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Mehere Menschen stellen sich für ein Gruppenfoto vor und auf den Treppenstufen vor dem Regionshaus, Eingang Hildesheimer Straße 20, auf. © Mottie Bohadana

Die Gruppe vor dem Regionshaus, Hildesheimer Straße 20

Region Unter-Galiläa

Delegation aus Israel besucht Region Hannover

Die Partnerschaft zwischen der israelischen Region Unter-Galiläa und der Region Hannover besteht seit 35 Jahren. Zu diesem Anlass war Anfang März 2016 eine 15-köpfige Delegation aus Israel zu Gast in Hannover. Im Reisetagebuch lesen Sie, was die Gruppe in dieser Zeit erlebt und erfahren hat.

Tag 1 – Ankunft in Deutschland

Es ist ein kalter Dienstag Anfang März, als nachmittags das Telefon in Büro 192 im Regionshaus klingelt. Das Reisebüro ist dran: "Die Lufthansa hat uns mitgeteilt, dass es heute erhebliche Verspätungen gibt." Einmal durchatmen: An diesem Dienstag soll die 15-köpfige Delegation aus Unter-Galiläa via München nach Berlin fliegen. Mit Lufthansa. Ohne viel Zeit zum Umsteigen.

Die Drähte fangen an zu glühen. Aber der liebe Gott oder Jahve (oder der Chef von Lufthansa) hat ein Auge auf das Unternehmen: Die Gruppe ist bereits am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv und kann umgebucht werden auf eine Verbindung via Wien. "Alles in Ordnung", simst Yossi, Barsheshet der in Unter-Galiläa für Partnerschaften zuständig ist, "habe Kontakt mit Chef von Lufthansa." Wenig später die nächste SMS: "Alles in Ordnung, alle sind im duty free".

Es ist später Abend und um die 0 Grad, als die Gäste aus Unter-Galiläa in Berlin aus dem Flugzeug steigen. Was für ein Temperatur-Unterschied! "Gestern hatten wir zu Hause 35 Grad", erzählt Moti Dotan, Landrat von Unter-Galiläa. Viel Zeit zum Plaudern bleibt an diesem Abend nicht mehr, nach der langen Reise geht es schnell ins Hotel.

Tag 2 – Geschichte erleben in Berlin

Es war der besondere Wunsch der Gäste aus Israel: einmal das Haus der Wannseekonferenz zu besuchen. Jene Villa also, in der am 20. Januar 1942 Vertreter der damaligen nationalsozialistischen Reichsregierung und der SS zusammenkamen, um den begonnenen Holocaust an den Juden im Detail zu organisieren.  Es ist für die Delegation der Blick auf die eigene Geschichte, die Geschichte von Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, unter einem ganz anderen Blickwinkel. Denn an diesem Ort kamen die Täter zusammen, die das Schicksal der Juden besiegelten. Kein Ort zum Lachen oder Scherzen. Und vielleicht liegt es nicht nur an den winterlichen Temperaturen, dass sich alle in ihren Mänteln und Jacken verkriechen.

Was für ein Kontrast zum nächsten Programmpunkt, der Besichtigung des Rokokoschlosses Sanssouci in Potsdam. Beeindruckt schlendern die Gäste aus Israel von Raum zu Raum und lassen vorsichtig die Finger über Marmor und Plüsch gleiten. "Ganz schön viel Gold und Pracht", staunt Ari Movsowitz, Leiter der Sportabteilung von Unter-Galiläa. Er hat bereits eine Jugendgruppe zum Austausch in die Region Hannover begleitet, kennt also vieles. Sanssouci ist jedoch Neuland. Für Natho Abas, den Fahrer von Landrat Moti Dotan, ist dies dagegen die erste Auslandreise überhaupt. Oft hat er in Unter-Gliläa miterlebt, wenn junge Menschen aus Deutschland kamen, und sie gefahren. Jetzt lernt er erstmals die Heimat dieser Jugendlichen kennen. Doch noch ist die Gruppe in Berlin und wirft bei der Stadtrundfahrt im Bus einen Blick auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

 

Tag 3 – In der Kuppel des Reichtags

 

"Toll, was gedanklich alles hinter dieser Architektur steht", sagt Gad Nahum, Experte für Steuerrecht in Unter-Galiläa, bewundernd. Die 15 Delegationsteilnehmer stehen in der Kuppel des Reichtags. Die Kameras klicken. Ein Gruppenbild nach dem anderen entsteht. Gerade ist ihnen Sir Norman Fosters Kuppelkonstruktion erläutert worden. Gemächlich schlendern sie die Spirale entlang. In der Ferne ist der Fernsehturm zu sehen, gegenüber müht sich Kanzlerin Angela Merkel, die Flüchtlingskrise zu managen.

 

Nach dem Vormittag im Regierungsviertel geht es weiter zur neuen jüdischen Synagoge, wo sich ungeplant ein ortskundiges Mitglied aus der jüdischen Gemeinde der Gruppe annimmt und den Bau erläutert und Fragen zum Gemeindeleben beantwortet. "Das war sehr interessant", meint Sharon Analys-Cohen später. "Ich habe viel über die jüdischen Gemeinden in Berlin gelernt." Die End-Zwanzigerin ist Sekretärin von Landrat Moti Dotan. Vor über zehn Jahren war sie schon einmal in Deutschland – für ein Tennisturnier. Jetzt ist sie gespannt auf die Region Hannover. Dorthin wird es am folgenden Tag gehen. Für diesen Nachmittag dagegen ist Freizeit angesagt, die Gruppe will die Geschäftswelt von Berlin erkunden. Am Ende des Nachmittags wissen sie: Die großen Ketten bestimmen auch die Berliner Innenstadt – so wie in der ganzen Welt.

Tag 4 – Ankommen in der Region Hannover

Rund vier Stunden braucht der Bus an diesem Vormittag von Berlin nach Hannover – Zeit, um einfach die Landschaft auf sich wirken zu lassen. Kurz vorm Ziel ein wichtiger Stopp: "Wir wollen günstig Schokolade kaufen, dafür müssen wir ja nicht unser Geld am Flughafen ausgeben", meint der Partnerschaftsbeauftragte Yossi. Gesagt, getan: Einkaufsstopp bei Aldi – auch ein Stück deutscher Kultur.

 

Am Nachmittag wird es wieder ernst: In der Gedenkstätte Ahlem empfangen Regionspräsident Hauke Jagau und Gedenkstätten-Leiterin Stefanie Burmeister die Gruppe. Zunächst israelitische Gartenbauschule, dann Gefängnis und Deportationslager – kein anderer Ort vereint Licht und Schatten der jüdischen Geschichte in Hannover wie dieses Haus. Mitarbeiter Andreas Mischok übernimmt die Führung durch die Ausstellung, die erst im Sommer 2014 in dieser Form eröffnet wurde. Paz Efroni, Mitglied der Landkreis-Versammlung in Unter-Galiläa, kennt den Ort noch aus der Zeit vor dem Umbau. Als Teenager war er 1983 mit einer Jugendgruppe im damaligen Landkreis Hannover – als einer der ersten überhaupt, die die Partnerschaft erlebten. Zwei Jahre zuvor war der Partnerschaftsvertrag zwischen Unter-Galiläa und dem Landkreis Hannover unterzeichnet worden. „Jetzt ist die Gedenkstätte Ahlem sehr viel moderner, es spricht die jungen Leute von heute an“, stellt er fest. Was ihm noch auffällt? „Heute gibt es auf den Straßen viel mehr ausländische Fahrzeuge, früher sah man mehr deutsche Fabrikate“, sagt Paz. Und ein bisschen weniger sauber sei es auf den Straßen.

Abends beim Essen im Bavarium kommt Obazda auf den Tisch, ein bayerischer Käseaufstrich. Tapfer probiert jeder. Es ist der traditionelle Beginn des Shabbat. In Israel würden die Gäste diesen Freitagabend mit ihren Familien verbringen. Und manch einer denkt wohl auch zurück an die Lieben daheim.

Tag 5 – Harzreise

Am Vortag hatte Stefanie Heldermann, Leiterin der Gremienbetreuung der Region Hannover und zuständig für Partnerschaften, ein besonderes Begrüßungsgeschenk an die Gruppe aus Israel verteilt: Mützen und Schals mit dem Logo der Region Hannover. An diesem Sonnabend sind die zusätzlichen Kleidungsstücke bitter nötig. Es geht in den Harz! In den Schnee! 

Zunächst aber schlagen die Herzen höher beim Anblick der Dampfeisenbahn, die die Gruppe von Drei Annen Hohne aus auf den Brocken bringen wird. "Das war toll", werden später alle übereinstimmend erzählen. Ab Schierke verwandelt sich die Landschaft in ein Wintermärchen, wieder klicken Kameras und Fotohandys. Knapp eine Stunde braucht die schnaufende Bahn bis zum Gipfel. Dass der Brocken dicht in den Wolken steckt, tut der Freude keinen Abbruch. Allein den Schnee zu erleben, mit den Händen die Kälte zu fühlen und die weiße Pracht mit den Füße nach oben stoben zu lassen – für die Gruppe aus Unter-Galiläa ist das ein Riesen-Spaß. Ach ja, am Montag ja noch 35 Grad zu Hause, an diesem Sonnabend ist Schnee im Harz angesagt. Im siebten Stock des Brocken-Hotels wird beim Gulasch tüchtig zugelangt und festgestellt: Ist nicht gewürzt wie zu Hause, aber irgendwie doch lecker.

Als es wieder nach unten gehen soll, der Schreck: Wo ist Gad? Im dichten Nebel ist kaum der Nachbar zu erkennen. Irgendwann ist die Stimme des israelischen Steuerexperten aus dem Weiß des Nebels zu hören: "Hier bin ich! Im Waggon nebenan!" Erleichterung, der Schaffner kann das Abfahrtsignal geben. Schrill pfeift die Bahn und dampft abwärts. Beim nachmittäglichen Bummel geht es durch die Goslarsche Altstadt. "Sehr schön", lautet das Urteil.

 

Tag 6 – Woche der Brüderlichkeit

Dunkle Anzüge für die Herren, schicke Kleider für die Damen: An diesem Sonntagvormittag geht es ins Theater am Aegi. Dort wird die Woche der Brüderlichkeit feierlich eröffnet – durch Bundespräsident Joachim Gauck höchstpersönlich. Schon in den 1950er Jahren haben Juden und Christen versucht, nach den furchtbaren Ereignissen unter der Nazi-Herrschaft, wieder eine Form der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens zu finden. Die bundesweite Woche der Brüderlichkeit ist Ausdruck dieser Zusammenarbeit. Für die Delegation gibt es reservierte Plätze im Rang des Theaters – samt Flüsteranlage. Übersetzer Nicolas Yantian sorgt dafür, dass die Gäste aus Unter-Galiläa der Veranstaltung folgen können.

Als der Regionspräsident im Interview mit ZDF-Moderatorin Gundula Gause zum Rang weist und auf die Gruppe aus Israel hinweist, brandet Beifall auf, Köpfe wenden und recken sich. Landrat Moti Dotan und seine Mitreisenden stehen auf und winken – ein Moment der Freude und des Stolzes, ehe die Veranstaltung ihren weiteren Verkauf nimmt. In der knapp einstündigen Zusammenfassung, die das ZDF gegen Mitternacht sendet, ist der Ausschnitt nicht zu sehen. Für alle, die dabei waren, ist es jedoch eine Erinnerung, die einen festen Platz im Herzen hat.

Am Nachmittag steht dann der Besuch beim Verein Kargah e.V. an. Die Regionsabgeordnete Silvia Hesse hat ihn arrangiert. Es ist die erste Berührung mit der Multikulti-Gesellschaft im Stadtteil Linden und dem Flüchtlingsthema in Deutschland. Schnell entwickelt sich ein lebhaftes Gespräch mit Kargah-Verwaltungsleiterin Ferdos Mirabadi. Bekommen die Flüchtlinge in Deutschland Geld? Wie lange dürfen sie bleiben? Dürfen Flüchtlinge auch arbeiten? Die Gäste aus Israel haben viele Fragen – und kommen am Ende zu dem Schluss: "Wenn die Deutschen selber mehr Kinder hätten, wären sie nicht auf Zuwanderung angewiesen!"

Tag 7 – Ein Tag in Wunstorf

Am vierten Tag ihrer Reise in die Region Hannover steht für die Delegation ein Tag in der Stadt Wunstorf auf dem Plan. Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt empfängt die Gruppe um Landrat Moti Dotan am Vormittag. Zunächst besuchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber den Hof Arkenberg.

Dass sich keiner der Reisenden Gummistiefel eingepackt hat, bereuen zunächst einige. Doch den großen Kuhstall von Landwirt Fred Arkenberg besichtigen die Reisenden sauberen Fußes über einen extra angelegten Steg. Der Stall bietet Platz für rund 130 Kühe und verfügt über eine spezielle Melkanlage sowie eine "Wohlfühlzone", wie sie Fred Arkenberg liebevoll nennt. "So gut entwickelt ist Israels Landwirtschaft noch nicht", berichtet Landrat Moti Dotan.

Im Rathaus von Wunstorf empfängt Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt die Delegation. Wichtiger Anlass für diesen Besuch ist auch ein Blick in die Vergangenheit: Am Mahnmal für die deportierten Juden aus Wunstorf im Zweiten Weltkrieg gedenkt die israelische Delegation der Opfer. "Dass wir – Israelis und Deutsche – heute gemeinsam hier stehen ist ein bewegender Moment und ein Zeichen der Verbundenheit", sagt Bürgermeister Eberhardt. Die Verbundenheit spürt die Delegation auch bei ihrem anschließenden Besuch der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Wunstorf. Hier begrüßen Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse die Gruppe mit dem israelischen Volkslied "Hevenu Shalom Alechem" – übersetzt: "Frieden für alle". Auf die Israelis prasseln anschließend viele Fragen ein. Es wird hebräisch, englisch und deutsch gesprochen – für alle Teilnehmenden eine tolle Erfahrung – zeigt es doch, dass Verständigung nicht von der Sprache abhängt. Für Schulleiterin Efrat Ben Tzur ist der Besuch auch interessant wegen der Lehrmethoden. "Frontaltunterricht gibt es bei uns praktisch nicht mehr. Wir entwickeln eher die Fertigkeit der Schülerinnen und Schüler in Forschungsprojekten."

Auf dem Gelände des Fliegerhorst Wunstorf – der letzten Station an diesem Nachmittag – begrüßt Oberst Ludger Bette, Kommodore des Standorts, die Gruppe und zeigt gemeinsam mit Piloten der Luftwaffe einen Trainingsraum zur Flugzeugsteuerung. Eine echte Flugstunde gibt es zwar nicht, bei der Besichtigung der neuen Transportmaschine A400M darf aber jeder einmal im Cockpit sitzen und Fotos schießen. "Wahnsinn, dass wir hier alles sehen und fotografieren dürfen", sagt Mordechai Bohadana, Leiter der Abteilung Gebäude und Instandhaltung und leidenschaftlicher Fotograf. "Das wäre bei uns nicht möglich." Nur für Sportabteilungsleiter Ari ist der Fliegerhorst weniger spannend – er war selbst bei der israelischen Luftwaffe.

Am Abend geht es für die Delegation zur Villa Seligmann. Bei einem Konzert mit deutsch-jüdischer Musik lassen die Gäste den Tag voller Eindrücke ausklingen – im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Tag 8 – Abschied

Wie gehen die Deutschen mit der Flüchtlingssituation um und gibt es Probleme mit der Sicherheit? An diesem Dienstagmorgen vertiefen die Delegationsteilnehmerinnen und –teilnehmer ihr Wissen zur Flüchtlingssituation in Deutschland. Sozialdezernent Erwin Jordan steht Rede und Antwort. In der BBS 3 wird es dann hautnah: Schüler einer Sprachlernklasse erzählen, wie sie die Flucht aus Syrien oder dem Irak erlebt haben. Den Delegierten bleibt das Gespräch mit den jungen Flüchtlingen noch lange im Kopf: "Hinter jeder politischen Krise stehen Menschen, die leiden müssen – das sollten wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen", betont Landrat Moti Dotan. "Das war eine sehr spannende Begegnung", sagen auch Politiker Paz und Schulleiterin Efrat. Mit gemischten Gefühlen verlässt die Gruppe die Schule.

Am Nachmittag ist Zeit für einen kleinen Bummel auf eigene Faust. „Richtig viel Zeit zum Einkaufen blieb nicht“, sagt Liat Eitan, Sekretärin der Verwaltungsleitung von Unter-Galiläa, später. Schon um 16.15 Uhr steht der Bus vor dem Hotel – Abfahrt nach Neustadt a. Rbge. Mit einem feierlichen Empfang in Schloss Landestrost findet die Reise ihren Abschluss. Mitglieder der Regionsversammlung sind ebenso eingeladen wie  Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinden, Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugendaustauschs und früherer Delegationsreisen sowie Begleiter aus den 35 Jahren Partnerschaft wie der frühere Regionspräsident Dr. Michael Arndt. Zur Einstimmung gibt es ein historisches Filmdokument zu sehen, das jahrelang im Archiv des Schlosses schlummerte: Den Mitschnitt der Besiegelung der Partnerschaft Unter-Galiläa mit dem damaligen Landkreis Hannover am 8. März 1981. In wackeligen Bildern ist zu sehen, wie die damaligen Landräte Jürgen Bauermeister und Benny Gurfinkel unterschreiben. Auf den Punkt genau 35 Jahre später wiederholen Regionspräsident Hauke Jagau und Landrat Moti Dotan diesen Akt – der Partnerschaftsvertrag ist neu aufgelegt worden. Und wieder läuft eine Kamera mit. In einer Glasvitrine neben der Bühne ist derweil der Vertrag von 1981 zu sehen.

Auf Moti Dotan wartet anschließend eine besondere Überraschung: Jagau zeichnet ihn mit der Ehrennadel in Gold der Region Hannover aus. Dotan ist gerührt. "Hauke Jagau ist der Motor dieser Partnerschaft", sagt er feierlich. Als sich der Saal am späten Abend leert, kehrt plötzlich Ruhe ein. Die meisten deutschen Gäste sind gegangen, der Bus wartet vor der Tür. Ein junger Mann tritt vor: Es gebe eine große Bitte – ob man einmal gemeinsam das Hatikvah singen könne. Aus vielen Kehlen erklingt die israelische Nationalhymne. Ein Gänsehaut-Moment.

Es ist der Abschluss einer erlebnisreichen Woche voller Begegnungen, Erlebnisse und neuer Erkenntnisse. Am nächsten Morgen geht das Flugzeug zurück nach Tel Aviv. Das mit dem Einkaufen hat wohl doch irgendwann geklappt – jeder Koffer hat mehr Gepäck als zugelassen. Die Lufthansa-Angestellte drückt beide Augen zu. Und Claudia Matschofsky, die die Partnerschaft von deutscher Seite aus betreut, drückt jeden der 15 Gäste noch einmal zum Abschied. Gut, dass die Taschentücher griffbereit sind. Auf Wiedersehen, Freunde! Auf Wiedersehen, Unter-Galiläa!