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An FSME-Impfung denken

Zecken im Frühsommer auf dem Vormarsch

Sommerzeit ist Urlaubszeit: Wer seinen Urlaub nicht nur in Straßencafés und Museen sondern auch in der freien Natur verbringen möchte, sollte sich unbedingt informieren, ob das Reiseziel in einem Risikogebiet für die von Zecken übertragene FSME-Erkrankung (Frühsommer-Meningo-Encephalitis) liegt.

Dr. Mustafa Yilmaz, Dr. Masyar Monazahian und Prof. Dr. Dr. Helmut Eiffert © NLGA

Dr. Mustafa Yilmaz, Dr. Masyar Monazahian und Prof. Dr. Dr. Helmut Eiffert informieren über Schutzmaßnahmen vor Zeckenstichen und über FSME

Niedersachsen kein ausgewiesenes FSME-Risikogebiet

Neben großen Teilen von Süddeutschland gibt es auch in vielen Ländern Mittel- und Osteuropas ein hohes Risiko, sich bei einem Zeckenstich mit FSME zu infizieren. In Niedersachsen gibt es bislang noch kein ausgewiesenes Risikogebiet. Allerdings sind am Landesgesundheitsamt seit 2002 neun FSME-Erkrankungen bekannt, bei denen die Ansteckung vermutlich in Niedersachsen erfolgt ist. Um mehr über die Verbreitung von FSME in Niedersachsen zu erfahren, führt das Landesgesundheitsamt seit 2006 eine Studie bei Forstbediensteten durch und untersucht stichprobenhaft Zecken in Niedersachsen auf FSME.

„In den Jahren 2008 bis 2015 wurden mehr als 46 000 Zecken an mehr als 500 Orten in ganz Niedersachsen gesammelt. Dabei konnte das FSME-Virus bei vier Zecken aus den Regionen Cuxhaven und Nienburg nachgewiesen werden“, sagte Dr. Masyar Monazahian. „Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass FSME-Viren in der Zeckenpopulation auftreten, wir aktuell aber von einer sehr geringen Zahl infizierter Zecken ausgehen können.“

Symptome von FSME

Wer an der FSME erkrankt, merkt dies nicht unbedingt: Bei 70 bis 80 % der Infizierten verläuft die Erkrankung sehr milde und ähnelt eher einer Sommergrippe. In 20 bis 30 % aller Fälle kommt es nach einem symptomfreien Intervall aber zu starken Krankheitssymptomen verbunden mit hohem Fieber.

„Dann kann es zu einer Hirnhautentzündung, einer Gehirnentzündung oder einer Entzündung des Rückenmarks kommen. Auch bleibende Schäden wie Lähmungen können nicht ausgeschlossen werden“, sagte Prof. Dr. Dr. Helmut Eiffert von der Universitätsmedizin Göttingen. „Es gibt keine Arzneimittel, mit denen sich eine FSME-Erkrankung behandeln und heilen lässt. Aus diesem Grund kommt der Impfung eine besondere Bedeutung zu.“ Den wirksamsten Schutz gegen eine FSME-Infektion bietet die Impfung. Gerade Kinder sollten den nötigen Impfschutz erhalten, da sie durch ihr altersbedingtes Verhalten in der freien Natur in starkem Maße den Zecken und ihren Stichen ausgesetzt sind.

Schutz vor FSME

„Um einen sicheren Schutz zu erreichen, sind mindestens zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen notwendig“, sagte Dr. Mustafa Yilmaz, Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover. „Deshalb sollte man unbedingt rechtzeitig vor Beginn der Urlaubsreise an die Impfung denken und sich ärztlich beraten lassen.“ Nach zwei Impfungen besteht ein Schutz, der allerdings nur etwa ein Jahr anhält. Um den Impfschutz zu komplettieren, ist eine dritte Impfung notwendig, die fünf bis zwölf bzw. neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung fällig ist. Der Impfschutz hält dann mindestens drei Jahre. Bei Reisen in FSME-Risikogebiete in Deutschland werden die Impfkosten in der Regel von den Krankenkassen getragen. Bei Reisen in FSME-Risikogebiete im europäischen Ausland müssen die Kosten für eine Schutzimpfung von den Reisenden selbst getragen werden. Einige Krankenkassen erstatten jedoch den Betrag bei Vorlage der ärztlichen Rechnung.

Schutz vor Zeckenstichen

Neben der Impfung gibt es weitere Vorsorgemaßnahmen, um sich vor Zeckenstichen zu schützen:

  • Insbesondere beim Durchstreifen des Unterholzes sollte möglichst den Körper bedeckende helle Kleidung (auf der man Zecken gut erkennen kann) und festes Schuhwerk getragen werden.
  • Zeckenabweisende Hautschutzmittel sollten eingesetzt werden, bieten aber keinen 100%-igen Schutz vor Zeckenstichen.
  • Kinder sollten nach dem Spielen in Wald und Wiese gründlich abgesucht werden. Das gilt natürlich auch für Erwachsene, wenn sie sich in entsprechender Umgebung aufgehalten haben. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen. Deshalb sollte an den Armen, in den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Schritt gründlich nach Zecken gesucht werden.
  • Auch bei Spaziergängen mitgeführte Tiere sollten immer kontrolliert werden, da umherwandernde und noch nicht angesaugte Zecken bei engem Kontakt auf den Menschen übergehen können.

Das richtige Entfernen einer Zecke

Und wenn man eine Zecke findet, die bereits zugestochen hat, gilt immer: Zecken möglichst schnell entfernen, da sie auch andere Krankheiten übertragen können, gegen die man sich nicht impfen lassen kann, wie die Borreliose. Die Entfernung der Zecke kann mit den Fingerspitzen oder einem Hilfsmittel wie einer Pinzette oder einem anderen geeigneten Zeckenentferner (z. B. Zeckenkarte, -zange, -schlinge) geschehen. Dabei sollte die Zecke dicht an der Hautstelle, an der sie sich festgesaugt hat, gefasst und dann vorsichtig herausgezogen werden, ohne die Zecke zu zerquetschen. Anschließend sollte die Stichstelle möglichst desinfiziert werden.