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Altlasten

Altablagerung „SAD Hegerwisch“ in Garbsen

Die Untersuchung hat ergeben, dass die Nutzung des Areals als Weide zur Zeit nicht zulässig ist.

Wiese mit Löwenzahn, dahinter ein Bauernhaus und blauer Himmel © Region Hannover, Stahl

Wiesenlandschaft im Frühjahr

Die Region Hannover hat die orientierenden Untersuchungen im Bereich der Altablagerung „Hegerwisch“ in Altgarbsen abgeschlossen. Ein Resultat: Auf der heute als Weidefläche genutzten und bis in die 1960-er Jahre als Deponie für gefährliche Abfälle dienende ehemalige Sand- und Kiesgrube ist die bestehende Grünlandnutzung unzulässig. Die Abdeckung des Müllkörpers ist gegenwärtig nicht ausreichend genug, der Oberboden der Altablagerung ist durch PCB belastet. Gute Nachricht hingegen für die Bewohnerinnen und Bewohner der benachbarten Wohnsiedlung Grandkuhle: Bei der Analyse der Bodenluft wurden keine Schadgase festgestellt, lediglich eine leichte Belastung mit aromatischen Kohlenwasserstoffen. Eine Gefährdung für die menschliche Gesundheit ist dadurch nicht zu befürchten. Für das Grundwasser, das den Deponiekörper durchströmt, sind jedoch noch weitergehende Untersuchungen erforderlich.  

Die Untersuchungsergebnisse

Die Untersuchungsergebnisse im Einzelnen: Der Altablagerungskörper wird von einer im Durchschnitt rund 70 Zentimeter dicken feinsandig-schluffigen Mutterbodenschicht mit Grasnarbe abgedeckt. Darin sind wechselnde Anteile an Bauschutt und Ziegelbruch sowie vereinzelt Schlacke zu finden. Darunter folgt bis 4,7 Meter unter Geländeoberkante der eigentliche Müllkörper. Das Deponat setzt sich aus einer Mischung von Gummi- und Textilabfällen, Formsanden, Magnesiumkrätze, Metalldrähten, Textil- und Holzabfällen, Farb-, Plastik- und Teerresten zusammen.

Das Deponat ist massiv durch organische Schadstoffe wie Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), polyzyklische juaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX) und Polychlorierte Biphenyle (PCB), untergeordnet leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (kurz LHKW) sowie den Schwermetallen Zink, Chrom und Kupfer belastet. Gleichzeitig sind stark erhöhte Gehalte von Aluminium und Magnesium festgestellt worden. Damit bestätigt sich die Annahme, dass im Bereich der Altablagerung Hegerwisch eine Ablagerung metallurgischer Abfälle stattgefunden hat. Generell ist das Deponat, sofern es bei möglichen Tiefeneingriffen zu Tage gefördert wird, als gefährlicher Abfall einzustufen, der über die NGS - Niedersächsische Gesellschaft zur Endablagerung von Sonderabfall mbH fachgerecht entsorgt werden müsste.

Der Oberboden auf der Altablagerung ist durch PCB belastet und die Abdeckung des Müllkörpers ist nicht ausreichend. Die bestehende Grünlandnutzung ist daher unzulässig. Gemeinsam mit dem Eigentümer der betroffenen Fläche wird überlegt, welche Schritte erforderlich sind, damit die landwirtschaftliche Nutzung gesichert weitergeführt werden kann. Aufgrund der bestehenden Mängel sind Untersuchungen zum Aufwuchs erforderlich oder andere Maßnahmen (Bodenauftrag oder Brachfläche) zu ergreifen.

Zur Erkundung einer möglichen Auswirkung schädlicher Deponiegase auf die Bodenluft im  Bereich der Siedlung Grandkuhle wurden an zwei Stellen Bodenluftuntersuchungen durchgeführt. Dabei sind keine Schadgase wie Methan oder Schwefelwasserstoff gefunden worden. Die Untersuchung auf flüchtige organische Lösemittel hat eine leichte Belastung der Bodenluft mit aromatischen Kohlenwasserstoffen (BTEX) ergeben. Eine Gefährdung für die menschliche Gesundheit ist dadurch nicht zu befürchten.

Das Grundwasser strömt von Norden in die Altablagerung hinein und verlässt sie dann in Richtung Süden, zur Leine beziehungsweise zum Marschgraben hin. Außerhalb der Altablagerung wird das Grundwasser hauptsächlich durch aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX) verunreinigt.

Die Untersuchungen haben außerdem Hinweise darauf geliefert, dass in der Altablagerung verstärkt ein natürlicher Abbau von organischen Schadstoffen abläuft. Da die hohe Schwermetallbelastung zudem an das Deponatmaterial gebunden ist, stellt sie keine Gefährdung für das Grundwasser dar.

Wie geht es weiter?

Für das Grundwasser sind jedoch weitergehende Untersuchungen erforderlich. Damit soll geklärt werden, ob südlich des Maschgrabens eine Schadstofffahne vorhanden ist. Die weiterführenden Untersuchungen zum Grundwasser werden durch das Team Boden- und Grundwasserschutz West/Abfall der Region Hannover veranlasst. Im Maschgraben sind keine schädlichen Einflüsse der Altablagerung zu beobachten.

Im September vergangenen Jahres hat die Region Hannover mit orientierenden Untersuchungen im Bereich der Altablagerung „SAD Hegerwisch“ in Garbsen begonnen. In die vollständig verfüllte und inzwischen komplett überdeckte Sand- und Kiesgrube im Stadtteil „Alt-Garbsen“ wurden in den 1960er Jahren ungeordnet gefährliche Abfälle entsorgt. Die Altablagerung ist ca. 13.600 Quadratmeter groß und wird derzeit als Weidefläche genutzt. Im Nordwesten grenzt die Altablagerung an die in den 1970er Jahren errichtete Wohnsiedlung Grandkuhle, im Süden an den Marschgraben. Östlich und nördlich davon schließen sich weitere Weideflächen an.