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Ein Mann steht an einer Tafel, auf der Texte und Bilder über den Handtorfstich im Moor informieren. Der rechte Zeigefinger des Mannes fährt über die Tafel, er blickt dabei in die Kamera. © Frank Oheim, Region Hannover

Marcel Hollenbach und die Infotafel zum Handtorfstich

LIFE+ | Hannoversche Moorgeest

Neue Infotafeln im Moor

Mehr wissen übers Moor: 40 neue Infotafeln vermitteln im Bissendorfer und Otternhagener Moor am Wegesrand Wissenswertes über Flora, Fauna und Geschichte.

Wer mehr erfahren möchte über "Grüne Überlebenskünstler", "Vögel des Glücks" oder warum der Moorfrosch "Nicht immer blau" ist, kann seinen Horizont jetzt im Bissendorfer Moor weiten. Unter diesen plakativen Überschriften finden Besucherinnen und Besucher dort und auch im benachbarten Otternhagener Moor auf insgesamt 40 Tafeln Informationen über die Flora und Fauna, Historie und Zukunft der "Hannoverschen Moorgeest" vor. Die Wissensvermittlung am Wegesrand erfolgt im Rahmen des durch die Europäische Union geförderten LIFE+ Projektes "Hannoversche Moorgeest". 

Infotafeln zu 12 Themen

"Nur was man kennt, kann man auch schützen", erklärt Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover, die Info-Initiative: "Natur muss erlebt werden können; die Thementafeln geben Hinweise darauf, welche natürlichen Schätze direkt vor unserer Tür liegen." Die wetterfesten Informationstafeln zu insgesamt zwölf verschiedenen Themen stehen im Randbereich ausgewiesener Wege; im Bissendorfer Moor findet man sie nahe des Aussichtsturms. "Wir wollen die Öffentlichkeit über die  Zusammenhänge zwischen Mooren und ihrer Umwelt sowie die hier heimische Tier- und Pflanzenwelt informieren. Die Renaturierung unserer Moore ist dabei von europäischer Bedeutung", betont Marcel Hollenbach vom Fachbereich Umwelt: "Neben dem Naturschutz erläutern wir auch, wie das Moor unser Klima schützt". Weitere Tafeln gehen auf die Entstehung der Moore, den historischen bäuerlichen Torfabbau und die tierischen Bewohner wie Kranich, Moorfrosch oder Libellen ein.

Bitte beachten

Auch wenn Moore bei weitem nicht mehr so unheimlich sind wie einst, sollten Erholungssuchende die ausgewiesenen Wege nicht verlassen. "Nur geübte und geschulte Blicke können anhand der Pflanzen erkennen, ob der Untergrund begehbar ist oder nicht", warnt Fachmann Hollenbach.

 

Hintergrund: Hochmoorschutz in der "Hannoverschen Moorgeest"

Niedersachsen hat innerhalb Deutschlands den größten Flächenanteil an Hochmooren. Sie haben jedoch fast alle durch Entwässerung, Abtorfung und Kultivierung ihren ursprünglichen Charakter verloren. Das Bissendorfer, Helstorfer, Otternhagener und Schwarze Moor in der Hannoverschen Moorgeest gehören zu den wenigen weitestgehend erhaltenen naturnahen Hochmooren Niedersachsens. Aufgrund ihrer starken Gefährdung und der großen ökologischen Bedeutung stehen sie unter dem Schutz der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und sind Bestandteile des europäischen Netzwerkes "Natura 2000": Sie haben das Potenzial, sich wieder zu lebenden Hochmooren mit wachsenden Torfmoosen zu entwickeln.

LIFE+ Projekt seit 2012

Mit dem im Juni 2012 genehmigten LIFE+ Projekt stellt sich das Land Niedersachsen dieser Aufgabe mit finanzieller Hilfe der Europäischen Union (EU). Mit einem Gesamtvolumen von 11,4 Mio. Euro ist das Projekt "Hannoversche Moorgeest" das bislang zweitgrößte Naturschutz-Projekt aus dem LIFE+ Programm der EU in Deutschland. 75 Prozent der Projektkosten trägt die EU, 20 Prozent das Land Niedersachsen und fünf Prozent übernimmt die Region Hannover als Projektpartner.

Das Projektgebiet umfasst 2.243 Hektar. Bis 2023 soll vor allem der gestörte Wasserhaushalt wieder regeneriert werden. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) betreibt das Projektmanagement und setzt die Maßnahmen im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz um.