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Benachteiligte Jugendliche

Hausbesuch: PACE wird mobil

PACE mobil verbessert die Situation benachteiligter junger Menschen, nun wird das Regionsprojekt wegen des großen Erfolges erweitert.

Familiäre Schwierigkeiten, Verschuldung, kein Schulabschluss, Obdachlosigkeit: nur einige Gründe, warum manche Jugendliche beim Sprung in die Arbeitswelt scheitern. Mit intensiver Begleitung stabilisiert das Regionsprojekt Pro-Aktiv-Center (PACE) benachteiligte junge Menschen und bereitet sie auf eine Ausbildung vor. Seit Mai 2013 bietet das Projekt auch mobile Beratung an: In Kleinbussen fahren zwei Sozialarbeiterteams zu Jugendlichen, die vom Jobcenter nicht mehr erreicht werden. Aufgrund des Erfolgs wird PACE mobil nun erweitert.

Jugendliche akzeptieren diese Form der Sozialarbeit

"Die ersten Erfahrung zeigen, dass PACE mobil die Situation benachteiligter Jugendlicher deutlich verbessern und ihnen lange verschlossene Türen zu Bildung und Qualifizierung wieder öffnen kann", sagte Sozial- und Jugenddezernent Erwin Jordan von der Region Hannover am Donnerstag, 23. Januar 2014, in Hannover. "Indizien für den Erfolg des Projekts sind für uns nicht nur die reinen Vermittlungsquoten, sondern auch die Akzeptanz der aufsuchenden Sozialarbeit bei den Jugendlichen und ihre Mitarbeit. Da es für PACE mobil eine lange Warteliste gibt, wollen wir die Teams von zwei auf vier verdoppeln."

PACE mobil

richtet sich an junge Menschen bis 27 Jahre, die Bildungs- und Unterstützungsangebote nicht annehmen können oder wollen und auf Einladungen des Jobcenters Region Hannover nicht mehr reagieren. Sie sind somit vom gesellschaftlichen Leben abgeschnitten. Vorrangige Aufgabe der Sozialarbeiterteams ist es, die Jugendlichen aus der Isolation herauszuholen und an bestehende Sozialsysteme anzuschließen. Dabei helfen sie, persönliche Verhältnisse zu klären, vermitteln Beratungen im Jobcenter oder bei anderen Hilfeeinrichtungen und begleiten bei Behördengängen. Anders als bei der Arbeit der 13 festen PACE-Beratungsstellen in der Region geht es weniger um den direkten Übergang in eine Berufsqualifikation als vielmehr um die Befähigung, sich um sich selbst zu kümmern und Unterstützung anzunehmen. Für die aufsuchende Arbeit von PACE mobil werden die Jugendlichen vom Jobcenter Region Hannover vermittelt.

Anzahl der Plätze wird verdoppelt

Derzeit können 32 Jugendliche von PACE mobil gleichzeitig betreut werden – mehr als doppelt so viele stehen auf der Warteliste des Jobcenters. Von April 2013 bis Ende des Jahres wurden insgesamt 78 junge Menschen mobil betreut, davon 63 Männer und 15 Frauen. Die Hälfte von ihnen hatte keinen Schulabschluss und war älter als 21 Jahre. Mehr als 40 Prozent konnten die Sozialarbeiterteams weiterhelfen – durch Weitervermittlung an Beratungsstellen, an das Jobcenter, durch eine neue Wohnung oder Klärung von finanziellen Angelegenheiten. Mit zwei neuen Fahrzeugen und zwei weiteren Teams wird nun ab März 2014 die Anzahl der Plätze in der aufsuchenden Sozialarbeit verdoppelt.

Hilfe statt Sanktionen

"Anstelle von Sanktionen setzen wir durch das Konzept von PACE mobil auf sozialpädagogische Hilfe und aufsuchende Arbeit. Es hat sich gezeigt, dass dieser Weg richtig und erfolgreicher ist, um diese ’exklusiven’ Jugendlichen wieder zurückzuholen und zur Zusammenarbeit mit den Beratungskräften des Jobcenters zu motivieren. Das gelingt uns durch PACE mobil, weil sich diese Jugendlichen im ersten Schritt viel eher auf die Hilfen der Sozialarbeiter einlassen", begründet Dietmar Langer als Mitglied der Geschäftsführung des Jobcenters Region Hannover den neuen Beratungsansatz.

PACE: Landesprogramm, umgesetzt von der Region Hannover

Insgesamt rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten in 13 Anlaufstellen benachteiligte junge Menschen von 14 bis 27 Jahren. Nahezu jeder von ihnen kann durch die intensive und individuelle Betreuung in eine Ausbildung, in ein Praktikum, in eine berufsbezogene Weiterbildung oder auch in den Zivildienst vermittelt werden. Dazu kooperiert PACE mit zahlreichen lokalen Institutionen und Einrichtungen. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen wird derzeit weiter intensiviert werden.

Finanzierung

Die gesamten Kosten für PACE betragen jährlich rund zwei Millionen Euro, die zu 50 Prozent vom Land Niedersachsen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds, zu 30 Prozent von der Region Hannover und zu 20 Prozent vom Jobcenter Region Hannover durch die Förderung von besonderen Projekten wie PACE mobil getragen werden. Zur Durchführung von PACE sind sechs verschiedene Träger beauftragt: die Landeshauptstadt Hannover, das Kinder- und Jugendheim Waldhof der Region Hannover, die Pro Beruf GmbH, die Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen Mitte gGmbH, die Leine-VHS und die Fabrik Langenhagen. Die Projektkoordination liegt bei der Region Hannover.