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kläranlage wunstorf

Ener­getische Optimierung

Klimaschutztour des Umweltdezernenten der Region Hannover in Wunstorf

Zwei Männer sitzen in einem dunklen Raum vor einem Laptop. © Region Hannover, M. Bartels

Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Priebs und Bürgermeister Rolf-Axel Eberhard (v. l.)

Hannover/Wunstorf – Die Umsetzung der kommunalen Klimaschutz-Aktionsprogramme und zukunftsweisender Klimaschutz-Projekte sind Themen der „Regionalen Klimaschutztour 2014“ des Umweltdezernenten der Region Hannover. Am Dienstag, 6. Mai, ließ sich Prof. Dr. Axel Priebs von Bürgermeister Rolf-Axel Eberhard in Wunstorf über den Planungsstand zur energetischen Optimierung der Kläranlage informieren. Bei dem Termin wurde außerdem der Bedarf an Park & Ride-Parkplätzen für den Bahnhof Wunstorf-Nord angesprochen.

Bürgermeister Eberhard wies darauf hin, dass zur Umsetzung von Leitprojekten aus dem 2013 verabschiedeten Klimaschutz-Aktionsprogramm ein Klimaschutzmanager oder eine Klimaschutzmanagerin eingestellt werden solle. Eine finanzielle Förderung für die Stelle wurde bereits beantragt. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik ist dagegen fast abgeschlossen. „Auch ein Erdwärme-Atlas, der gemeinsam mit Neustadt und den jeweiligen lokalen Stadtwerken in Auftrag gegeben wurde, wird demnächst vorgestellt“, berichtete Eberhard. Dann werde es für private Bauherren, Unternehmen, aber auch für kommunale Einrichtungen in beiden Städten leichter, zu erfahren, wo sich die klimafreundliche Nutzung von Geothermie als Energiequelle lohne. Bei dieser Gelegenheit dankte Eberhard noch einmal der Region für ihre finanzielle Unterstützung zur Erstellung des Geothermie-Atlas.

Ideen für klimaschonende Mobilität

Anschließend stellte Baudezernent Andreas Varnholt die Parkplatz-Situation am Bahnhof Wunstorf-Nord dar und verwies auf den dringenden Bedarf an Park & Ride-Parkplätzen. „Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr muss so attraktiv wie möglich sein, um möglichst viele Menschen zum Umsteigen bewegen zu können.

Das Parkplatzangebot auf der Nordseite des Bahnhofs ist zu schwach. Da die Stadt Wunstorf inzwischen ein passendes Grundstück bereitstellen kann, könnte die Region die P & R-Anlage entsprechend erweitern. Gleichzeitig sollen Ladestationen für Elektro-PKW mit eingeplant werden, um zu demonstrieren, wie eine klimaschonende Mobilität umgesetzt werden kann.

Außerdem steht in Wunstorf die energetische Optimierung der Kläranlage auf der Agenda. Martin Meinborn vom Fachbereich Tiefbau präsentierte das Vorhaben: „Weil der Strom für Klärwerke in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden ist, rechnen sich nun auch Investitionen in Effizienz, die bislang nicht rentabel waren.“. Im Idealfall seien zwei Konzepte zu verknüpfen: der Einsatz sparsamer Technik und die optimale Nutzung der Energie, die im Klärschlamm stecke. „Wenn beispielsweise das anfallende Klärgas für die Erzeugung von Wärme und Strom mittels Kraft-Wärme-Kopplung genutzt wird, erhöht sich die Rentabilität beachtlich“, berichtete der Experte.

Förderanträge stellen

Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Priebs lobte Wunstorf für die vorbildliche Zusammenarbeit mit der Nachbarkommune Neustadt a. Rbge., um die Potenziale bei der Nutzung von Geothermie zu erschließen. Die Region Hannover fördere die Erstellung eines Geothermie-Atlasses für beide Städte, und er persönlich halte die Geothermie für eine noch immer unterschätzte Energiequelle. Die innovativen Pläne zur energetischen Optimierung der Kläranlage begrüßte er ausdrücklich und hob deren Bedeutung für den Klimaschutz und die Energiewende in der gesamten Region hervor. Deshalb empfahl er auch, für das Projekt einen Förderantrag bei der Klimaschutzleitstelle der Region zu stellen. „Beispielhafte Vorhaben wie diese brauchen wir. Denn nur wenn Energieeffizienztechnologien konsequent genutzt werden und bei der Energieversorgung jetzt die richtigen Weichen gestellt werden, können wir die in unseren Klimaschutzprogrammen gesteckten Ziele erreichen“, so Priebs. Er verwies darauf, dass nicht nur Kommunen, sondern auch Einwohnerinnen und Einwohner der Region Hannover sowie Firmen, Vereine und Verbände Förderanträge für beispielhafte Projekte stellen können.

Auch Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, freute sich über die Planungen in Wunstorf und bot an, die Stadt gern auch weiterhin bei ihren Klimaschutzaktivitäten zu unterstützen. „Unsere neutralen Informations- und Beratungsangebote haben sich in den vergangenen zehn Jahren bestens bewährt und unser Know-how genießt das Vertrauen der Menschen in der Region“, erklärte Sahling. Das Spektrum der möglichen Zusammenarbeit mit der Stadt reiche vom Stromspar-Check über Solar- und Energieberatungen für Hausbesitzer bis hin zu Effizienzberatungen für Unternehmen.

Hintergrund:

Wie steht es um den Klimaschutz in den Kommunen der Region Hannover? Wie kann dieser weiter vorangebracht werden und wie kann die Region diesen Prozess fördern? Diese und andere Fragen diskutiert der Umweltdezernent der Region Hannover, Prof. Dr. Axel Priebs, regelmäßig vor Ort mit Bürgermeistern und Experten im Rahmen seiner Regionalen Klimaschutztour 2014.

20 Städte und Gemeinden in der Region haben bereits mit großer Unterstützung ihrer Einwohnerinnen und Einwohner Klimaschutzprogramme fertiggestellt. „Jetzt geht es darum, die Konzepte umzusetzen und die wichtigsten Projekte schnell zu verwirklichen. Dabei möchte die Region Hannover die Kommunen unterstützen“, erläuterte Prof. Priebs die Zielsetzung seiner Klimaschutztour. Eine Möglichkeit hierzu bietet die Richtlinie über die finanzielle Förderung regionalbedeutsamer Projekte und Vorhaben im Bereich Klimaschutz in der Region Hannover. Die Förderrichtlinie steht im Internet bereit unter www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Umwelt im Bereich „Klimaschutz & Energie“.

Die gemeinnützige Klimaschutzagentur Region Hannover organisiert die Klimaschutztour im Auftrag der Region Hannover.