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Gruppebild draußen vor einem Haus mit 27 Kindern und zwölf Erwachsenen. © Region Hannover

Zertifizierung des Kinder- und Jugendhauses in Neustadt zur "Kompetenz-Kita Sprache". Dazu übergab Regionsdezernent Erwin Jordan (hinten Mitte) Kitaleiterin Ilona Jäger (sitzend, mit Brille) ein Schild und eine Urkunde. Mit dabei (hinten von rechts): Antje Fröhlich, stellvertretende Fachdienstleitung Kinder und Jugend der Stadt Neustadt, Christoph Richert, stellvertretender Dezernatsleiter I der Stadt Neustadt, Sprach-Fachberaterin Christiane Allner von der Region Hannover und Dieter Luczak, Leiter des Teams Fachdienste für Jugendhilfe der Region Hannover.

Evaluationsergebnisse

Sprachförderung in Kitas

Förderung wirkt: Evaluation bescheinigt positive Effekte der Sprachförderprogramme der Region Hannover.

Durch besseres Sprachverständnis und Sprachvermögen besser am Leben und Lernen teilnehmen – das sind Ziele der vier unterschiedlichen Sprachförderangebote der Region Hannover für Kinder vor der Schule.

Die Region Hannover unterstützt

Mit 860.000 Euro jährlich – davon 310.000 Euro vom Land – unterstützt die Region in Kindertagesstätten Kinder beim Spracherwerb und damit beim Verstehen.

Evaluation der Förderung

Die Förderung wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Erste Zwischenergebnisse wurden am Dienstag (25.11.) im Jugendhilfeausschuss der Regionsversammlung vorgestellt.

Erfreuliche Evaluationsergebnisse

"Die Evaluationsergebnisse sind erfreulich und bestätigen, dass wir mit unseren Ansätzen, pädagogische Fachkräfte fortzubilden und Kinder in Kleingruppen individuell zu fördern, auf dem richtigen Weg sind", sagte Alisa Bach, Leiterin des Fachbereichs Jugend der Region Hannover.

Hinweise zur Verbesserung

"Gleichzeitig haben wir Hinweise erhalten, in welchen Bereichen wir unsere Angebote noch verbessern können, damit wir die Sprachförderung für Kinder aus oft sozial benachteiligten Familien noch effizienter gestalten können."

Vier Säulen  der Sprachförderung

Die Sprachförderung der Region Hannover richtet sich an Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte und besteht aus vier Säulen: dem Fortbildungslehrgang "Wortschatz-Region Hannover", der individuellen Sprachförderung in Kleingruppen, der Förderung von sprachbildenden naturwissenschaftlichen und künstlerischen Projekten in Kitas sowie dem so genannten "Rucksackprojekt", das Eltern und Kinder mit Migrationshintergrund dabei unterstützt, die Kompetenz in ihrer Herkunftssprache zu verbessern, um somit leichter Deutsch als Zweitsprache zu erlernen.

Wissenschaftliche Auswertung

Wissenschaftlich ausgewertet wurde die Qualifizierung "Wortschatz-Region Hannover" vom Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover und die Kleingruppenförderung von der Beratergruppe Qubic aus Hannover.

Evaluation "Wortschatz"-Programm 

Im Zuge der Evaluation des Programms "Wortschatz" wurden stichprobenartig Fragebögen zu Inhalten und Methoden der Fortbildung sowie videogestützte Analysen des Umgangs der Erzieherinnen und Erzieher im Umgang mit den Kindern vor und nach der Fortbildung ausgewertet.

Das Ergebnis

"Insgesamt kann die Qualifizierungsmaßnahme "Wortschatz" als effektiv und somit erfolgreich eingestuft werden", schreiben die Autoren in ihrer Zusammenfassung. "Einerseits aufgrund der hohen und sogar noch gesteigerten Teilnehmerzufriedenheit, andererseits aufgrund der nachgewiesenen Kompetenzsteigerung der pädagogischen Fachkräfte in Bezug auf die alltagsintegrierte Sprachbildung und Sprachförderung."

Infos zum "Wortschatz"-Lehrgang

Seit Sommer 2012 haben knapp 300 Fachkräfte aus 32 Einrichtungen den „Wortschatz“-Lehrgang erfolgreich abgeschlossen. Weitere 17 Kitas mit 149 Erzieherinnen und Erzieher nehmen derzeit an der Qualifizierung teil. Die Fortbildung dauert ein Jahr und umfasst 95 Stunden – einen Großteil davon bieten die Fachberaterinnen der Region in den Kitas vor Ort an. Mit dem Programm werden Erzieherinnen und Erzieher dazu befähigt, im Kita-Alltag eigenständig die Sprachentwicklung der Kinder zu verbessern und unter anderem deren grammatikalische Fähigkeiten zu erweitern.

Finanzierung

Die Region Hannover fördert die Qualifizierung mit 250.000 Euro, weitere 310.000 Euro kommen vom Land. Entwickelt wurde "Wortschatz" vom Fachbereich Jugend der Region in Kooperation mit dem Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover.

Individuelle Förderung von Kindern in Kleingruppen 

Auch der individuellen Förderung von Kindern in Kleingruppen, die die Region Hannover mit 255.000 Euro jährlich finanziert, bescheinigen die Evaluatoren positive Effekte auf die Sprachentwicklung – wobei Kinder mit Migrationshintergrund stärker von der Arbeit in den Kitas profitieren als deutschsprachige Kinder. Das Angebot richtet sich an drei- bis fünfjährige Kinder mit einer verzögerten oder nicht ausreichenden Sprachentwicklung. Gefördert werden mehrsprachige Kinder mit Migrationshintergrund oder deutschsprachige Kinder aus oft benachteiligten sozialen Lagen.

Auffällig

Unter den Kindern aus benachteiligten Lagen ist der Anteil von Kindern mit erheblichen Problemen beim Spracherwerb viel größer als bei Kindern mit Migrationshintergrund, heißt es in der Zusammenfassung der Ergebnisse.

Ein möglicher Grund

Die Förderbedarfe der Kinder sind deutlich vielfältiger und beziehen sich nicht nur auf den Spracherwerb. Die Autoren der Evaluation schlagen deshalb unter anderem vor, die Gruppengröße von bislang sechs Kindern auf vier Kinder zu verkleinern und statt einmal wöchentlich zwei Mal pro Woche Sprachförderung in der Kita anzubieten.

Verbesserungsvorschläge prüfen

"Die Vorschläge werden wir auf ihre Machbarkeit prüfen", kündigte Fachbereichsleiterin Alisa Bach an. "Ein Problem stellt auch der oft unregelmäßige Besuch einer Kita dar. Die Fachkräfte der Region werden überlegen, wie Kitas und Eltern dabei unterstützt werden können, um Fehlzeiten in der Kita zu vermeiden."

Die Berichte als pdf

Die Region Hannover als Jugendhilfeträgerin

Als Jugendhilfeträgerin ist die Region Hannover zuständig für 16 der 21 regionsangehörigen Städte und Gemeinden. Dazu gehören: Barsinghausen, Burgwedel, Garbsen, Gehrden, Hemmingen, Isernhagen, Neustadt am Rübenberge, Pattensen, Ronnenberg, Seelze, Sehnde, Springe, Uetze, Wedemark, Wennigsen und Wunstorf. Ein eigenes Jugendamt haben die Städte Hannover, Burgdorf, Laatzen, Langenhagen und Lehrte.