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Mehrere Menschen blicken auf niedergelegte Trauerkränze. © Region Hannover

Kranzniederlegung (von links): Thela Wernstedt, Michael Höntsch, Michaela Michalowitz, Thomas Hermann, Andrej Sitnov, Salomon Finkelstein, Henry Korman, Reinhold Weismann-Kieser

Region und Landeshauptstadt

Gemeinsam der Opfer gedenken

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs sind 59 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter auf dem Gelände der ehemaligen israelitischen Gartenbauschule in Ahlem ermordet worden. Region und Landeshauptstadt erinnern an die Opfer in einer gemeinsamen Gedenkstunde.

Vormals Ort der jüdischen Selbstbehauptung und Emanzipation wurde die Gartenbauschule damit zu einer Stätte brutaler Hinrichtungen. Dem Thema "Zwangsarbeit im Dritten Reich" wird nach wie vor wenig Beachtung geschenkt, obwohl es ein flächendeckendes Phänomen war, das sich bis in das Alltagsleben der deutschen Bevölkerung ausdehnte und die Weiterführung des Kriegs überhaupt erst möglich machte.

Im Rahmen einer Gedenkstunde haben am Mittwoch, 22. März 2017, die stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz und Thomas Hermann, Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, an die ermordeten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter erinnert. Unter den rund 80 Gästen der Veranstaltung waren auch die Zeitzeugen Salomon Finkelstein und Henry Korman. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde von der Gruppe "Soulfruit", die John Lennons "Imagine" sang.

Im Mittelpunkt der Gedenkstunde stand eine filmische Collage der Historiker Shaun Hermel und Janet von Stillfried mit dem Titel "Krieg – Zwangsarbeit – Tod – Hoffnung", die sich mit den letzten Kriegswochen und der Angst der Opfer vor der nationalsozialistischen Verfolgung beschäftigt. Im Anschluss an die Gedenkstunde fand am ehemaligen Hinrichtungsort auf dem Gelände der Gartenbauschule die Kranzniederlegung  statt.

(Veröffentlicht: 22. März 2017)