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Beschäftigung für Asylsuchende

Die Arbeitsaufnahme ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Integration: Ab dem vierten Monat ist eine Beschäftigung für Asylbewerberinnen und -bewerber möglich.

"Asylbewerberinnen und -bewerber dürfen in Deutschland nicht arbeiten" – so lautet eine gängige Annahme. Anlässlich der Debatte um die Integration von Zugewanderten weist die Region Hannover als Ausländerbehörde für rund 50.000 Menschen darauf hin, dass das so nicht stimmt.

Das Vefahren ist schwieriger

Es gibt die Möglichkeit, dass Asylsuchende eine Beschäftigung aufnehmen. "Allerdings ist das Verfahren schwieriger als für Menschen mit deutscher oder EU-Staatsangehörigkeit, und den Asylsuchenden stehen nicht immer alle Jobs offen", sagt Cerstin Husner, Leiterin des Teams Zuwanderung der Region Hannover. Ihr Bereich ist zuständig für die Regelung des Aufenthaltes aller Menschen ohne deutsche Staatangehörigkeit in den 20 Umlandkommen der Region Hannover.

Beschäftigung ab dem vierten Monat

Korrekt ist, dass Asylbewerberinnen und -bewerber in den ersten drei Monaten ihres Aufenthalts nicht in Deutschland arbeiten dürfen. Ab dem vierten Monat kann eine Beschäftigung aufgenommen werden – unter der Bedingung, dass die Zentrale Arbeitsvermittlung (ZAV) der Agentur für Arbeit – mit Sitz in Duisburg – zustimmt.

Die ZAV prüft

"Asylsuchende, die eine Arbeit aufnehmen wollen, müssen den Arbeitsvertrag zusammen mit weiteren Unterlagen bei der jeweiligen Ausländerbehörde einreichen", erklärt Husner. "Wir leiten ihn weiter an die ZAV." Wichtig sei, dass zum Beispiel Arbeitszeit und Bezahlung klar geregelt sind. Die ZAV prüft vor allem, ob die angestrebte Beschäftigung nicht ebenso von einem künftigen Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin mit deutscher oder EU-Staatsangehörigkeit aufgenommen werden könnte – diese haben bei der Bewerberauswahl Vorrang. "Wer eine Arbeit in einem Bereich aufnehmen möchte,  in dem  Fachkräftemangel herrscht und für den Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nur schwer Beschäftigte finden, hat ganz klar bessere Chancen", erläutert Teamleiterin Husner.

Noch bessere Chancen

Wer bereits seit 16 Monaten als Asylsuchender in Deutschland lebt, hat noch bessere Chancen, eine Beschäftigung aufzunehmen: In diesem Fall prüft die ZAV nur noch die Beschäftigungsbedingungen. Asylbewerberinnen und -bewerber, die seit mehr als vier Jahren in Deutschland leben, können sogar ohne weitere Prüfung durch die ZAV eine Beschäftigung aufnehmen.

Wann gelten diese Regelungen?

"Diese Regelungen gelten, solange noch nicht über einen Asylantrag entschieden ist, und im Grundsatz auch, wenn man im Besitz einer Duldung ist", betont Husner. Wenn ein Asylantrag abgelehnt sei, gelte in der Regel die gesetzliche Ausreisepflicht. "Daher kann es in diesen Fällen Einschränkung bei der Erlaubnis zur Arbeitsaufnahme geben", stellt die Teamleiterin klar.

Das Verfahren

Grundsätzlich erhält jeder Asylsuchende, der einer Beschäftigung nachgehen möchte, vom Team Zuwanderung zunächst zwei Blankoformulare - eine Stellenbeschreibung und ein weiteres Datenblatt -, die der potentielle Arbeitgeber ausfüllen muss. Liegen alle Unterlagen dem Team Zuwanderung vollständig ausgefüllt vor, kann es zwei bis drei Wochen dauern, bis die Rückmeldung der ZAV – die Zustimmung zur oder die Ablehnung der Beschäftigungsaufnahme - bei der Region eingegangen ist. An die Entscheidung der ZAV ist die Region Hannover als Behörde, die die Beschäftigung letztlich genehmigt, gebunden, soweit sich an den aufenthaltsrechtlichen Verhältnissen in der Zwischenzeit nichts geändert hat.

Erfahrungsberichte von Flüchtlingen

www.einfachzukunft.de

Die Region Hannover berät

Zuhal Karakas, Leiterin des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit, ergänzt: "Wir wissen, dass die Arbeitsaufnahme ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Integration ist. Deshalb haben wir auch ein hohes Interesse daran, dass unsere Kundinnen und Kunden eine legale Beschäftigung aufnehmen." Die Region Hannover sei jedoch an die gesetzlichen Bestimmungen gebunden, betont Karakas. "Wir stehen aber für Beratungen zu Fragestellungen rund um die Genehmigung einer Beschäftigungsaufnahme – sowohl für Asylbewerberinnen und Asylbewerber als auch für potentielle Arbeitgeber zur Verfügung."

Team Zuwanderung

Das Team Zuwanderung der Region Hannover hat seinen Sitz im Gebäude Maschstraße 17 in Hannover.

Die Öffnungszeiten im Überblick

Montag: 8 bis 12 Uhr
Mittwoch: 8 bis 12 Uhr
Donnerstag: 8 bis 12 Uhr und 13 bis 17.30 Uhr

Sowie nach Vereinbarung!