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Einheitliche Förderung

Jobcenter zieht positive Bilanz

Seit zehn Jahren ist die Grundsicherung für bis zu 120.000 Menschen in der Region sichergestellt und die Zahl der Langzeitarbeitslosen sowie der arbeitslosen Jugendlichen ist seitdem deutlich gesunken.

Zwei Frauen schauen auf die Hände eines Mannes, er zeigt etwas auf einem Papier. Die Szene findet in einer Sitzecke mit Ledersesseln statt. © Langreder, Region Hannover

Rechtzeitig guten Rat einholen

Trotzdem bleibt die Zahl der Leistungsberechtigten nahezu unverändert. Die Verantwortlichen sehen noch viel Handlungsbedarf.

Einheitliche Fördermöglichkeiten

Zum 1. Januar 2005 erfolgte die Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe zur Grundsicherung. Ziel dieser Reform war es, einheitliche Fördermöglichkeiten für alle Arbeitsuchenden zu schaffen.

Jobcenter Region Hannover

Mit Einführung der Grundsicherung entstand das Jobcenter Region Hannover als gemeinsame Einrichtung der Agentur für Arbeit Hannover und der Region Hannover. Das Jobcenter sichert den Lebensunterhalt von Menschen, deren Einkommen nicht ausreicht und unterstützt sie bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.

6,5 Milliarden Euro

Seit 2005 stellt das zweitgrößte Jobcenter der Bundesrepublik jeden Tag für bis zu 120.000 Menschen in der Region Hannover den Lebensunterhalt sicher. Das beinhaltet die Kosten für den Lebensunterhalt wie auch für Miete, Heizung und Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Insgesamt haben die Mitarbeiter des Jobcenters von 2005 bis 2014 rund 6,5 Milliarden Euro ausbezahlt. Davon entfielen rund 2,6 Milliarden auf die Kosten für Unterkunft und Heizung und  rund 1,2 Milliarden Euro auf Beiträge zu den Sozialversicherungen.

Sozialgeld

Nicht jeder dieser etwa 120.000 Leistungsberechtigten ist arbeitslos. Darunter sind zum Beispiel rund 32.000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Sie erhalten das so genannte Sozialgeld.

Arbeitslosengeld II

Etwa 83.000 Personen ab 15 Jahren erhalten Arbeitslosengeld II. Nur etwas mehr als 37.000 dieser Arbeitslosengeld II-Empfänger sind beim Jobcenter Region Hannover arbeitslos gemeldet. Arbeitslos ist, wer weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitet und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Damit gilt nicht als arbeitslos, wer beispielweise eigene Kinder unter drei Jahren betreut oder an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnimmt. Etwa die Hälfte der Arbeitslosen ist langzeitarbeitslos, also länger als ein Jahr.

Rückgang der Arbeitslosenzahlen

Die Zahl der im Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen ist seit Einführung der Grundsicherung deutlich zurückgegangen. 2005 waren es noch über 52.000 Menschen. Seitdem haben viele von den Fördermöglichkeiten profitiert. Mehr als 628 Millionen Euro hat das Jobcenter Region Hannover in den vergangenen zehn Jahren in Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung investiert. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren hat sich seitdem halbiert. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging von über 25.000 im Jahresdurchschnitt auf rund 18.000 zurück.

Erwerbsfähige Leistungsberechtigte

Die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten hat das Jobcenter noch nicht senken können. Sie verbleibt auf relativ gleichem Niveau. Auch bei der Verweildauer im Leistungsbezug konnte noch keine nennenswerte Reduzierung erreicht werden.

Gründe für Leistungsbezug

Die Gründe für den Leistungsbezug im Jobcenter sind unterschiedlich. Vielfach sind fehlende Berufsabschlüsse ein Hindernis langfristig auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Rund zwei Drittel der Arbeitslosen verfügen nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Bei den arbeitslosen Jugendlichen sind es rund 80 Prozent. Über 11.000 Alleinerziehende beziehen Arbeitslosengeld II in der Region Hannover, über 90 Prozent sind Frauen. Auch sie haben es bei der Arbeitssuche oft schwerer, insbesondere dann, wenn sie kleine Kinder haben. Menschen über 50 Jahre finden ebenfalls zunehmend schwerer eine Beschäftigung. Hinzu kommt, dass je länger die Arbeitslosigkeit andauert, die Rückkehr in den Arbeitsmarkt signifikant schwieriger wird. Die Zahl der Langzeitbezieher nimmt zu.

Betreuungsbedarf

Bei den vom Jobcenter zu betreuenden Leistungsberechtigten handelt es sich um keine statische Gruppe. Monat für Monat ist viel Bewegung drin. Jeden Monat nehmen viele Menschen eine Arbeit, eine Ausbildung oder ein Studium auf. Über 180.000 Erwerbsaufnahmen hat das Jobcenter Region Hannover in den vergangenen zehn Jahren insgesamt verzeichnet.

Vom Einkommen nicht leben können

Mehr als 22.000 Leistungsberechtigte erzielen Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit, Tendenz gleichbleibend. Fast die Hälfte davon verdient monatlich über 450 Euro. Jedoch reicht das Einkommen nicht zur Deckung des Lebensunterhaltes aus. Daher bekommen diese Menschen zusätzlich Leistungen aus der Grundsicherung. Inwieweit sich der neu eingeführte Mindestlohn hierauf auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Noch viel Handlungsbedarf

Erwin Jordan, Sozialdezernent der Region Hannover und Vorsitzender der Trägerversammlung des Jobcenters Region Hannover, sieht deshalb noch viel Handlungsbedarf: "Das richtige Maß für die Betreuung und Unterstützung der Erwerbslosen ist noch nicht gefunden. Komplexe bürokratische Anforderungen binden viele Ressourcen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Da ist Einiges verbesserungsfähig!"

Qualifizierung und berufliche Weiterbildung

Handlungsbedarf sieht auch der Geschäftsführer des Jobcenters Region Hannover, Michael Stier. "Wir müssen uns nicht nur um die Arbeitslosen kümmern, sondern insgesamt um die Menschen, die auf Leistungen vom Jobcenter angewiesen sind", erklärt er. "Das Ziel ist, dass die Menschen dauerhaft eine Arbeit finden, von der sie leben können." Dabei setzt das Jobcenter Region Hannover seit 2012 verstärkt auf Qualifizierung und einen noch engeren Kontakt zu den Arbeitgebern. Der erste Arbeitsmarkt ist das Ziel, denn Arbeit hat an sich bereits vielfach eine motivierende Wirkung. Die Förderung der beruflichen Weiterbildung bildet daher in 2015 erneut einen Schwerpunkt im Jobcenter Region Hannover.

Vorbereitung auf Berufstätigkeit

Gleichwohl hat das Jobcenter seinen Fokus auch weiterhin auf den Personen, die erst noch auf eine berufliche Tätigkeit vorbereitet und herangeführt werden müssen, zum Beispiel durch Arbeitsgelegenheiten. "Hier müssen wir die Stärken der Betroffenen noch stärker herausarbeiten und diese beim Arbeitgeber verdeutlichen", erläutert Michael Stier. "Für die Menschen, die perspektivisch keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, muss der Gesetzgeber Lösungen schaffen."

Arbeitgeberservice

Bärbel Höltzen-Schoh, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hannover und stellvertretende Vorsitzende der Trägerversammlung des Jobcenters Region Hannover, appelliert vor diesem Hintergrund an die Arbeitgeber: "Wir können qualifizieren und auch finanziell fördern, aber es sind die Betriebe, die letztendlich die Menschen einstellen. Deswegen wünschen wir uns von den Arbeitgebern, dass sie sich noch stärker für die Bewerberinnen und Bewerber öffnen, auch finanziell von uns unterstützt und begleitet." Der gemeinsame Arbeitgeberservice von Jobcenter und Agentur für Arbeit Hannover fungiert hier als wichtiges Bindeglied zwischen Arbeitsmarkt und Bewerber.

Insgesamt auf einem guten Weg

Eine Studie von 2014, die im Auftrag der Region Hannover erstellt wurde, sieht das Jobcenter Region Hannover ebenfalls auf einem insgesamt guten Weg. Diese Studie bescheinigt dem Jobcenter Region Hannover, dass die stärkere Ausrichtung auf Ausbildung, Qualifizierung und Arbeitgeber der Schlüssel für nachhaltige Erfolge ist. Jedoch sind sich alle Beteiligten auch darüber einig, dass das Jobcenter Region Hannover noch ein gutes Stück Arbeit vor sich hat.

Daten, Zahlen und Fakten

zur Grundsicherung in der Region Hannover finden Sie unter http://www.jobcenter-region-hannover.de/site/zahlen/