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Fachtagung

Inklusion am Arbeits- und Ausbildungsmarkt

Region Hannover, Jobcenter Region Hannover und die Agentur für Arbeit haben sich zu einer Fachtagung getroffen.

Ein junger Mann im Rollstuhl, der mit Laptop auf dem Schoß im Park, umgeben von Bäumen, steht und tippt. © Fotolia

Mobilitätshilfe wird als Geldbetrag auf Ihr Konto überwiesen

Für mehr Chancengleichheit und Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben: Das gemeinsame Projekt „SAPHIR Hannover“ von der Region Hannover, dem Jobcenter Region Hannover und der Agentur für Arbeit Hannover ebnet Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung den Weg ins Berufsleben. Ob Bewerbungstraining, persönliches Coaching, passgenaue Jobvermittlung oder Begleitung bei der neu gefundenen Berufstätigkeit – „SAPHIR Hannover“ schafft neue und nachhaltige Perspektiven. Das erfolgreiche Projekt war maßgeblicher Impulsgeber für die gemeinsame Fachtagung „Inklusion am Arbeits- und Ausbildungsmarkt“ am Montag (5.12.), zu der die Projektpartner gemeinschaftlich eingeladen hatten.

„Inklusion ist und bleibt ein zentrales Thema – sie ist Chance und Herausforderung zugleich und kann nur gemeinschaftlich funktionieren“, so Regionspräsident Hauke Jagau, der die Fachtagung gemeinsam mit Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt eröffnete. „In Zukunft wird es noch stärker darum gehen, den Übergang von der inklusiven Schule in eine inklusive Ausbildung im Blick zu halten und gemeinsam daran zu wirken, gute und langfristige Arbeitsmarktperspektiven für ein gleichberechtigtes Miteinander zu schaffen!“

Inklusion auch in Ausbildung und Beruf

Cornelia Rundt, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung: „Die Landesregierung hat das Ziel, dass Menschen mit Behinderungen vollständig am Alltag teilhaben. Dazu gehört selbstverständlich auch die Arbeit. Die Rahmenbedingungen dafür schaffen wir auf Augenhöhe mit Menschen mit Behinderungen. Ich freue mich, dass dieser Prozess durch Projekte wie ,SAPHIR Hannover‘ mit Leben gefüllt wird. In seinem ganzheitlichen Ansatz unterstützt es unseren Leitgedanken auf ideale Weise.“

„Arbeitgeber, die Fachkräfte suchen und Menschen mit Behinderungen, die arbeiten wollen, müssen besser zusammengebracht werden“, forderte Petra Wontorra, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen. „Wir müssen beide Seiten auch von bürokratischen Hürden entlasten. Am besten wäre es, wenn Menschen mit Behinderungen als Ansprechpartner ausgebildet werden und damit sinnvolle neue Arbeitsplätze entstehen.“

Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an der Fachtagung teil, die sich unter der Moderation von Ninia LaGrande einen Tag lang dem Thema Inklusion am Arbeits- und Ausbildungsmarkt widmete. Neben fachlichen Beiträgen von unter anderem Prof. Dr. Josef Rützel von der TU Darmstadt sowie Gabriele Lösekrug-Möller, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, hatten die Teilnehmenden an insgesamt sechs Themeninseln die Möglichkeit, sich darüber auszutauschen, welche Angebote es bereits gibt, welche Bedarfe bestehen und wie Umsetzungen gelingen können. Dabei ging es etwa um „Inklusion im Übergang Schule – Beruf“, „SGB IX – Integrationsprojekte in der Region Hannover“ oder „Die Rolle und Verantwortung der Werkstätten für Menschen mit Behinderung“.

Gute Integrationsquote

Kern der Tagung war die gemeinsame Vorstellung des Projektes „SAPHIR Hannover“, das für „Selbstbestimmt am Arbeitsmarkt Partizipieren – Handlungsorientierte Inklusion in der Region Hannover“ steht und mit arbeitslosen Menschen mit einer Schwerbehinderung daran arbeitet, einen Weg in den Ausbildungsmarkt zu finden. Jedem Teilnehmenden steht ein Jobcoach zur Seite, der gemeinsam mit den Betroffenen in ausführlichen Coachings jeweilige Fähigkeiten und Ziele bespricht. Zwischen sechs und zwölf Monaten dauert die Coachingphase. Im sogenannten Jobcarving geht es darum, in Kooperation mit Arbeitgebern möglichst passgenaue Arbeitsfelder für die jeweiligen Teilnehmer zu finden – etwa in der Logistik, Bürokommunikation oder im Dienstleistungsbereich.

„Das Projekt ist deshalb so erfolgreich, weil die intensive Beratung und Begleitung von Arbeitgebern und Arbeitnehmerinnen und -nehmern mit Behinderung im Vordergrund steht“, so Erwin Jordan, Dezernent für soziale Infrastruktur der Region Hannover. „Nur so kann Inklusion in die Arbeitswelt gelingen.“

„Die Erfahrung mit unserem Beratungscenter für Menschen mit Behinderung zeigt, dass gezielte Beratung und Förderung eine Menge erreichen kann. Mit einer Integrationsquote von bislang 38 Prozent ist das Projekt SAPHIR für uns ein guter Erfolg“, betonte Michael Stier, Geschäftsführer des Jobcenters Region Hannover.

Seit 2015 gut 60 Teilnehmende in Beschäftigung vermittelt

Bärbel Höltzen-Schoh, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hannover, unterstrich: „Uns geht es gemeinsam darum, Menschen Ausbildung und Arbeit zu ermöglichen – und das unabhängig von Rechtskreis und Zuständigkeit. Der individuelle Erfolg im Rahmen des Projekts am Arbeitsleben teilhaben zu können, ist unser Ziel.“

„SAPHIR Hannover“ ist im Juni 2015 an den Start gegangen und wird aus Mitteln des Programms der Bundesregierung zur intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen mit einem Volumen von insgesamt rund 2,5 Millionen Euro für die Förderdauer von drei Jahren finanziert. Die Trägerschaft hat das DIAKOVERE Annastift Leben und Lernen gGmbH Berufliches Bildungs- und Eingliederungszentrum übernommen. Zum jetzigen Zeitpunkt – zur Projekthalbzeit – haben rund 180 Frauen und Männer an dem Projekt teilgenommen beziehungsweise nehmen daran teil. Davon wurden bereits 47 Teilnehmende über das Instrument der Probebeschäftigung in betriebliche Beschäftigungen und 18 Teilnehmende nachhaltig in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim (HAWK). Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.jobcenter-region-hannover.de/site/saphir/