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Zwei Frauen und Zwölf Männer stehen vor einer offenen Blockhütte, die Sonne taucht Personen, Gebäude und Bäume in goldenes Licht. © Region Hannover

Eröffnung der Schutzhütte am Findling mit Prof. Dr. Axel Priebs, Dezernent für Umwelt, Planung und Bauen der Region Hannover, und Marc Lahmann, Bürgermeister der Stadt Barsinghausen

Barsinghausen-Ostermunzel

Neue Schutzhütte auf dem Mühlenberg eröffnet

Wandernden und Radfahrenden bietet die neue Schutzhütte besten Blick auf den Gneis, der Findling wiederum soll Attraktion einer Geo-Route werden.

Mit bestem Blick auf den Gneis: Auf dem Mühlenberg bei Ostermunzel wurde heute eine neue Schutzhütte eröffnet, die den bestehenden Rad- und Wanderrastplatz gegenüber dem berühmten Findling ergänzt. An den Kosten von insgesamt 14.000 Euro für die Errichtung des wetterfesten Unterstandes aus Holz hat sich die Region Hannover mit rund 8.500 Euro beteiligt. Bauherrin ist die Stadt Barsinghausen, ausgeführt wurden die Arbeiten von der Barsinghäuser Beschäftigungsinitiative (BBI).

Faszinierender "Koloss von Ostermunzel"

Am Ende brachte er zwar nur 27,5 Tonnen auf die Waage – der "Koloss von Ostermunzel". Der Faszination für den Findlingsfund auf einem Acker des 350-Seelen-Dorfes tat dies keinen Abbruch. Hunderte verfolgten im letzten Jahr, wie der mit den Gletschern der Saale-Eiszeit nach Deutschland gelangte Gesteinsbrocken mit schwerem Gerät geborgen und zu seinem neuen Standort an einem viel befahrenen Rad- und Wanderweg gebracht wurde. Inzwischen ist der imposante Brocken – ein Gneis – auch offiziell ein Naturdenkmal und soll eine der Attraktionen einer geplanten Geo-Route werden. "Die Region Hannover beabsichtigt das Thema Erdgeschichte zukünftig stärker aufzugreifen. Gemeinsam mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) wollen wir in Form von sogenannten Geo-Touren auf anschauliche Art Wissen vermitteln und so auch ein neues Naherholungsangebot etablieren", kündigte Priebs an: "Der Gneis auf dem Mühlenberg soll dabei ein wichtiger Ausgangs- und Anlaufpunkt werden."

Per Fahrrad gut erreichbar

Rastplatz, Schutzhütte und Findling sind über das Freizeitwegenetz der "FAHRRADREGION Hannover" in Kombination mit örtlichen Netzen erreichbar. Drei der insgesamt 15 ausgeschilderten Freizeitradwege der FAHRRADREGION Hannover verlaufen durch das Calenberger Land und verbinden es mit dem Rad- und Wanderweg "Der Grüne Ring" und dem überregional bedeutsamen "Deisterkreisel".

Gesteinsformation "Gneis"

Gneise sind weltweit verbreitet und finden sich häufig in den alten Kernen der Kontinente, wo sie durch tief reichende Erosion freigelegt wurden. Sie bilden die ältesten Gesteinsformationen der Erde. Bei Gneis handelt es sich um ein sogenanntes metamorphes Gestein, also um ein Gestein, das durch erhöhte Druck- und Temperaturbedingungen sowie sehr lange Zeiträume wie sie bei der Gebirgsbildung herrschen, aus verschiedenen Ursprungsgesteinen entstanden ist. Diese Ursprungsgesteine können Sedimente oder Verwandte des durch Schmelzprozesse gebildeten Granits sein.

Geowissenschaftler, die die schon fast kriminalistische Aufgabe vor sich haben, diesen Ursprung zu identifizieren, müssen sich einzelne Minerale und das Gefüge des Gneises genau anschauen, um die Bildungsbedingungen und die Geschichte des Gneises zu ergründen. Das Alter des Ostermunzeler Findlings wird auf über 1,5 Milliarden Jahre geschätzt. "Es handelt sich um einen bemerkenswerten und für Niedersachsen äußerst seltenen Fund, der viel über die Entstehung der Erde erzählen kann", so Prof. Priebs.

(Veröffentlicht: 21. Dezember 2016)