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Sieben Personen, davon ist eine weiblich, stehen auf einem Schulhof und halten ein großes Schild mit der Aufschrift "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". © Region Hannover

Präsentieren das Signet "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" (v. l.): die Schülervertreter Sinan Aydogan, Matthias Przywara und Emmanuel Kposowa, Schulpatin Aygul Özkan, die Schüler Ozan Kitzil und Marcel Lüttig, die die Bewerbung zur Schule ohne Rassismus initiiert haben, und Schulleiter Michael Sternberg.

Berufsbildende Schule 6

Gegen Ausgrenzung und Extremismus

Beispielhafte Aktivitäten für mehr Zivilcourage, Toleranz und Verantwortungsbewusstsein: Die BBS 6 ist "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage".

"Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" – diesen Titel trägt fortan die Berufsbildende Schule (BBS) 6 der Region Hannover. Mit einer Vielzahl von schulinternen Aktionen hat sich die BBS 6 seit Jahren für mehr Zivilcourage, Toleranz und Verantwortungsbewusstsein eingesetzt – und verpflichtet sich mit der Auszeichnung, sich auch künftig gegen Ausgrenzung und Extremismus zu engagieren.

Übergabe des Signets

Das Signet, das künftig an der Eingangstür der der BBS 6 hängt, wurde während des Sommerfests der Schule am Donnerstag (24.7.) vom Niedersächsischen Kultusministerium übergeben.

Bewerbung für den Titel

"Das gesellschaftliche Leben mit zu gestalten und für andere Menschen Verantwortung zu übernehmen, sind wesentliche Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie", sagte Schulleiter Michael Sternberg. "Besonders freue ich mich, dass der Impuls für die Schulbewerbung zum Titel ’Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’ aus der Schülerschaft selbst gekommen ist, was gerade für eine Berufsbildende Schule nicht selbstverständlich ist", so der Leiter der Schule am hannoverschen Goetheplatz.

Auszeichnung bedeutet Verpflichtung

Das an Schulen in ganz Europa verbreitete Signet erhalten Schulen nur unter der Voraussetzung, dass mindestens 70 Prozent aller Menschen, die an der Bildungseinrichtung lernen und lehren, mit ihrer Unterschrift bestätigen, sich für mehr Zivilgesellschaft, kulturelle Vielfalt und gegen Diskriminierung einzusetzen – im Schulalltag, mit Aktionstagen oder Projektwochen. Der Titel sei kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, betonte Schulleiter Michael Sternberg. "Vielmehr gehen wir damit eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft ein – wir übernehmen Verantwortung für das Klima an unserer Schule und unserem Umfeld."

Fußball-Projekt verlängert

Außerdem verlängert die Schule die Kooperation bei ihrem beispielgebenden und mehrfach ausgezeichneten Fußball-Integrationsprojekt mit der Leibniz Universität Hannover, Hannover 96 sowie dem Niedersächsischen Fußballverband. Im Rande des Sommerfests wurde die Vereinbarung von Schulleiter Michael Sternberg, vom Präsidenten des Niedersächsischen Fußballverbandes, Karl Rothmund, von Prof. Dr. Günther Ratschinski vom Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der Leibniz Universität Hannover sowie von Gerrit Krüger von Hannover 96 unterzeichnet.

Ziele des Fußball-Projekts

Bei dem Fußball-Projekt werden männliche Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund pädagogisch begleitet, um die berufliche Integration zu erleichtern. Ziele sind unter anderem, über den Fußball das oft belastete Verhältnis zu Schule und Unterricht zu überwinden, das Selbstbewusstsein durch Sport zu stärken und die soziale Kompetenz durch Freizeit-, Kultur- und Bildungsangebote zu fördern. Dazu fahren bspw. die 15- bis 17-jährigen Teilnehmer mit Studentinnen und Studenten zum Kicken und Lernen oder ins Trainingslager. Sie organisieren und leiten Fußballturniere für Kinder und Jugendliche und können die DFB-Fachlizenz "Junior Coach" erwerben.

Konzept des Projekts

"Über den Fußball sollen Schüler mit Lernschwächen gezielt gefördert und Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt werden", so Michael Sternberg. „Das didaktische Konzept des Projekts setzt an den Motiven und Stärken der Jugendlichen an und verbindet diese mit der Förderung in den Fächern Deutsch und Mathematik. Gleichzeitig sorgt die Einbindung von Lehramtsstudierenden für frühzeitige Praxiserfahrungen bereits in der sogenannten ersten Phase der Lehrerausbildung."

Sechs Auszeichnungen

Initiiert wurde das Fußball-Projekt 2005 vom Institut für Sportwissenschaft zusammen mit der BBS 6. Bereits sechs Mal ist die vorbildliche Kooperation gegen Jugendarbeitslosigkeit ausgezeichnet worden: 2010 mit dem DFB-Integrationspreis, 2011 mit dem Integrationspreis der Stadt Hannover, 2012 mit dem Deichmann Förderpreis für Integration, 2013 mit dem Gewinn der Hochschulperle des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft und dem Gewinn des Ideenwettbewerbs zum Fonds "Miteinander-Gemeinsam für Integration" der Region Hannover. Außerdem erreichte das Projekt beim bundesweiten Bildungswettbewerb "Hidden Movers Award 2013" der Deloitte-Stiftung des 2. Platz.

Schüler mit Migrationshintergrund

An der BBS 6 werden zurzeit rund 1.450 junge Menschen aus 43 Nationen unterrichtet. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund beträgt in der Berufseinstiegsschule rund 75 Prozent, in der Berufsschule rund 50 Prozent.

Aktionen der BBS 6 im Überblick

Beispielhafte Aktivitäten gegen Extremismus und für mehr Verantwortung der letzten Jahre der BBS 6:

  • DKMS-Typisierungsaktion an der BBS 6.
  • Berufsschüler des ersten Ausbildungsjahres wünschen sich die Teilnahme der BBS 6 an der Initiative "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage".
  • Teilnahme am Planspiel „Zukunftsdialog 2012“ der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin.
  • Koch-Event für Gäste aus der EU im Rahmen des EU-Programms StudyVisit.
  • BBS 6-Forum: "Das Braune Erbe der DDR" mit der ehemaligen DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier. In Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Konrad-Adenauer-Stiftung.
  • Teilnahme an dem Planspiel "Demokratie und Extremismus" des Niedersächsischen Verfassungsschutzes.
  • Schülerfest "Fest der Nationen2012 und 2013" – Schülerinnen und Schüler der BBS 6 präsentieren an Infoständen verschiedene Herkunftsnationen, Kultur und Kulinarisches aus verschiedenen Ländern.
  • Verschiedene Multiplikatorenworkshops zum Thema "Einbeziehung von Eltern mit Migrationshintergrund im Bereich Berufsbildende Schule und berufliche Bildung" in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration.
  • BBS 6 im Schülerparlament – an drei Tagen diskutierten Schülerinnen und Schüler der BBS 6 im Neuen Rathaus in Hannover mit anderen Jugendlichen und Wissenschaftlern im Schülerparlament über Zukunftsthemen.
  • Bildungsinitiative – Das andere Leben: Der Botschafter der Bildungsinitiative "Das andere Leben", Jakob Odinius, stellte am Beispiel eines Einzelschicksals die Auswirkungen des mörderischen Nazisystems dar.
  • Regelmäßige Teilnahme von jeweils rund 30 Klassen mit 600 Schülerinnen und Schülern an der simulierten Bundes-, Landtags- oder Europawahl – der sogenannten "Juniorwahl".
  • Präventionsworkshops gegen (Links-)Extremismus der Initiative Demokratie Stärken. Interaktiver Schülerworkshop in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft e.V.
  • Regelmäßige "Woche gegen Rassismus". Dabei werden jeweils rund 50 Workshops für alle Klassen angeboten. Beispiele der zurückliegende Aktionswoche: Das Landesamt für Verfassungsschutz informiert über "Werbemethoden der Rechten", "Rechtsextremistische Bekleidungsmarken" standen im Mittelpunkt eines Workshops der Stelle für Demokratieförderung gegen Extremismus bei der Stadt Hannover. Die Polizei arbeitete in den Klassen zum Thema "Gewalt/Zivilcourage", zusätzlich beteiligten sich die Konrad-Adenauer Stiftung, die Organisation "Show Racism the Red Card" aus Berlin, die AWO und der DGB. In der Pausenhalle der BBS 6 war außerdem die Ausstellung "Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung zu sehen.
  • Lehrkräftefortbildungen zu aktuellen Entwicklungen innerhalb des Rechtsextremismus werden regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Verein „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ oder dem Niedersächsischen Verfassungsschutz angeboten.
  • Aufstellung mehrsprachiger Begrüßungstafeln in der Pausenhalle.
  • Teilnahme am Pilotprojekt "Deutsches Sprachdiplom I".
  • 20 Jahre Auschwitzbegegnungsprojektes "Junge Wege für ein friedliches Europa". Sozial- und bildungsbenachteiligte junge Menschen in der Berufsvorbereitung der BBS 6 und junge Menschen in der Berufsausbildung aus Oświęcim gestalten beispielhaft im Rahmen des Versöhnungsprozesses zwischen Deutschland und Polen durch gemeinsames handwerkliches Arbeiten und Zusammenleben Wege zu demokratischem Handeln und einem friedlichen Miteinander in Deutschland, Polen und Europa.