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Dienstvereinbarung

Offensiv gegen häusliche Gewalt

Wer Übergriffen ausgesetzt ist, erhält Hilfe und Schutz: Region schließt Dienstvereinbarung zum Umgang mit Häuslicher Gewalt.

"Ich bin die Treppe heruntergefallen", "Ich habe mich am Schrank gestoßen", "Ich kann nicht mitkommen, ich habe zu wenig Schlaf bekommen": Opfer häuslicher Gewalt greifen oft zu solchen und ähnlichen Erklärungen, wenn sie sichtbare Verletzungen tragen oder sich innerlich und äußerlich zurückziehen. Sie schämen sich ihrer Situation.

Gegen häusliche Gewalt

Die Region Hannover geht dieses Thema jetzt offensiv an – mit Blick auf die eigene Mitarbeiterschaft. "Statistiken belegen, dass jede vierte Frau in Deutschland in ihrem Leben zumindest einmal häusliche Gewalt erlebt", sagt Petra Mundt, Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover. "Vor diesem Hintergrund müssen wir davon ausgehen, dass die Regionsverwaltung mit ihren rund 2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ebenfalls Frauen, vielleicht auch Männer beschäftigt, die schon mal Opfer waren oder sich regelmäßig Übergriffen ausgesetzt sehen." Mundt begrüßt deshalb das Engagement der Region für Betroffene.

Blick auf die Belegschaft

Eine Dienstvereinbarung regelt jetzt den Umgang mit dem Thema innerhalb der Regionsverwaltung. "Unser erstes Anliegen ist, Beschäftigte und Führungskräfte überhaupt für das Thema zu sensibilisieren", sagt Nicolé Heidorn, Leiterin des Service Personal und Organsiation. "Häusliche Gewalt ist ein Problem mitten in unserer Gesellschaft, aber wir gucken allzu oft darüber hinweg." Die Regionsverwaltung will als Arbeitgeberin Betroffenen Schutz und die Möglichkeit, das Problem anzusprechen, gewähren.

Der Arbeitsplatz als geschützer Raum

"Es gibt ganz konkrete Maßnahmen, die wir angehen können", berichtet Merle Meier, betriebliche Sozialberaterin und erste Ansprechpartnerin in der Verwaltung für Opfer oder Kolleginnen und Kollegen, die einen Verdacht hegen. "Wir können zum Beispiel die Telefonnummer ändern, ein anderes Büro anbieten und eine Auskunftssperre verhängen, damit Betroffene nicht an ihrem Arbeitsplatz belästigt werden. Es gibt die Möglichkeit, Hausverbote zu erteilen oder flexible Arbeitszeiten zu vereinbaren." Das alles könne dazu beitragen, den Arbeitsplatz als geschützten Raum zu nutzen.

Wege aus der Krise

"Die Dienstvereinbarung hat das Ziel, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ermutigen und zu befähigen, Wege aus der Krise zu entwickeln", sagt Regionspräsident Hauke Jagau, der die Vereinbarung gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Gesamtpersonalrats, Christian Gawlik, unterzeichnet hat.

Interesse an der Gesundheit

"Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit, die körperliche und seelische Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt uns als Personalrat ebenso am Herzen wie der Region als Arbeitgeberin", sagt Gawlik.