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Otternhagener Moor

Moorerlebnispfad soll ermöglicht werden

Verfahren eingeleitet: Die Verordnung für das Naturschutzgebiet Otternhagener Moor wird geändert.

Pflanze mit Klebedrüsen besetzten Blätter. © Region Hannover

Sonnentau mit Blüte

Den betroffenen Trägern öffentlicher Belange, der Stadt Neustadt am Rübenberge, der Gemeinde Wedemark und den anerkannten Naturschutzvereinigungen wurden die Entwurfsunterlagen zur Stellungnahme und öffentlichen Auslegung übersandt.  

Gründe für die Änderung

"Wir beabsichtigen die Schutzgebietsverordnung vor allem aus zwei Gründen zu ändern: Zum einen war eine Anpassung der bestehenden Verordnung an die Vorgaben der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union erforderlich. Zum anderen möchte die Region Hannover die Einrichtung eines Erlebnispfades im Otternhagener Moor ermöglichen", erläutert Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover. Darüber hinaus werden Anpassungen an die aktuelle Gesetzeslage vorgenommen.

Von den Änderungen unberührt

"Unverändert bleibt die Abgrenzung des Naturschutzgebiets", stellt Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region klar: "Es gilt die im Rahmen des LIFE+ Projektes ‚Hannoversche Moorgeest‘ gemachte Zusicherung, dass es weder die Absicht noch die Notwendigkeit gibt, die Grenzen der Naturschutzgebiete zu erweitern." Zusätzlich wurde darauf verzichtet, Änderungen an den Verbotstatbeständen vorzunehmen.

Moorinformationszentrum und Moorerlebnispfad

In Verbindung mit dem Moorinformationszentrum ‚MoorIZ‘ in Resse bietet sich die Anlage eines Moorerlebnispfades in unmittelbarer Nachbarschaft an. So können sich die Besucherinnen und Besucher der Dauerausstellung zunächst über die Entstehungsgeschichte, die Fauna und Flora der Hochmoore rund um Resse informieren, um dann selbst auf Exkursion in die Natur zu gehen. Um dieses ohne erhebliche Störungen des Schutzgebietes zu ermöglichen, wurde bereits 2012 ein Gutachten im Auftrag der Region Hannover erstellt. Für einen aus naturschutzfachlicher Sicht unbedenklich eingestuften Bereich des Otternhagener Moores wurde daraufhin eine Genehmigung für geführte Moorwanderungen erteilt.

Umsetzung weiterer Maßnahmen

Jetzt soll der Weg für die Öffentlichkeit freigegeben werden, und es sollen weitere Maßnahmen auf Grundlage des Gutachtens umgesetzt werden. Dies beinhaltet unter anderem die Kennzeichnung der Wege, die Aufstellung von Informationstafeln und Aussichtsplattformen, die Einrichtung weiterer Umwelt-Bildungsangebote und Maßnahmen zur Biotop-Gestaltung.

Öffentliche Auslegung

Ort und Dauer der Auslegung der Entwurfsunterlagen werden mindestens eine Woche vorher bekannt gemacht. Während der Auslegungszeit können Bürgerinnen und Bürger bei der Stadt Neustadt, der Gemeinde Wedemark oder bei der Region Hannover, Fachbereich Umwelt, Anregungen und Bedenken vorbringen. Während der jeweiligen Auslegung können die Entwurfsunterlagen auch unter www.hannover.de eingesehen werden.

Flora und Fauna im Otternhagener Moor

Das Naturschutzgebiet Otternhagener Moor gehört zum Naturraum der Hannoverschen Moorgeest und weist eine typische Abfolge verschiedener Lebensräume der Hochmoore auf. Es gibt aufgelassene, sich regenerierende bäuerliche Handtorfstiche, unzerstochenes, gehölzarmes Hochmoor im Zentralbereich sowie eine Hochmoorrandzone mit kleinräumigem Wechsel von Moorbirken-Kiefernwald, Brachflächen und Gebüschen sowie Feuchtgrünland.
Das Gebiet dient als Lebensstätte für schutzbedürftige und zum Teil stark bedrohte Arten und Lebensgemeinschaften der moortypischen Tier- und Pflanzenwelt. So existiert eine vielfältige Zwergstrauchvegetation aus Glockenheide, Rosmarinheide, Krähenbeere oder Moorheidelbeere. Darüber hinaus prägen Torfmoose den Lebensraum Hochmoor. Weitere typische Pflanzenarten sind Wollgräser, Schnabelried, Pfeifengras und Sonnentau. Die Mehrzahl der Arten befindet sich auf der Roten Liste der gefährdeten Gefäßpflanzen.

Vielfältige Tierwelt

Auch die Tierwelt ist sehr vielfältig. Im Otternhagener Moor wurden sieben Fledermausarten, 78 Brutvogelarten, 15 Gastvogelarten, fünf Reptilienarten, vier Amphibienarten, 31 Libellenarten, 28 Tagfalterarten, über 200 Nachtfalterarten, 46 Laufkäferarten, 20 Ameisenarten und 67 Spinnenarten nachgewiesen.