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Tuberkulose Erkrankung

Tuberkulose mit Wachsamkeit begegnen

Tuberkulose-Erkrankungen haben in Niedersachsen und der Region Hannover in den vergangenen Jahren zugenommen. Aus Anlass des Welt-Tuberkulosetages am 24. März informieren das Landesgesundheitsamt Niedersachsen und das Gesundheitsamt der Region Hannover über Tuberkulose-Erkrankungen und ihre Vermeidung.

Hustender junger Mann auf einem Sessel © Africa Studio / fotolia.com

Husten kann viele Ursachen haben

Im vergangenen Jahr wurden in Niedersachsen 394 Tuberkulosefälle registriert, etwas weniger als im Vorjahr aber immer noch einer der höchsten Werte der vergangenen 10 Jahre. In der Region Hannover wurden 73 Fälle registriert, ebenso viele wie im Vorjahr. Ein Anstieg der Tuberkuloseneuerkrankungen ist in Niedersachsen - wie auch in ganz Deutschland - bedingt durch Veränderungen der Altersstruktur der Bevölkerung und Migrationsbewegungen bereits seit dem Jahr 2011 zu beobachten.

Eine Infektionskrankheit, die nicht sofort ausbrechen muss

Bei der Tuberkulose handelt es sich um eine Infektion, die sehr lange teilweise über Jahre oder Jahrzehnte ohne besondere Krankheitszeichen verlaufen kann, da das körpereigene Abwehrsystem die Erreger einkapseln kann. Lässt die Abwehrkraft nach, kann es zum Ausbruch und zur Ansteckungsfähigkeit kommen. Dies ist der Grund, warum ältere Menschen an Tuberkulose erkranken.

Außerdem kommt die Tuberkulose in vielen Teilen der Welt auf Grund der sozialen Bedingungen und schlechterer medizinischer Versorgung häufiger vor als in Deutschland. Deshalb werden beispielsweise Asylsuchende, die in eine Gemeinschaftsunterkunft aufgenommen werden, auf Tuberkulose untersucht.

Erkennen, behandeln, Ansteckung vermeiden

„Die Tuberkulose ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten, der wir mit Wachsamkeit begegnen müssen“, sagt Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes.„Wichtigstes Ziel ist es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und wirksam zu behandeln, um weitere Ansteckungen zu verhindern.“

Das macht das Gesundheitsamt der Region Hannover

„Das Gesundheitsamt der Region Hannover registriert jeden gemeldeten Erkrankungsfall und überprüft, wer mit dieser Person in Kontakt war und sich eventuell angesteckt haben könnte. Wir beraten und begleiten die Erkrankten und ihre Kontaktpersonen. Unsere Aufgabe ist auch, die Weiterverbreitung der Erkrankung zu verhindern“, sagt Dr. Mustafa Yilmaz, Amtsarzt der Region Hannover. Tückisch bei der Tuberkulose: Die Krankheit gibt sich nicht durch typische Anzeichen zu erkennen, sondern äußert sich oft nur durch allgemeine Beschwerden wie langanhaltender Husten, Gewichtsabnahme, Müdigkeit und nächtliches Schwitzen. Treten solche Beschwerden über einen längeren Zeitraum auf, sollten ein Arzt oder eine Tuberkulose-Beratungsstelle der Gesundheitsämter aufgesucht werden. In der Region Hannover steht das TeamInfektionsschutz/Tuberkulose für weitere Auskünfte oder Terminvereinbarungen unter Telefon (0511) 616-22888 oder per E-Mail tuberkulose@region-hannover.de zur Verfügung.

Hier gibt es mehr Informationen

Ausführliche Informationen zur Tuberkulose bieten auch die Internetseiten www.hannover.de und www.nlga.niedersachsen.de .

Anzahl der Erkrankungen weltweit

Die WHO schätzt die Anzahl der 2015 weltweit an Tuberkulose Erkrankten auf 10,4 Millionen Menschen. Im selben Jahr starben 1,8 Millionen Menschen an einer Tuberkulose. Damit bleibt die Tuberkulose eine der weltweit am häufigsten zum Tode führenden übertragbaren Krankheiten. Daher ruft die WHO am 24. März zum Welt-Tuberkulosetag auf.

„Wir nutzen hier in Niedersachsen unsere medizinischen Möglichkeiten, um sowohl den Betroffenen zu helfen als auch Ansteckungen zu verhindern – das funktioniert gut und es besteht keine generelle Gefahr für die Bevölkerung“, sagt Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt: „Es bedarf indes weiterhin der steten Aufmerksamkeit, Fälle frühzeitig zu entdecken. Der Welttuberkulosetag ist ein guter Anlass, dies in Erinnerung zu rufen.“ Hauke Jagau, Präsident der Region Hannover, ergänzt: „Die Bürgerinnen und Bürger können Vertrauen in unsere gute medizinische Versorgung haben. Das Gesundheitsamt der Region hat die Entwicklung von Tuberkulose-Erkrankungen im Blick und reagiert, wo es nötig ist.“

Kurzbericht des NLGA

Zum diesjährigen Welt-Tuberkulosetag hat das NLGA einen Kurzbericht in der neuen Reihe „NLGA – Thema im Fokus“ herausgegeben, der sich mit Daten und Fakten zur Tuberkulose in Niedersachsen beschäftigt. Darüber hinaus greift der Bericht die Themen Tuberkulose unter Asylsuchenden in Niedersachsen 2015/2016 sowie Tuberkuloseumgebungsuntersuchungen in Niedersachsen auf. Der Bericht und weitere Informationen über Tuberkulose sind auf der Internetseite www.nlga.niedersachsen.de zu finden.

Das ist Tuberkulose

Lungentuberkulose © Region Hannover

Lungentuberkulose

Die häufigste Form der Tuberkulose ist die Lungentuberkulose. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, wenn durch Husten, Niesen oder Sprechen einer an Lungentuberkulose erkrankten Person Tuberkulosebakterien in der Luft verteilt werden. Werden diese Bakterien von einer anderen Person eingeatmet, kann es zu einer Infektion kommen. Heute ist jedoch bekannt, dass die Ansteckungsfähigkeit im Vergleich zu anderen Erkrankungen wie zum Beispiel Influenza deutlich geringer ist. Insbesondere erkrankte Kleinkinder sind in der Regel nicht ansteckend für andere Personen, da ihr Husten nicht so kräftig ist wie bei Erwachsenen. Außerdem können durch die Gabe von Antibiotika in einem frühen Stadium eine Erkrankung und damit die Ansteckungsfähigkeit vermieden werden. Zusammen mit stabilen sozialen Verhältnissen ist die hochwertige gesundheitliche Versorgung der maßgebliche Grund dafür, dass Deutschland zu den Staaten mit einem sehr geringen Tuberkulosevorkommen zählt.

(veröffentlicht: 21. März 2017)