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Biber © Krzysztof Wiktor - Fotolia.com

Biber

Neue Broschüre

Biber: Baumeister für die Natur

Die Biber kehren zurück in die Region Hannover. Damit die Wiedereinbürgerung klappt, ist es wichtig, das Verhalten des Tieres zu verstehen. Dabei soll die neue Broschüre helfen.

Hannover/Laatzen – Langsam erobern die Biber einige ihrer früheren Lebensräume in Deutschland zurück – auch in der Region Hannover. In der südlichen Leineaue, aber auch in der Nähe von Marienwerder finden sich die Spuren der Nagetiere wie gefällte Bäume und Baumstümpfe mit Fraßspuren. Auch die typischen, aus Erde und Zweigen gebauten Biberburgen sind auszumachen. Doch die Rückkehr der nach europäischem und deutschem Recht streng geschützten Wildtiere verläuft nicht immer reibungslos, denn die Biber gestalten wie kaum eine andere Art ihren Lebensraum: Was nicht passt, wird passend gemacht. Besonders ihre Fähigkeit Dämme zu bauen und damit Gewässer aufzustauen, führt zu Konflikten mit den menschlichen Nachbarn in Ufernähe. Ein neues Faltblatt, das der Fachbereich Umwelt der Region Hannover gemeinsam mit dem NABU Laatzen erarbeitet hat, gibt Hinweise, wie die Probleme von Mensch und Nagetier gelöst werden können. Die Broschüre „Biber – Baumeister für die Natur“ ist kostenlos im Bürgerbüro der Region Hannover erhältlich und kann über den unten stehenden Link heruntergeladen werden.

Die Biber wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Niedersachsen aufgrund zu starker Bejagung ausgerottet.  Ihr Pelz, ihr Fleisch und das sogenannte. „Bibergeil“, das in der Volksmedizin zum Einsatz kam, wurden ihnen zum Verhängnis. Heute haben sich die Populationen in Deutschland  dank des Schutzstatus Deutschland erholt und die Biber beginnen, in ihre angestammten Lebensräume an Fließ- und Stillgewässern zurückzukehren. Durch die typische Lebensweise der Tiere können Konflikte entstehen: Wenn Biber Ufergehölze fällen und Gewässer aufstauen. Durch die dabei entstehenden Überflutungen kann es beispielsweise zu Ernteausfällen kommen. Auch können die Grabaktivitäten Einbruchstellen an ufernahen Wegen hervorrufen. Das neue Merkblatt von Naturschutzbehörde und den ehrenamtlichen Biberberatern des NABU bietet hier Lösungen an. Manchmal reichen schon Schutzgitter oder Elektrozäune an Bäumen oder Gewässerausläufen, um den Konflikt beizulegen. Bei schon vorgenommenen Staumaßnahmen kann eine Drainage helfen.

„Der Biber gehört als Teil des Ökosystems in die niedersächsische Landschaft“, betont Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt, „Beratung und Öffentlichkeitsarbeit sind die Basis, um mit den Tieren leben zu können. Wenn man den Biber und seine Gewohnheiten kennt, ist es oft ohne großen Aufwand möglich, Schäden zu vermeiden oder zu reduzieren. Die beste Lösung besteht aber in der  Nutzungsentflechtung im Bereich der Auen, indem man größere Gewässerrandstreifen schafft: Die Biber nutzen nur die ersten 10 bis 20 Meter entlang eines Flusses oder Teichs.“