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Spielsteine tragen einzelne Buchstaben und liegen durcheinander. © Florian Smit, Region Hannover

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Sprachförderung

Sprache und Medienkonsum früh im Blick

Der Bedarf an Sprachförderung steigt. Die Gründe dafür und Präventionsmaßnahmen finden sich im neuen Bericht des Fachbereichs Jugend der Region Hannover zum Thema Prävention.

Schuleingangsuntersuchung © Region Hannover

Schuleingangsuntersuchung

Tablet, TV oder Smartphone – digitale Medien sind mittlerweile fester Bestandteil in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Seit dem vergangenen Jahr nimmt die Region Hannover in den Schuleingangsuntersuchungen auch die Mediennutzung der rund 10.500 jährlich untersuchten Kinder in den Blick. Rund die Hälfte der Kinder (45,9 Prozent) verbringt täglich bis zu einer Stunde vor dem Bildschirm, 18,6 Prozent tun dies bis zu zwei Stunden, 5 Prozent der Kinder sogar mehr als zwei Stunden pro Tag. Die Auswertungen zeigen eindeutig: Bei Kindern, die länger und öfter Medien nutzen, ist der Anteil an Sprach- und Verhaltensauffälligkeiten deutlich erhöht. Bei täglich zwei Stunden oder mehr elektronischer Beschallung steigt das Risiko für Sprachdefizite sogar um 50 Prozent. Insgesamt wächst die Anzahl der Sprachförderkinder stetig: Im letzten Jahr nahmen bereits 2.291 Kinder (21,7 Prozent) an der Sprachförderung teil, vor vier Jahren waren es noch 1.925 Mädchen und Jungen (18,8 Prozent). Das geht aus dem neuen "Themenfeldbericht Prävention" hervor, den die Region am 2. April im Jugendhilfeausschuss vorgestellt hat.

Sprachförderbedarf steigt 

"Die Zahlen zeigen, dass immer mehr Kinder frühe Unterstützung brauchen. Besonders Sprachförderung wird immer wichtiger. Sprache verstehen und sie anwenden können – das sind die Grundlagen für erfolgreiches Lernen und einen guten Start in der Schule!", so Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover. "Die Ergebnisse verdeutlichen aber auch, wie wichtig die Eingangsuntersuchungen als Schnittstelle sind – um den Entwicklungsstand der Kinder zu sehen und rechtzeitig Fördermaßnahmen zu treffen. Und, um früh mit den Eltern ins Gespräch zu kommen, sie über Risiken aufzuklären und Unterstützungsangebote zu vermitteln. "

Vorlesen, erzählen, zuhören 

So arbeitet das Team Sozialpädiatrie und Jugendmedizin der Region, das für die Schuleingangsuntersuchungen der Kinder aller 21 Kommunen der Region zuständig ist, zum Umgang mit Medien eng mit der Jugend- und Familienbildung der Region zusammen, die dazu pädagogische Angebote für Jugendliche, Eltern und Fachkräfte entwickelt hat. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sprachförderung. "Eltern können mit relativ einfachen Maßnahmen ihre Kindern im Alltag fördern und sie damit fit für die Schule machen", sagt Teamleiterin Dr. Andrea Wünsch. "Regelmäßig vorlesen, sich gegenseitig vom Tag erzählen, dem Kind gut zuhören und es vor allem ausreden lassen oder darauf achten, dass Kinder bis zur Einschulung nicht mehr als eine halbe Stunde fernsehen – das sind alles kleine Dinge, aber mit großer und vor allem nachhaltiger Wirkung auf die Sprachentwicklung der Kinder!"

Förderbedarf rechtzeitig erkennen 

Kinder mit Sprachförderbedarf sollten mindestens ein Jahr vor Schulbeginn an passgenauen Fördermaßnahmen teilnehmen. Um den Bedarf so genau wie möglich einzuschätzen, bietet das Team um Dr. Andrea Wünsch eine spezielle Sprachförderuntersuchung an, die die individuelle Vorgeschichte des Kindes berücksichtigt. Außerdem gehören ein Seh- und Hörtest, ein Gesundheitscheck und Entwicklungstests zu Sprache, Motorik und Kognition dazu. Seit letztem Jahr sind die Kitas dafür zuständig, den Sprachentwicklungsstand der Vorschulkinder einzuschätzen und Kinder mit Auffälligkeiten weiter zu vermitteln. "Wir sind mit den Kitas der Region im Gespräch und auf eine gute Vernetzung mit ihnen angewiesen, um wirklich alle Kinder frühzeitig zu erreichen", unterstreicht Dr. Wünsch.

Themenfeldberichte 

Der Fachbereich Jugend der Region Hannover veröffentlicht jährlich fünf Themenfeldberichte zu den Schwerpunkten 2Prävention", "Kinderschutz", "Hilfen zur Erziehung", "Kindertagesbetreuung" und "Integration und Verselbstständig junger Menschen". Von der Zahngesundheit über Familien- und Erziehungsberatungen oder Kinder- und Jugendschutz bis zum Einsatz von Familienhebammen, Unterhaltsvorschuss oder Eingliederungshilfe: Der diesjährige "Themenfeldbericht Prävention" informiert auf 117 Seiten über die präventiven Leistungen und Angebote des Fachbereichs Jugend und gibt einen Überblick über Entwicklungen in der Region Hannover. 

Der Themenfeldbericht Prävention zum Herunterladen

(veröffentlicht: 3. April 2019)