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Partnerregion Unter Galiläa (Israel) im April 2015

Jericho - Masada - Jerusalem

FünfterTag (17. April 2015): Jericho und Masada - wichtige Orte in der Geschichte des Judentums - stehen auf dem Besuchsplan der Gruppe. Die Geschichte verstehen hilft bei dem Ziel des Besuches: Einander besser kennen und verstehen lernen, das Verhältnis zwischen Israelis und Deutschen stärken – das sind Gründe für die Partnerschaft zwischen der Region Hannover und der Region Unter Galiläa.

Eine Gruppe von Personen auf und an einem Holzpodest © Region Hannover

Taufstelle am Jordan

Die Gruppe trifft an diesem Freitag (17.4.2015) einen alten Bekannten: Herodes, dessen Baulust die Reisenden bereits an der Ausgrabungsstätte des altrömischen Caesarea am Mittelmeer kennen gelernt hat (Tag 3). An diesem fünften Tag in Israel geht es von Jerusalem aus jedoch Richtung Süden, immer am Toten Meer entlang bis Masada. Diese Felsenfestung war die letzte Bastion der Juden, ehe sie um das Jahr 73 endgültig von den römischen Machthabern aus ihrem Land vertrieben wurden.  Einst thronte der Königspalast von Herodes auf dem Felsplateau. Die Reste sind heute – dank Seilbahn – zu besichtigen.

Auf der Autobahn

Zunächst aber heißt es: Bus fahren. Die Autobahn von Jerusalem Richtung Totes Meer wird gemeinsam von Israelis und Palästinensern genutzt. Rechts und links der Straße sind die Baracken der Beduinen zu sehen, Ziegen- und Schafherden ziehen an den Hügelketten entlang. Eigentlich ist dies Wüste. Nach den heftigen Regenfällen der letzten Tage ist sie grün. Links taucht ein Schild auf und weist Richtung Ramallah. Irgendwie unwirklich, diesen Ort kennt man sonst aus den Nachrichten.

Jericho

Ein Abstecher in Richtung Jericho. Südlich davon liegt die historische Taufstelle am Jordan. Auf der anderen Seite, nur durch den schmalen Wasserlauf getrennt, liegt Jordanien. Der Landstrich davor ist militärisches Sperrgebiet, „tagsüber Naturschutzgebiet“, wie Reiseleiter Danny betont. An einer Schranke stoppt der Bus, rechts und links Stacheldraht. Eine Gruppe aus Deutschland? Die Hand, die aus der kleinen Luke am Kontrollposten ragt, winkt den Bus mit einer lässigen Bewegung weiter. Das Wasser des Jordan ist braun, der Fluss ganze sechs Meter breit. Die Menschen auf der anderen Seite stehen auf jordanischem Boden. Zugegeben: Auf israelischer Seite ist mehr los. Gerade feiert eine amerikanische Gruppe die katholische Taufe eines nicht mehr ganz jungen Mannes. Ihr Gesang klingt über die Ländergrenze hinweg.

Das Tote Meer

Die Landschaft entlang des Toten Meeres ist eigenartig. In den vergangenen Jahren sind riesige Erdeinbrüche und Schlupflöcher entstanden. Sich in dieser Landschaft zu bewegen, kann lebensgefährlich sein. Sein Lieblingsstrand, berichtet Danny, ist praktisch verschwunden und nun gesperrt. An dem berühmten Kibbuz En Gedi ist vor Kurzem die Straße abgesackt und muss neu gebaut werden. Bis dahin gilt eine Umleitung, Lastwagen dürfen diesen Abschnitt gar nicht mehr passieren. Eine Landmarke, auf die Danny hinweist, führt den Reisenden die Veränderungen am Toten Meer, dem tiefsten Punkt der Erde, noch deutlicher vor Augen: Ein roter Strich an einem Felsen auf Höhe der Busfenster markiert, wo das Wasser in den 1930er Jahren stand. Heute ist das Ufer weit weg. Um 25 Meter sei der Wasserspiegel seitdem gesunken, berichtet der Reiseleiter. Die Werft aus römischer Zeit, deren Überreste noch zu sehen sind, liegt längst auf dem Trockenen.

Masada

Eindrücke aus Masada in einer Fotogalerie

Masada kommt in Sicht. 450 Meter erhebt sich die Festung über dem Spiegel des Toten Meeres. Einst galt sie als uneinnehmbar. Nachdem die Juden 70 n. Chr. aus Jerusalem vertrieben worden waren, harrte eine letzte Gruppe von ihnen hier aus – eingedeckt mit Nahrung und mit prall gefüllten Wasserzisternen. Masada war der letzte Ort des Widerstands in Judäa. Dass die Festung im Jahr 73 oder 74 fiel, war der Beharrlichkeit der römischen Belagerer zuzuschreiben: Sie bauten eine Rampe, um auf den Gipfel zu gelangen.  Als sichtbar wurde, dass die Römer Erfolg haben würden,  fassten die Belagerten einen radikalen Entschluss: Statt überwältigt und versklavt zu werden, beschlossen sie, lieber von eigener Hand zu sterben. Und so geschah es. Nur zwei Frauen und fünf Kinder – so berichtet es der antike Geschichtsschreiber Josephus Flavius – hatten sich versteckt, um diesem Schicksal zu entgehen, und überlebten. 960 Menschen wählten den Weg in den Tod. Ihre Namen stehen noch auf Tonscherben, die auf dem Felsplateau entdeckt wurden, und sind Museumsstücke. Nie wieder dürfe Masada fallen, heißt es bis heute in der israelischen Nationalhymne.

Jerusalem bei Nacht

Am Abend kurzer Besuch an der Westmauer – besser bekannt als Klagemauer. Der weit verbreitete Begriff sei für die Juden aber eine Schmähung, belehrt Reiseleiter Danny die Gruppe aus der Region Hannover. Nur wenige Menschen sind so spät noch unterwegs. Aus der nahe gelegenen Thora-Schule erklingt Gesang von den Gläubigen – sie heißen mit ihren Liedern den Sabbat willkommen.

(veröffentlicht: 18.4.2015)

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