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Ortsrand des Dorfes Wulfelade, auf den Dächern einiger Scheunen und Wohnhäuser sind Solaranlagen installiert. © Kirsch, Region Hannover

Wulfelade ist ein nördlicher Ortsteil von Neustadt am Rübenberge

unser dorf hat zukunft

Erste Preise gehen nach Neustadt

Dudensen, Hagen und Wulfelade gewinnen den Regionswettbewerb 2014 "Unser Dorf hat Zukunft".

Hannover/Neustadt/Springe – Der Regionswettbewerb 2014 "Unser Dorf hat Zukunft" ist entschieden: Die Bewertungskommission unter der Leitung des Ersten Regionsrats Prof. Dr. Axel Priebs hat nach einer dreitägigen Bereisung gleich drei Neustädter Ortschaften für besonders preiswürdig befunden. Nur eine Stelle hinter dem Komma trennt Sieger Dudensen vom Zweitplatzierten Hagen. Bronze geht an Wulfelade. Einen Sonderpreis erkannte die Jury Altenhagen I (Springe) zu. Auch die weiteren Teilnehmer gehen nicht leer aus. Elze, Otze, Dollbergen, Weetzen, Mesmerode, Resse, Nöpke und Borstel wird die "Teilnahme mit besonderem Erfolg" bescheinigt, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 500 Euro. Die offizielle Auszeichnung aller zwölf Ortschaften im Wettbewerb findet im Herbst statt.

„Ausschlaggebend für die Vergabe des ersten Platzes nach Dudensen war für die Jury, neben der exzellenten Präsentation durch ein engagiertes Team, vor allem die Tatsache, dass hier aus einem durchdachten Leitbild schrittweise lebendige Maßnahmen für die Dorfentwicklung umgesetzt werden“, begründete Prof. Priebs die Entscheidung der Jury. Auch in den Bewertungskategorien Ortsbild und Dorferneuerungsprogramm konnte Dudensen punkten. Besonderes Lob bekam die Ortschaft für den "Erhalt und Stärkung einer lebendigen Ortsmitte" – dem Oberthema des Regionswettbewerbs 2014. Vorbildlich für die Kommissionsmitglieder waren hier Projekte wie die multifunktionale Kirche oder der Mehrgenerationen-Spielplatz: „Der demografische Wandel wird in Dudensen ernst genommen!“

Hohe Anerkennung an die Dorfgemeinschaft

Wie Dudensen gehört Hagen zum Dorferneuerungsverbund Mühlenfelder Land. Die Jury attestierte dem Wettbewerbssieger 2011, noch einmal einen Entwicklungsschritt gemacht zu haben. Hohe Anerkennung fand die Leistung der Dorfgemeinschaft, alle wichtigen Funktionen des öffentlichen Lebens – Schule, Feuerwehr, KiTa,  Sportstätten - räumlich konzentriert zu haben. Mit der Integration des Kriegerdenkmals in die Dorfmitte, stelle Hagen überdies überzeugend unter Beweis, dass sich die Ortschaft nicht nur zukünftigen Herausforderungen sondern auch ihrer Vergangenheit stelle.

Ausschlaggebend für Vergabe auch des dritten Platzes nach Neustadt war für die Jury „die bemerkenswerte Entwicklung, die viele dörflich geprägten Ortschaften im Neustädter Land genommen haben. Wie in Hagen ist auch in Wulfelade die Dorfgemeinschaft weiter aktiv geblieben und kämpft um die Zukunft ihres dörflichen Lebens, und das heißt in erster Linie: die vorhandene Qualität erhalten und sie für die kommenden Generationen sichern.“ Dieses „Superteam“ habe sich gegenüber 2011 noch einmal verbessert, betonte die Jury. Es sei imposant zu sehen, wie Wulfelade Aufgaben der Kommune übernommen habe und dafür gezielt Kooperationen suche. Nicht nur am Bespiel des Dorfgemeinschaftshauses werde deutlich, wie „aktiv und engagiert in Wulfelade“ gearbeitet werde: „Die Dorfgemeinschaft lebt ihr Leitbild!“

Preisgelder

Dudensen erhält für den ersten Platz im Regionsentscheid eine Siegprämie in Höhe von 2.500 Euro, Hagen 2.000 Euro und Wulfelade 1.500 Euro. Der mit 1.000 Euro dotierte Sonderpreis geht nach Altenhagen I. Großes Lob gab es von der  Bewertungskommission hier vor allem für die Gründung der Genossenschaft „Dorf-Kultur-Erbe“, die in der Dorfmitte ein Ladengeschäft, Café und Gaststätte entwickeln und betreiben will: „Hier wird der Zukunftswille der Dorfgemeinschaft deutlich.“ Bemerkenswert sei auch die Rolle der örtlichen Kirchengemeinde: „In Altenhagen steht die Kirche wirklich im Dorf!“

„Es war wieder ganz schwer, die Plätze zu vergeben. Die Kandidaten lagen sehr eng zusammen“, kommentierte Regionsrat Prof. Priebs zusammenfassend die Jury-Entscheidung: „Alle zwölf Teilnehmer waren sehr gut vorbereitet und engagiert in der Präsentation. Mir hat besonders die Bereitschaft der Einwohnerinnen und Einwohner imponiert, sich für ihre Gemeinwesen einzusetzen. Die starken Bande im Zusammenleben zeigen, wie sehr sie sich mit ihren Orten identifizieren. Meine Gratulation gilt allen Orten im Wettbewerb.“

Unser Dorf hat Zukunft

Der Wettbewerb richtet sich an Ortschaften bis zu 3.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mit überwiegend dörflichem Charakter. Ein besonderer Schwerpunkt des Regionsentscheids 2014 liegt auf dem Thema „Erhalt und Stärkung einer lebendigen Ortsmitte“. Bewertet werden Planungskonzepte zur Dorfentwicklung und zur Stabilisierung gewachsener Strukturen, das kulturelle Leben, die bauliche Gestaltung sowie der Umweltschutz.

Die Zukunftsperspektiven in den Dörfern zu verbessern und die Lebensqualität in den ländlichen Räumen zu steigern ist Ziel von „Unser Dorf hat Zukunft“. Dazu gehören auch der Erhalt und die Entwicklung von Nahversorgungsmöglichkeiten, von dörflich angepassten Wirtschaftsstrukturen, Perspektiven für den Fremdenverkehr und die Versorgung durch erneuerbare Energien. Der Wettbewerb will dazu anregen Stärken, Schwächen und Chancen zu analysieren und daraus ein ganzheitliches Konzept für die Entwicklung der Ortschaften zu erarbeiten.

Beim letzten Regionswettbewerb 2011 hießen die Sieger Hagen und Wulfelade (beide Neustadt a. Rbge.). Hagen wurde im sich anschließenden 24. Landeswettbewerb für „Besondere Leistungen in den Wettbewerbskriterien“ ausgezeichnet.

Bundesentscheid 2016

Dörfer, die die Jury auf Regions- bzw. Kreis- und Landesebene überzeugen, haben die Chance, sich für den Bundesentscheid im Jahr 2016 zu qualifizieren. Mit dem Wettbewerb ehrt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz alle drei Jahre bürgerliches Engagement für eine lebenswerte Zukunft auf dem Land.

Geschichte des Wettbewerbs

Der erste Wettbewerb dieser Art fand 1961 auf Bundesebene statt und hatte zum Ziel, die Abwanderung der Dorfbevölkerung insbesondere aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft zu verhindern. Dorfverschönerung und die Grüngestaltung durch Blumenschmuck waren die Ansätze von damals.

Im Laufe der Jahre kristallisierte sich immer mehr heraus, dass die Attraktivität und Beständigkeit eines Dorfes nicht nur durch gestalterische Elemente beeinflusst werden. Die Wettbewerbskriterien verlagerten sich in Richtung Dorferneuerung und integrierte Dorfentwicklung, sie wurden um die Punkte der Nachhaltigkeit und der künftigen Zielstellungen auf dieser Ebene (Dorf-Agenda) ergänzt. 1997 wurden die Wettbewerbskriterien und der Name des Wettbewerbs geändert. Aus „Unser Dorf soll schöner werden“ wurde „Unser Dorf hat Zukunft“.