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Mast für Stromleitungen vor blauem Himmel © marcus_hofmann / Fotolia.com

Stromleitungsmast

Stromtrasse

SuedLink: Forderung nach Transparenz

Der ausgewählte Korridor für die Stromtrasse SuedLink tangiert das Regionsgebiet, die Region Hannover fordert ein Höchstmaß an Transparenz und Offenheit bei der Streckenplanung.

"Die Planer von TenneT müssen offenlegen, welche Alternativtrassen sie geprüft haben und warum in der Abwägung die Entscheidung für den jetzt diskutierten Korridor gefallen ist", sagt Regionspräsident Hauke Jagau. Er hat nun eine entsprechende Beschlussdrucksache für die Regionsversammlung vorgelegt. Wenn die Politik dem Vorschlag folgt, wird die Regionsverwaltung beauftragt TenneT aufzufordern, die Alternativen der großräumigen Trassenrouten für das Gesamtprojekt SuedLink, ihre Bewertung und die Begründung für die Wahl des Vorzugskorridors Mitte/West der Region Hannover und den betroffenen Landkreisen bis Ende Juni 2014 schriftlich offenzulegen und die entscheidungsrelevanten Unterlagen beizufügen.

Strom aus dem Norden für den Süden

Mit der Stromtrasse Suedlink soll ab 2022 auf einer Länge von 800 km der Strom von den Produzenten im Norden der Bundesrepublik in südlich gelegene Verbrauchszentren transportiert werden. Das länderübergreifende Netzausbauprojekt wird von den Übertragungsnetzbetreibern TenneT und TransnetBW geplant. Die Federführung für den Stromnetzausbau liegt bei der Bundesnetzagentur. Im Februar 2014 wurde der bevorzugte Trassenverlauf bekannt gegeben. Nach einer vergleichenden Bewertung von Alternativkorridoren seien die Vorhabenträger zu dem Ergebnis gekommen, dass die SuedLink-Trasse den maßgeblichen Planungs- und Umweltkriterien am besten gerecht wird, heißt es bei TenneT. Über die Gründe für die bereits getroffene Auswahl der Vorzugsvariante wurde aus Sicht der Region bisher nicht ausreichend informiert.

Gefordert: Höchstmaß an Transparenz und Offenheit

"Solche Projekte sind für den Erfolg der Energiewende von zentraler Bedeutung. Gerade deshalb ist ein Höchstmaß an Transparenz und Offenheit gegenüber den Menschen notwendig, die in den betroffenen Gebieten leben", betont Regionspräsident Jagau. Es werde derzeit allerdings nur über die genaue Trassenführung in einem engen Korridor (SuedLink) diskutiert: "Es reicht einfach nicht, in den Gemeinden über den genauen Verlauf kleiner Abschnitte zu diskutieren und auf das notwendige Ganze hinzuweisen", so Jagau weiter.

Bundesnetzagentur entscheidet

Alternativkorridore müssen in den Antragsunterlagen an die Bundesnetzagentur dargelegt werden. Außerdem ist die Auswahl unter Berücksichtigung erkennbarer Umweltauswirkungen und der zu bewältigenden raumordnerischen Konflikte zu begründen. Im derzeitigen Planungsstadium werden Alternativkorridore allerdings nicht mehr näher betrachtet. Die Bundesnetzagentur entscheidet, welche Trassenkorridore systematisch untersucht werden und ist an den Antrag des Vorhabenträgers nicht gebunden.

Kritik der betroffenen Landkreise

Auch in weiteren betroffenen Landkreisen wird kritisiert, dass die Auswahl der Vorzugsvariante nur allgemein begründet wird und die vergleichenden Bewertungen der einzelnen Korridore bislang nicht öffentlich gemacht worden sind. "Wenn eine Abwägung der Alternativen stattgefunden hat, sollte sich diese auch fachlich begründen lassen. Das wollen wir in einem ersten Schritt zumindest nachvollziehen können", sagt Regionspräsident Jagau.

Erdkabel in siedlungsnahen Bereichen?

Der Beschlussvorschlag soll nun zunächst in den Ausschüssen für Regionalplanung und Umwelt diskutiert werden. Ein Beschluss wäre in der Regionsversammlung am 27. Mai zu treffen. Aus Sicht von Jagau ist eine enge Abstimmung des weiteren Vorgehens mit den betroffenen Kommunen in der Region und den betroffenen benachbarten Landkreisen unerlässlich. Außerdem müsse genau geprüft werden, wo in siedlungsnahen Bereichen eine Erdverkabelung möglich ist.