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Förderbedarf und Inklusion

Immer mehr Kinder werden inklusiv beschult

Die Region Hannover legt Inklusionszahlen für das Schuljahr 2015/2016 vor.

Ein Junge und ein Mädchen reichen sich die Hände und überqueren eine Straße. Kedes Kind trägt einen Schulranzen. © Thomas Langreder

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Immer mehr Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen eine Regelschule – das ist das Ergebnis einer Abfrage der Region Hannover, die neben der regionsweiten Schulstatistik „Schulen im Überblick“ nun zum dritten Mal gelaufen ist. 42 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die einen besonderen Förderbedarf haben, werden inklusiv beschult – ein Plus von 8,18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Die positiven Inklusionszahlen belegen, dass das Vertrauen in die Qualität der Angebote an den inklusiv arbeitenden Schulen steigt und Eltern verstärkt diese Angebote für ihr Kind auswählen“, sagt Ulf-Birger Franz, Bildungsdezernent der Region Hannover.

Quote steigt an 

Von insgesamt 6.086 Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Schwerpunkt haben im Schuljahr 2015/2016 mehr als jedes dritte Kind (42 Prozent/ 2.556 Kinder) eine Regelschule besucht. Im vorangegangenen Schuljahr lag die Quote bei 33 Prozent, im Schuljahr 2013/2014 bei 24 Prozent. Besonders markant ist wie auch im Vorjahr schon die Zunahme der Anzahl inklusiv beschulter Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen: Die Inklusionsquote dieses auslaufenden Schwerpunktes ist im Vergleich zum Vorjahr um 12,93 Prozentpunkte gestiegen. Aber auch bei allen weiteren Förderschwerpunkten hat sich die Quote der Schülerinnen  und Schüler, die eine Regelschule besuchen, nach oben entwickelt: Emotionale und soziale Entwicklung (plus 7,94 Prozent), Geistige Entwicklung (plus 3,92), Sprache (plus 7,54), Hören (plus 3,48), Sehen (plus 8,47) sowie Körperliche und motorische Entwicklung (plus 6,27).

Eltern haben Wahlfreiheit

Spitzenreiter der inklusiven Beschulung ist der Förderschwerpunkt Sehen: 67 Prozent der Kinder, die diesen Förderbedarf haben, werden auf einer Regelschule unterrichtet. Am geringsten fällt die Quote beim Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung aus: Drei Viertel der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Sprache besuchen eine Förderschule, ein Viertel eine inklusive Regelschule. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Quote allerdings ebenfalls verbessert (80:20 Prozent).

Für die Region ist das Ergebnis der Abfrage auch ein Beleg für die positive Auswirkung der Wahlfreiheit der Eltern: Seit dem Schuljahr 2013/14 haben die Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf die freie Wahl, ihr Kind an einer Förderschule oder einer inklusiv arbeitenden Regelschule unterrichten zu lassen. „Die Wahlfreiheit der Eltern gewährleistet, dass die beste Fördermöglichkeit für jedes Kind gewählt werden kann“, so Franz weiter.

Mehr Schulen in Wohnnähe vorhanden

Die Entwicklung ist aber auch darauf zurück zu führen, dass den Eltern zunehmend mehr wohnortnahe Schulen zur Verfügung stehen, die inklusiv arbeiten. Mit dem persönlichen Kontakt wird die Wahrnehmung und auch die Akzeptanz des Themas Inklusion, sowohl der Bevölkerung als auch der Eltern, gesteigert. „Der Erfolg der inklusiven Beschulung wäre nicht möglich ohne die Expertise und das Engagement der Förderschulen, die zunehmend eine Doppelrolle als Schule und als Förderzentrum haben“, sagt Franz.

Für die regionsweite Schulstatistik „Schulen im Überblick“ führt die Region Hannover seit dem Schuljahr 2013/14 eine ergänzende Abfrage zur inklusiven Beschulung durch. Ziel ist es, die Entwicklung des Wahlverhaltens der Eltern über mehrere Schuljahre hinweg darstellen zu können und den betroffenen Schulträgern stabilere Prognosen, beispielsweise zum Raumbedarf, liefern zu können. Die Region Hannover ist Trägerin von 16 Förderschulen.