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JUSTiQ

Auf dem Kronsberg nähen Frauen mit Fluchterfahrung Gesichts­masken

Projekt von „Jugend stärken im Quartier“ reagiert auf Corona-Krise und näht Gesichtsmasken in den Wohnungen der Teilnehmerinnen.

Eine Frau sitzt vor einer Nähmaschine und präsentiert einen Mundschutz. © Jan Theil

Damenschneiderin und Modedesignerin Bettina Theil zeigt den Teilnehmerinnen, wie man Gesichtsmasken näht.

Junge Frauen mit Fluchthintergrund zusammenbringen, Startschwierigkeiten beseitigen und handwerkliche Fähigkeiten vermitteln: Mit diesen Zielen ist in Garbsen Anfang Februar der „Nähtreff Kronsberg“ als Teil des Programms „Jugend stärken im Quartier“ (JUSTiQ) an den Start gegangen. Seit Mitte März pausiert das Gemeinschaftsprojekt von der Region Hannover, der Wohnungsbaugesellschaft VONOVIA und dem Ökumenischen Sozialprojekt Neuland: Das Corona-Virus macht die wöchentlichen Gruppentreffen unmöglich.

Weil in der Krise Schutzmasken knapp werden, geht das Nähtreff jetzt andere Wege: „Die Teilnehmerinnen können künftig in ihren Wohnungen Mundschutz-Tücher nähen“, berichtet Bettina Theil. Die gelernte Damenschneiderin und Modedesignerin leitet die jungen Frauen an. Anschließend sollen die selbstgemachten Masken an Menschen aus dem Quartier verteilt werden.

Die ersten Stoffe für den Neustart sind bereits bestellt. „Wir freuen uns aber trotzdem über Spenden von Gummibändern oder Stoffen, die man heiß waschen kann – zum Beispiel Baumwolle“, berichtet Theil. Die Beteiligten von Region und Neuland übergeben das Material in den nächsten Tagen zusammen mit den Nähmaschinen und Carepaketen an sieben Teilnehmerinnen. Die Nähanleitung gibt es als Erklärvideo aufs Handy, am Telefon steht Bettina Theil jederzeit für Rückfragen der jungen Frauen zur Verfügung.

Und auch sonst sind die Projektteilnehmerinnen in der Corona-Krise nicht auf sich allein gestellt: Tanja Seeler von JUSTiQ und Kathrin Osterwald von Neuland haben ein offenes Ohr für alle Fragen und Probleme, die sich durch die Ausnahmesituation ergeben. „Wir freuen uns auch über Spenden von Büchern, Spielen oder Puzzles, die Kindern in sozial benachteiligten Stadtteilen eine Freude machen“, sagt Seeler. Sie ist telefonisch unter +49 511 616-26062 oder per Mail an tanja.seeler@region-hannover.de zu erreichen.

Jugend stärken im Quartier

Das Modellprogramm „Jugend stärken im Quartier“ unterstützt junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund im Alter von zwölf bis einschließlich 26 Jahren, die von den Angeboten der allgemeinen und beruflichen Bildung, Grundsicherung für Arbeitssuchende oder Arbeitsförderung nicht mehr erreicht werden. JUSTIQ ist sozialräumlich ausgelegt und konzentriert sich auf Stadt- und Ortsteile mit erhöhtem Entwicklungsbedarf. Das Programm gliedert sich in die zwei Teil-Projekte: Das Projekt „JUST YOU“ richtet sich an schulverweigernde Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren und deren Eltern. Mit dem Projekt „VIVO – Vielfalt und Integration vor Ort“ sollen junge Menschen beruflich und sozial besser integriert werden. Dabei geht es vor allem um den Übergang von der Schule in den Beruf. Das Mikroprojekt „Nähtreff Kronsberg“ wird vom Kinder- und Jugendheim Waldhof der Region Hannover durchgeführt und im Rahmen des Programms durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und den Europäischen Sozialfond (ESF) gefördert.

Hinweis:

Selbstgenähte Mundschutz-Tücher bieten keinen Eigenschutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus. Sie reduzieren aber das Risiko, andere anzustecken.

(Veröffentlicht am 31. März, aktualisiert am 1. April 2020)