So ist der Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Lehrgangsinhalten sehr zufrieden, auch das sprachfördernde Verhalten der pädagogischen Fachkräfte im Alltag ist durch die Fortbildung nachweislich gestiegen.

Der Lehrgang „Wortschatz – Region Hannover“ ist einer von mehreren Bausteinen, mit denen die Region Hannover die Sprachkompetenz von Kindern im Krippen- und Kindergartenalter fördert und damit ihre Teilhabechancen am gesellschaftlichen Leben erhöht. Für die Sprachförderung setzt die Region in ihrem Zuständigkeitsbereich in der Jugendhilfe jährlich rund 860.000 Euro ein, davon sind rund 310.000 Euro Landesmittel.

Als Jugendhilfeträgerin ist die Region Hannover zuständig für 16 der 21 regionsangehörigen Städte und Gemeinden. Dazu gehören: Barsinghausen, Burgwedel, Garbsen, Gehrden, Hemmingen, Isernhagen, Neustadt am Rübenberge, Pattensen, Ronnenberg, Seelze, Sehnde, Springe, Uetze, Wedemark, Wennigsen und Wunstorf. Ein eigenes Jugendamt haben die Städte Hannover, Burgdorf, Laatzen, Langenhagen und Lehrte.