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Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum

Daseinsvorsorge geht alle an

Mithilfe von Karten und regionalen Netzwerken die Versorgung mit Hausarztpraxen, Schulen, Kitas und Einkaufsmöglichkeiten planen.

Menschen sitzen vor einer Karte, die mit Fähnchen und Klebezetteln bestückt ist © Region Hannover

Planung visualisiert

Viele Menschen auf dem Land, aber auch in der Stadt stellen sich diese Fragen: Wie gut komme ich als Patient*in zur Arztpraxis, meine Kinder zum Kindergarten oder zur Schule? Finden sie dort auch einen Platz? Wo sind die nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeiten und wie komme ich da auch ohne eigenes Auto hin? Welche Freizeitangebote machen eine Region für Jugendliche attraktiv?

Diese Fragen hat sich eine 13-köpfige, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte, Innovationsgruppe von Raum- und Verkehrsplanerinnen, Wirtschaftswissenschaftlern sowie Praktikern für drei Regionen gestellt: die Stadt Köln und ihr Umland, den Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover und den Landkreis Göttingen. Die Gruppe entwickelte  gemeinsam mit regionalen Akteuren Ansätze, die helfen diese Orte zu erhalten, zu fördern oder mit Karten zu beplanen. Die entwickelten Ansätze sollten nun von regionalen Akteuren weiter umgesetzt werden.

In regionalen Workshops in den Landkreisen Nienburg/Weser, Heidekreis, Hameln-Pyrmont, Schaumburg, Göttingen und Osterode am Harz sowie der Stadtregion Köln wurden Anbieter und Fachleute der Daseinsvorsorge, wie Kommunalverwaltungen, Betriebe des Einzelhandels, die Kassenärztlichen Vereinigungen und medizinisch Tätige  aus den Regionen beteiligt. Die Ergebnisse wurden am 26. Februar 2019 auf einer Abschlusskonferenz mit rund 160 Gästen einem breiten Publikum aus Wissenschaft und Praxis in Göttingen präsentiert.

Über die vierjährige Projektlaufzeit wurden in den Praxisregionen jeweils Netzwerke gestärkt, die künftig die Organisation der Daseinsvorsorge erleichtern sollen. Durch die Unterstützung der Innovationsgruppe ist es in Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen vor Ort gelungen, bereits konkrete Maßnahmen anzustoßen. So freut sich beispielsweise Regina Meyer, Demografiebeauftragte des Landkreises Göttingen, „dass die Analysen des Projektes eine wichtige Arbeitsgrundlage für weitere Planungen des Landkreises geworden sind. Wir können somit eine Statistikstelle aufbauen und setzen nun den damit verbundenen Prozess "Demografie- und Sozialmonitoring" im laufenden Jahr um.“

Als ein weiteres Ergebnis des Projekts entwickelten die Wissenschaftler*innen in Kooperation mit dem Land Niedersachsen einen „Digitalen Daseinsvorsorgeatlas“.  Dieser generiert automatisch Karten. Er ist eine web-basierte Software für Fachplanungen in öffentlichen Behörden, die sich  ein Bild über die Verteilung, Erreichbarkeit für Arztpraxen, Einkaufsmöglichkeiten, Kitas und Schulen sowie Bevölkerungsdaten machen möchten. "Perspektivisch möchte die Stadtverwaltung mit dem Werkzeug arbeiten", so Klaus Becker, Bürgermeister der Stadt Osterode am Harz: "denn mit dem digitalen Daseinsvorsorgeatlas haben wir als Stadt eine hilfreiche Grundlage für strategische Entscheidungen, bspw. für die Kita- oder Grundschulplanung".

Ab dem 26.02.2019 beginnt für die neu entwickelte Software eine Pilotphase, in der Fachplaner*innen aus dem Landkreis Göttingen und dem Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover diese erstmalig nutzen können. Ein Vorteil für die Einführung dieser neuen Planungs- und Analysesoftware ist, das Land Niedersachsen als starken Partner an der Seite zu haben. Ansprechpartner für den Daseinsvorsorgeatlas Niedersachsen ist das Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung.

„Insgesamt konnten die im Projekt engagierten Städte und Landkreise nicht nur inhaltlich von der Teilnahme an der BMBF-geförderten Innovationsgruppe UrbanRural SOLUTIONS profitieren, sondern haben mit dem „Werkzeugkoffer Dialogprozess“ und dem parallel entstandenen digitalen Daseinsvorsorgeatlas zwei hervorragende Instrumente zur Verfügung, um künftige Projekte im Bereich der Daseinsvorsorge gemeinsam zu bearbeiten“, so Landrat Tjark Bartels, Vorsitzender des Netzwerks Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover.

Die Ergebnisse und Erfahrungen aus der Arbeit sowie Handreichungen zu wieder anwendbaren Methoden wurden in verschiedenen Berichten zusammengefasst. Sie können unter http://www.vsl.tu-harburg.de/urbanruralsolutions  heruntergeladen werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte das Vorhaben zwischen 2015 und 2019 als "Innovationsgruppe für ein nachhaltiges Landmanagement“.

Herausgeber der Pressemitteilung: Landkreis Göttingen im Namen der Innovationsgruppe UrbanRural SOLUTIONS

FB 61 Planung und Raumordnung

– Geschäftsstelle Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover –