Weltwassertag

Klimawandel führt zu Trockenheit und Starkregen

Umweltdezernentin Karasch zur Niederschlagsverteilung in der Region: „Zu lange zu wenig – zu kurz zu viel“
 

„Am heutigen Weltwassertag (22.03.) weist die Umweltdezernentin der Region Hannover, Christine Karasch auf die Veränderung der Niederschlagsverteilung hin, die sich auch in der Region seit Jahren beobachten lässt. „Die jährlichen Niederschlagsmengen steigen langsam, aber stetig. Das betrifft vor allem den Herbst und den Winter. Frühling und Sommer werden voraussichtlich noch trockener werden“, so Karasch. Zudem scheint sich die Dauer der Niederschläge zu wandeln: „Wir müssen mit häufiger auftretenden Starkregen rechnen und damit, dass langanhaltender Landregen seltener wird“, sagte die Umweltdezernentin der Region Hannover.

Klar, nass!

Betrachtet man diese Entwicklung zusammen mit den sommerlichen Hitze- und Trockenperioden der Jahre 2018 bis 2020 lässt sich laut Karasch die Niederschlagsentwicklung als „Zu lange zu wenig – zu kurz zu viel“ charakterisieren. Die sommerlich extreme Trockenheit macht nicht nur der Landwirtschaft in der Region zu schaffen: Zum Teil sind damit besorgniserregende Auswirkungen auch auf die Böden, die Vegetation, auf Gewässer und das Grundwasser festzustellen. „Ernteausfälle oder -einbußen zeigen sich sehr schnell. Eine mangelhafte Grundwasserneubildung gehört jedoch zu den Langzeitfolgen der Trockenheit“, erklärte die Umweltdezernentin der Region Hannover. Menschen, Tiere, Böden und Pflanzen brauchen Wasser – besonders an heißen Tagen und in Hitzeperioden. Es kann jedoch nicht endlos aus dem Grundwasser geschöpft werden. „Deshalb ist es notwendig, im Zuge der Klimaanpassung, noch mehr für den Schutz unseres Lebenselixiers Wasser zu tun“, so Karasch.

Wechselwirkungen von Klima und Boden

Zwischen Klima, Witterungserscheinungen und dem Boden gibt es zahlreiche Wechselwirkungen: Boden hat die Fähigkeit, Niederschläge zu speichern. Er gibt sie dann wieder wohldosiert an die Pflanzen in Wäldern und Feldern ab; überschüssiges Bodenwasser sickert ins Grundwasser. Die Speicherleistung ist abhängig von der Bodenart und demnach auch in der Region unterschiedlich: Im nördlichen Bereich nehmen die meist sandigen Geestböden Niederschläge besser auf, doch zwischen den gröberen Bodenpartikeln versickert das Wasser relativ schnell. Im Süden der Region sind lehmigere Bördeböden häufig. Die Bodenporen zwischen den kleinen tonreichen Partikel nehmen Wasser langsamer auf, halten es dafür aber besser für die Pflanzen.

Das tut die Region Hannover – das können Kommunen tun

Um für die Auswirkungen des Klimawandels optimal vorbereitet zu sein und hohe Lebensqualität in der Region Hannover zu erhalten, hat die Regionsverwaltung eine umfassende regionale Anpassungsstrategie erarbeitet – das Klimaanpassungskonzept (KLAK). Mehrere Schlüsselmaßnahmen des KLAK konzentrieren sich auf das Thema Wasser: Von der Sicherung der Trinkwasserversorgung auch bei langanhaltenden Hitzeperioden bis hin zum Management grundwasserbezogener Nutzungen. Gleichzeitig fördert die Region im Rahmen der Richtlinie „Kommunale Klimafolgenanpassung“ lokale Projekte: In Arnum wird bspw. das Regenwasser von den Dächern der Grundschule und benachbarter Sporthallen genutzt, um damit das angrenzende Schulwäldchen zu bewässern. Dadurch sind die Bäume besser vor Trockenheit geschützt und die Parzelle kann weiterhin als kühle Oase das Kleinklima des Hemminger Ortsteils verbessern.

Um zukünftig noch bedarfsgerechter zu bewässern, fördert die Region Hannover ein Projekt in Hannover: Mit Hilfe von Bodensensoren soll die Wasserversorgung der Bäume an den Straßen und in den Grünanlagen der niedersächsischen Landeshauptstadt bedarfsgerechter erfolgen: „Hierdurch wird eine zielgerichtete und kostendämpfende Verwendung der wertvollen Ressource Wasser möglich“, erklärte Sonja Papenfuß, die Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover. Auch das ist ein Schritt in Richtung Klimaanpassung.

Filterleistungen des Bodens für sauberes Grundwasser

Die Partikel des Bodens können aufgrund ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften chemische Elemente und Verunreinigungen aus dem Sickerwasser gut an sich binden. Das können Nährstoffe sein, aber auch Giftstoffe, die der Boden festhält. Auf diese Weise filtert er das Sickerwasser und sorgt für sauberes Grundwasser. Je nach Bodenart, Korngrößen, Humusgehalt und anderen Faktoren schwankt die Filterfähigkeit des Bodens. Wesentlich dafür ist auch, wie der Mensch den Boden nutzt und wie viele Schadstoffe eingetragen werden. Irgendwann ist nämlich die Speicherleistung stark beanspruchter Böden erschöpft und sie geben Schadstoffe ans Grundwasser ab.

(Veröffentlicht am 22. März 2022)