Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungs­kalender

Dezember 2017
12.2017
M D M D F S S
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Künftige Nutzung

Oststadtkrankenhaus: Einigung erzielt

Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) übernimmt Gebäude und Grundstück des Oststadtkrankenhauses. Darüber haben sich die Verwaltungen von Stadt und Region Hannover sowie das Klinikum Region Hannover (KRH) geeinigt.

Stefan Schostok, Barbara Schulte und Hauke Jagau © LHH (Neue Medien)

Freuen sich über die Einigung: Stefan Schostok, Barbara Schulte und Hauke Jagau (v.l.)

Für die LHH ergibt sich dadurch die Chance, das Areal für Wohnbebauung zu entwickeln. Gemeinsam mit dem Projekt der STRABAG im Eckbereich Podbielskistraße/Pasteurallee und der Nachnutzung des GBH-Grundstückes "In den sieben Stücken" für Wohnen bieten sich damit große stadtentwicklungspolitische Perspektiven für den nördlichen Bereich des Bezirkes Buchholz-Kleefeld. Zugleich erhält das KRH die Möglichkeit, das Gelände der Landesfrauenklinik in der Nordstadt zu veräußern. Diesem Vorhaben müssen der Rat der Stadt, die Gremien der Region Hannover sowie der KRH-Aufsichtsrat zustimmen.

Freude über Einigung

"Ich freue mich sehr über die Einigung", betont Oberbürgermeister Stefan Schostok: "Für die Landeshauptstadt ist das Areal an der Pasteurallee ein wichtiges Projekt für dringend benötigten Wohnraum. Dort kann in den kommenden Jahren ein attraktives Wohnquartier entstehen. Zudem haben wir die Option, die im ehemaligen Oststadtkrankenhaus eingerichtete Notunterkunft für Flüchtlinge länger zu nutzen."

Auch Regionspräsident Hauke Jagau zeigt sich erfreut über das Ergebnis. "Die Klarheit in der Frage der Grundstücke hilft auch dem Klinikum. Zugleich tragen wir damit einen Teil dazu bei, dass die Stadt Hannover ihre Herausforderungen, mehr Wohnraum zu schaffen und Flüchtlinge unterzubringen, meistern kann", unterstreicht Jagau, der zugleich KRH-Aufsichtsratsvorsitzender ist.

KRH-Geschäftsführerin Barbara Schulte ergänzt: "Mit der Einigung kommen wir einer guten Lösung für das Grundstück der Landesfrauenklinik näher. Zudem freuen wir uns, dass wir die Stadt Hannover bei ihren Plänen unterstützen können."

Umsetzung der Vereinbarung

Im Rahmen der Nutzung des Oststadtkrankenhauses als Flüchtlings-Notunterkunft hatten Stadt und Region Hannover sowie das KRH bereits Ende des vergangenen Jahres die Option einer Übernahme des Areals durch die LHH vereinbart. Dies soll nun realisiert werden. Die LHH rechnet im Zuge der beabsichtigten Übernahme mit Einnahmen aus dem späteren Grundstückserlös. Diesen stehen Kosten für die Ablöse von Erbbaurechten, die Verlagerung einer Gasdruckregelstation, Leitungsarbeiten, Gebäudeabbrüche, die Bodensanierung, den Bau einer Kindertagesstätte und den Kinder-Bauland-Bonus gegenüber. Dadurch ergibt sich ein Finanzierungssaldo von voraussichtlich drei Millionen Euro. "Das ist für uns eine sinnvolle Investition: Die Landeshauptstadt behält mit der Übernahme des Grundstücks den stadtentwicklungspolitischen Einfluss auf die notwendige und zügige Umsetzung des Projekts sowie auf qualitative Aspekte wie geförderten Wohnungsbau oder Bauherrengemeinschaften", erläutert Oberbürgermeister Schostok. "Zudem ist die Abwicklung des bald beginnenden ersten Bauabschnitts und gleichzeitiger Betrieb einer benachbarten Flüchtlingsunterkunft einfacher zu handhaben. Nicht zuletzt schaffen wir mit dem mittelfristigen Zuzug vieler Menschen mit Einkommen auch einen stadtökonomischen Beitrag", so Schostok.

Mehrere 100 Wohnungen geplant

Die Landeshauptstadt beabsichtigt, auf dem insgesamt circa 72.000 Quadratmeter großen Areal zwischen Podbielskistraße, Pasteurallee und der Straße "In den Sieben Stücken" in den kommenden Jahren rund 400 Wohnungen errichten zu lassen. Dafür hat im Jahr 2013 ein städtebaulicher Wettbewerb stattgefunden. Das Eckgrundstück an der Podbielskistraße gehört bereits der Landeshauptstadt, die einen Verkauf dieses Teils an das Bauunternehmen STRABAG für dieses Jahr vorbereitet. Mit vorbereitenden Arbeiten wurde bereits begonnen. Baustart für etwa 80 Wohnungen auf dem Teilareal entlang der Podbielskistraße ist für Ende 2015 vorgesehen. Zudem plant die Gesellschaft für Bauen und Wohnen in Hannover (GBH) für die Zeit nach dem Umzug ihrer Verwaltung an den Klagesmarkt auf ihrem Grundstück "In den Sieben Stücken" den Bau von rund 100 Wohnungen.

Übernahme im September

Gemäß Beschlussvorlage soll der im KRH-Eigentum befindliche Teil des Areals Mitte September von der Stadt übernommen werden. Die ersten Abbrüche könnten dann im Frühjahr 2016 erfolgen. Die Änderung des Flächennutzungsplans wurde im Februar 2015 vom Rat beschlossen.

Angesichts der steigenden Anzahl unterzubringender Flüchtlinge hatte die Stadt mit dem KRH Ende 2014 eine Vereinbarung zur Nutzung von Teilen des leer stehenden Oststadtkrankenhauses als Notunterkunft abgeschlossen. Die Stadtverwaltung zahlt bis Ende 2015 eine monatliche Betriebskostenpauschale von 50.000 Euro. Im Hinblick auf die laufenden Gespräche zur Übernahme des Gesamtareals hatte das KRH auf ein Nutzungsentgelt zunächst verzichtet. Diese würde in Höhe von 30.000 Euro pro Monat fällig werden, wenn die Stadt bis zum 30. Juni keine Entscheidung zur Übernahme des Gesamtkomplexes treffen sollte.

Hinsichtlich der Landesfrauenklinik ist das Verhandlungsergebnis ein weiterer Schritt zur Umsetzung eines Ratsbeschlusses von 2005, der vorsah, durch Verzicht auf Krankenhausliegenschaften zur Sicherstellung einer zukunftsfähigen Krankenhausversorgung beizutragen.