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Drei Personen halten gemeinsam eine großformatige Luftaufnahme. © Mirko Bartels / Region Hannover

Karin Winkler, Fachbereichsleiterin Bau und Umwelt und Lieselotte Strehl-Horn zeigen Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Priebs den Bebauungsplan des Geländes für den Grundschul-Neubau

Klimaschutztour 2015

Umweltdezernent Priebs in Seelze

Wird der Grundschul-Neubau in einem energetisch hohen Baustandard umgesetzt? Bau im Passivhausstandard könnte eine Option sein.

Zukunftsweisende Klimaschutzvorhaben und die Fortschritte bei der Umsetzung der Klimaschutz-Aktionsprogramme in den Kommunen stehen im Mittelpunkt der "Regionalen Klimaschutztour 2015" des Umweltdezernenten der Region Hannover. Am Dienstag, 27. Oktober 2015, informierte sich Prof. Dr. Axel Priebs in Seelze über die Klimaschutzaktivitäten der Stadt. Dabei ging es unter anderem um die Planungen zum Neubau einer Grundschule unter besonderer Berücksichtigung des Klimaschutzes.

LEDs beleuchten die Straßen

Karin Winkler, Fachbereichsleiterin Bau und Umwelt berichtete, dass die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED mit Unterstützung von Avacon und enercity bis auf wenige Leuchten abgeschlossen ist. Die Erneuerung von Heizzentralen in etlichen Schulen stehe an, wobei jeweils geprüft werde, ob für die künftige Energieversorgung Blockheizkraftwerke zum Einsatz kommen könnten. Ein Verkehrsentwicklungskonzept für Seelze wurde beschlossen. Die Umweltsachbearbeiterin, Edith Gaal, möchte in diesem Zusammenhang das Thema klimafreundliche Mobilität in Schulen anschieben. Die Seelzer seien für dieses Thema offen und hätten bei der regionsweiten Aktion Stadtradeln in diesem Jahr einen beachtlichen fünften Platz unter 15 Teilnehmern erzielt. "Dass Seelze attraktiv ist", so Winkler, "zeigt die schnelle Vermarktung der Neubaugebiete Velber und Seelze-Süd, wo nach Beratungen durch den proKlima enercity-Fonds insgesamt 74 Neubauten in einem hohen Energiestandard entstehen."

Klimaschutzagentur und proKlima-Fonds

Seit Verabschiedung des Klimaschutz-Aktionsprogramms im Jahr 2011 gab es in Seelze in Zusammenarbeit mit der Klimaschutzagentur Region Hannover regelmäßig Beratungsaktionen für die Bürgerinnen und Bürger, sei es wie jüngst zur Hausmodernisierung oder im vergangenen Herbst zum Stromsparen. Hier war Bürgermeister Detlef Schallhorn mit gutem Beispiel vorangegangen und hatte ebenfalls eine Beratung erhalten. "Zudem profitieren unsere Bürgerinnen und Bürger von der Mitgliedschaft der Stadt beim enercity-Fonds proKlima. 2014 flossen beispielsweise 97.300 Euro aus dem Fonds als Zuschüsse an Seelzer Immobilienbesitzer ", sagte Winkler.

Grundschule: Neubau statt Sanierung

Anschließend stellte Lieselotte Strehl-Horn, Leiterin der Gebäudewirtschaft der Stadt, den Planungsstand für den Neubau der Brüder-Grimm-Schule für rund 350 Schülerinnen und Schüler in Letter vor. "Die Sanierungskosten der alten Grundschule wären ähnlich hoch gewesen wie die für einen Neubau. Dieser bietet uns planerisch aber viel bessere Möglichkeiten die heutigen Anforderungen, wie beispielsweise bei der Wärmedämmung und beim Brandschutz, umzusetzen und auch die geänderten räumlichen Anforderungen sind mit einem Neubau besser zu realisieren", erklärte Strehl-Horn. Für die Ganztagsbetreuung würden zudem eine Mensa und zusätzliche Betreuungsräume benötigt. Baulich stünden Aspekte der Energieeinsparung im Vordergrund und es werde geprüft, welche Art der Energieversorgung in Frage komme. Noch in diesem Jahr solle der Planungsauftrag erteilt und die Planung begonnen werden.

Passivhausstandard würde Stadthaushalt entlasten

Umweltdezernent Priebs zeigte sich beeindruckt von den Aktivitäten in Seelze. Um die angestrebten Klimaschutzziele zu erreichen, sei es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und als Verwaltung mit gutem Beispiel voranzugehen. Er begrüßte, dass Seelze beim Neubau der Ganztagsgrundschule prüfen wolle, ob die Bauausführung im Passivhausstandard eine Option sei. "Schließlich entlasten dauerhaft niedrige Energiekosten solcher Gebäude den Haushalt der Stadt."

Region fördert Leuchtturmprojekte

Des Weiteren verwies Priebs auf die "Leuchtturm-Richtlinie" der Region, über die für regional bedeutsame Projekte und Klimaschutzvorhaben ein Antrag für eine finanzielle Förderung gestellt werden könne. "Dieses Angebot können neben Einwohnerinnen und Einwohnern der Region Hannover auch Kommunen sowie Vereine, Verbände und Firmen nutzen, wenn sie ein innovatives Projekt haben", sagte Priebs. Denn oft helfe schließlich schon eine kleine Finanzspritze, damit gute Ideen, die der Umwelt und dem Klimaschutz dienen, auch umgesetzt würden.

Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, bot weiterhin Beratungsaktionen für Bürgerinnen und Bürger in Seelze an. "Vom Stromsparen über die Heizungserneuerung bis zur energetischen Sanierung, jeder kann etwas tun", sagte Sahling. Auch könne er sich die Zusammenarbeit mit der Stadt bei Umweltbildungsprojekten für Schulen sowie bei der gezielten Ansprache von Unternehmen in einem Gewerbegebiet der Stadt vorstellen, um dort Effizienzmaßnahmen anzustoßen.

Hintergrund

Wie steht es um den Klimaschutz in den Kommunen in der Region Hannover? Wie kann dieser weiter vorangebracht werden und wie kann die Region diesen Prozess fördern? Diese und andere Fragen diskutiert der Umweltdezernent der Region Hannover, Prof. Dr. Axel Priebs, regelmäßig vor Ort mit Bürgermeistern und Experten im Rahmen seiner Regionalen Klimaschutztour 2015. "Damit innovative Konzepte und die wichtigsten Projekte schnell verwirklicht werden können, möchte die Region Hannover die Kommunen unterstützen", erläuterte Prof. Priebs die Zielsetzung seiner Tour. Eine Möglichkeit hierzu bietet die Richtlinie über die finanzielle Förderung regionalbedeutsamer Projekte und Vorhaben im Bereich Klimaschutz in der Region Hannover. Die Förderrichtlinie steht auf hannover.de bereit:

Die gemeinnützige Klimaschutzagentur Region Hannover organisiert die Klimaschutztour im Auftrag der Region Hannover.

(Veröffentlicht: 28. Oktober 2015)