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Klimaschutztour 2016

PV-Anlage am Klärwerk Helstorf im Praxis-Check

Umweltdezernent der Region Hannover informierte sich bei Bürgermeister Uwe Sternbeck über die Klimaschutzaktivitäten der Stadt.

Eine Frau und vier Männer stehen vor einer Solaranlage. © Region Hannover

(v. lks.): Marcus Biermann (Vorstand NaturEnergie Region Hannover eG), Bürgermeister Uwe Sternbeck, Rike Arff (Leiterin Klimaschutzleitstelle der Region Hannover), Prof. Dr. Axel Priebs (Umweltdezernent der Region Hannover, Jörg Homeier (Fachbereichsleiter Infrastruktur der Stadt Neustadt a. Rbge. und technischer Leiter Abwasserbehandlungsbetrieb) und Udo Sahling (Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover).

Zukunftsweisende Klimaschutzvorhaben und die Fortschritte bei der Umsetzung der Klimaschutz-Aktionsprogramme in den Kommunen stehen im Mittelpunkt der "Regionalen Klimaschutztour" des Umweltdezernenten der Region Hannover. Am Mittwoch, 24. August, informierte sich Prof. Dr. Axel Priebs in Neustadt a. Rbge. bei Bürgermeister Uwe Sternbeck über die Klimaschutzaktivitäten der Stadt. Gemeinsam besichtigten sie die am Klärwerk Helstorf installierte und von der Region Hannover geförderte Photovoltaik-Freiflächenanlage.

Zufrieden mit dem Betrieb

Bürgermeister Uwe Sternbeck zeigte sich zufrieden mit dem Betrieb der im Sommer 2015 eingeweihten und vom Abwasserbehandlungsbetrieb Neustadt a. Rbge. (ABN) errichteten PV-Anlage. "Unsere Erwartungen haben sich erfüllt, etwa ein Drittel des gesamten Strombedarfs der Kläranlage deckt die Solaranlage direkt ab", berichtete Sternbeck. 420 Module auf sechs Tischreihen können jährlich mehr als 90.000 Kilowattstunden Strom liefern – rund 67.000 Kilowattstunden nimmt die Anlage jährlich ab. Damit ist sie die leistungsstärkste, auf dem Gelände einer Kläranlage installierte, PV-Freiflächenanlage in der Region Hannover.

Förderanträge können gestellt werden

Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Priebs lobte das Projekt als wichtigen Beitrag auf dem Weg zur klimaneutralen Region Hannover bis zum Jahr 2050: "Die Solaranlage vermindert den CO2-Ausstoß pro Jahr um mehr als 20 Tonnen und spart Energiekosten ein. Solche positiven Beispiele brauchen wir für die Energiewende vor Ort." Priebs verwies auf die "Leuchtturmrichtlinie" der Region, über die Förderanträge für vorbildliche Klimaschutzvorhaben gestellt werden können. Die Region hat die PV-Anlage in Helstorf darüber mit rund 73.000 Euro gefördert. "Die Richtlinie wendet sich neben Einwohnerinnen und Einwohnern der Region Hannover auch an Kommunen sowie Vereine, Verbände und Firmen, die ein innovatives Projekt umsetzen möchten", sagte Priebs.

Zahlreiche Klimaschutzaktivitäten in Neustadt a. Rbge.

Bürgermeister Sternbeck ergänzte, dass die NaturEnergie Region Hannover eG auf dem Betriebsgebäude der Kläranlage Basse eine PV-Anlage betreibt. Weitere Anlagen der Energiegenossenschaft seien in Neustadt a. Rbge. auf mehreren Schulen und Privatgebäuden installiert. Er begrüßte, dass sich Bürgerinnen und Bürger über die Genossenschaft direkt an Erneuerbare-Energien-Anlagen beteiligen können, um die Energiewende vor Ort zu voranzutreiben. Aktuell wirbt die Genossenschaft verstärkt um neue Mitglieder und hat dabei den Bau von Bürgerwindenergieanlagen im Blick. Die Region Hannover unterstützt den Genossenschaftsgedanken, weshalb sie die Werbeaktivitäten der NaturEnergie bezuschusst hat.

Konstruktive Zusammenarbeit

Sternbeck betonte, dass die Zusammenarbeit mit der Region zum Klimaschutz auch beim Radverkehr sehr konstruktiv sei. So werde die Stadt Neustadt a. Rbge. in Kürze 250 neue Fahrradabstellanlagen installieren, die die Region über das Handlungskonzept Radverkehr finanziere. "Zudem werden wir uns auch weiterhin am Wettbewerb Stadtradeln des Klima-Bündnisses beteiligen", kündigte der Bürgermeister an. An dem Wettbewerb hatten in diesem Jahr erstmalig alle Regionskommunen teilgenommen.

Neues LED-Projekt zum Umrüsten der Straßenbeleuchtung

Aktuell startet die Stadt ein LED-Projekt zum Umrüsten der Straßenbeleuchtung. Dabei sollen im Frühjahr 2017 die ersten 600 von insgesamt 1.200 Standardleuchten mit modernen energiesparenden LED-Leuchtmitteln ausgestattet werden. Die Stadt konnte für diese Maßnahme Fördergelder in Höhe von rund 57.000 Euro einwerben. Mit der Umrüstung der Standardleuchten können etwa 122 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Die Stadt beteiligt sich mit Eigenmitteln in Höhe von 170.000 Euro. Diese Investition hat sich nach etwa vier Jahren durch Stromeinsparungen amortisiert.

Bildungsarbeit für die Kleinsten

Ein positives Fazit zog Sternbeck auch zu den umgesetzten Klimaschutzaktionen an den Kindertagesstätten. Hier besuchte ein Energieberater der Klimaschutzagentur verschiedene Einrichtungen und nahm gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und den Kindern die Räumlichkeiten der Kita genau unter die "Stromsparlupe". Schon die Kleinsten wurden durch dieses Projekt spielerisch an die Themen "Energie sparen", "erneuerbare Energien" und "nachhaltiger Klimaschutz" herangeführt. Als Multiplikatoren bringen die Kinder ihr erlerntes Wissen in die Familien und tragen es so in breite Öffentlichkeit. "Die Aufklärung der Kinder ist einer der wichtigsten Bausteine für nachhaltigen Klimaschutz", erklärte Sternbeck. "Wer von klein auf den bewussten Umgang mit unseren Ressourcen erlernt, wird auch im späteren Leben verantwortungsbewusst mit ihnen umgehen", ist der Bürgermeister überzeugt.

Einen umfassenden Einblick

zu den zahlreichen Aktivitäten der Stadt und zum Umsetzen des 2009 beschlossenen Klimaschutz-Aktionsprogramms verschafft der aktuelle Klimaschutzbericht, den Sternbeck vorstellte. Dieser steht unter www.neustadt-a-rbge.de zum Herunterladen bereit.

Klimaschutzprojekte in den Schulen

Umweltdezernent Priebs zeigte sich beeindruckt von der Vielzahl an Projekten in Neustadt a. Rbge., insbesondere davon, dass die Stadt stark darauf setzt, bereits die Kinder für klimabewusstes Verhalten zu sensibilisieren. Auch in den Schulen fanden in den letzten Jahren verschiedene Klimaschutzprojekte statt. Darunter die Umsetzung eines modernen Beleuchtungskonzeptes an der Kooperativen Gesamtschule (KGS). Hier wurden ebenfalls die alten Leuchtmittel gegen energiesparende LEDs ausgetauscht.

Das Projekt ‚KlimaPlus‘ geht weiter

Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur, verwies auf die seit 2014 bestehende Kooperationsvereinbarung für mehr Klimaschutz in Neustadt. Er betonte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt bei Beratungsangeboten für Bürgerinnen und Bürger. "Es freut mich besonders, dass wir vor Kurzem mit der Weiterführung des erfolgreichen Projekts ‚KlimaPlus‘ an Neustädter Schulen beauftragt wurden, um nachhaltig Umweltbewusstsein an den Schulen zu verankern", sagte Sahling.

Hintergrund zur Klimaschutztour

Wie steht es um den Klimaschutz in den Kommunen in der Region Hannover? Wie kann dieser weiter vorangebracht werden und wie kann die Region diesen Prozess fördern? Diese und andere Fragen diskutiert der Umweltdezernent der Region Hannover, Prof. Dr. Axel Priebs, regelmäßig vor Ort mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie Expertinnen und Experten im Rahmen seiner Regionalen Klimaschutztour. "Damit innovative Konzepte und die wichtigsten Projekte schnell verwirklicht werden können, möchte die Region Hannover die Kommunen unterstützen", erläuterte Priebs die Zielsetzung seiner Tour. Eine Möglichkeit hierzu bietet die Richtlinie über die finanzielle Förderung regionalbedeutsamer Projekte und Vorhaben im Bereich Klimaschutz in der Region Hannover. Die Förderrichtlinie steht im Internet bereit unter www.hannover.de/leuchtturmrichtlinie.