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Windenergie

Keine neuen Windräder am Vörier Berg

Zwischen den Ortschaften Holtensen und Lüdersen wird es keine neuen Windräder geben, da der Standort nicht zukunftsfähig ist.

Vier Windräder in der Landschaft. © Europäische Union

Windräder

Auf dem Vörier Berg in der Gemeinde Wennigsen zwischen den Ortschaften Holtensen und Lüdersen werden keine neuen Windenergieanlagen errichtet. Das haben die Region Hannover und die Energieunternehmen REW und Avacon Natur am Dienstag, 12. August 2014, mitgeteilt. Zwei der drei dort noch bestehenden Anlagen werden voraussichtlich im September 2014 zurückgebaut. Bei ihrer Errichtung Mitte der 1980er Jahre gehörten die Vörier Windräder im damaligen Landkreis Hannover zu den ersten kommerziell betriebenen Anlagen im niedersächsischen Binnenland.

Die Betreiber der Anlagen waren mit dem Vorhaben an die Region Hannover heran getreten, die Windenergieanlagen auf dem Vörier Berg durch höhere Anlagen mit einer größeren Leistung zu ersetzen (sogenanntes „Repowering“). Im November 2013 hatte die Firma REW Regenerative Energie Werke GmbH Süd hierzu eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung bei der Region Hannover beantragt.

Der Vörier Berg liegt im Landschaftsschutzgebiet Landwehr-Süllberg (LSG H-22). Für die Errichtung der Anlagen vor rund 30 Jahren waren deshalb Ausnahmegenehmigungen notwendig, die für zwei Windräder nicht wieder erteilt beziehungsweise verlängert werden konnten. Da außerdem die nötigen Abstände höherer Anlagen zu den Ortschaften Holtensen und Lüdersen nicht eingehalten werden könnten, kann der Standort nicht mehr als Vorranggebiet für die Windenergie in das neue Regionale Raumordnungsprogramm (RROP 2015) der Region Hannover aufgenommen werden, das derzeit erarbeitet wird: "Die Region Hannover betrachtet den Standort als nicht zukunftsfähig", sagte der Erste Regionsrat Prof. Dr. Axel Priebs, zuständiger Dezernent für die Bereiche Umwelt, Planung und Bauen.

Nach dem Antrag auf Repowering hatte es in den vergangenen Monaten Gespräche zwischen der Region Hannover und den Unternehmen REW und Avacon Natur GmbH gegeben. Die Betreiber der drei Windenergieanlagen erklärten, dass die Bedenken gegen eine Ausweitung der Windenergiegewinnung am Standort plausibel seien: "Natürlich bedauern wir die Entscheidung, können sie aber nachvollziehen und werden uns an anderen Stellen um Alternativen bemühen", so Volkmar Behr, Geschäftsführer der Avacon Natur GmbH. Beide Seiten lobten die konstruktiven Gespräche: "Eine einvernehmliche Lösung war uns wichtig. Planungsbehörde und Betreiber haben das Ziel, die Windenergie maßvoll und mit größtmöglicher Akzeptanz auszubauen", betonte Priebs.

Der Bürgermeister der Gemeinde Wennigsen, Christoph Meineke, erklärte zu der Entscheidung: „Im kommunalen Klimaschutzaktionsprogramm sind die Anlagen noch für ein Repowering vorgesehen. Dies ist seitens der Gemeinde geprüft und öffentlich mit Bürgern diskutiert worden. Insbesondere die geringen Abstände zu den Ortschaften Holtensen und Linderte haben jedoch zu zahlreichen Eingaben bei Ortsrat, Rat und Verwaltung geführt. Da die Planungshoheit bei der Region Hannover liegt, ist nun eine klare Entscheidung getroffen. Wennigsen wird das Klimaschutz-Aktionsprogramm entsprechend anpassen“.

Die Region Hannover erarbeitet derzeit ein neues Regionales Raumordnungsprogramm (RROP 2015). In diesem Rahmen werden auch Vorranggebiete für die Windenergiegewinnung ausgewiesen. Derzeit sind auf 0,8 Prozent (18,2 Quadratkilometer) der Fläche der Region Hannover 31 solcher Gebiete ausgewiesen. Mit dem nächsten RROP soll der Anteil auf 1,2 Prozent (27,4 Quadratkilometer) erhöht werden: "Angesichts der Herausforderung der Energiewende werden wir die Windenergie auch in der Region Hannover weiter ausbauen müssen. Wie in der Vergangenheit werden wir dabei mit Augenmaß vorgehen, der Abstand zur Wohnbebauung muss ebenso Beachtung finden wie der Natur- und Artenschutz" so Prof. Dr. Priebs, der das  Repowering grundsätzlich unterstützt, wo es nach den aktuellen Anforderungen anderer Belange möglich ist: "Die Anlagen der 1990er Jahre sind reif für das Repowering, damit die bestehenden Standorte besser ausgenutzt werden können.“