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Die Voodoo-Religionen in Westafrika und in der Karibik

Der Vortrag zeichnet die Entwicklung der Voodoo-Religionen von den Anfängen bis in die Diaspora nach und gibt einen Einblick in Rituale und Praktiken. Referent ist Oliver Gauert, M.A., Ägyptologe (Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim).

Voodoo-Religionen © MAK

Voodoo-Religionen

Den Begriff Voodoo verbinden viele Menschen mit schwarzer Magie, Nadelpuppen und Zombies. Tatsächlich ist das Bild von Voodoo stark von Hollywood geprägt worden und viele dieser Klischees sind gar nicht so weit von der Realität entfernt.

Doch Voodoo ist auch eine Jahrtausende alte Religion, deren Ursprünge sich zu den Yoruba-Völkern Nigerias und wahrscheinlich sogar bis zu den antiken Kulturen im Nordosten des afrikanischen Kontinents zurückverfolgen lassen. Heute ist Voodoo in Westafrika vor allem in Benin, Ghana und Togo verbreitet. Mit dem Sklavenhandel gelangten die Westafrikaner in die Neue Welt, nach Amerika und in die Karibik. Mit den Menschen trafen ihre Religionen aufeinander – das Christentum ebenso wie indianische und afrikanische Glaubensvorstellungen aus unterschiedlichen Gebieten Afrikas.

Diese Religionen vermischten sich – abhängig vom örtlichen sozialen Gefüge – in den einzelnen Kolonien auf ganz unterschiedliche Weise und führten zur Entstehung der afroamerikanischen Religionen. Kaum eine dieser Religionen geht auf eine einzelne afrikanische Glaubensrichtung zurück. Vielmehr vereinen sie alle Aspekte mehrerer afrikanischer Religionen, von denen in der Regel aber eine als das dominierende Element erkennbar ist. Voodoo in Haiti ist am stärksten von der ursprünglichen afrikanischen Voodoo-Religion geprägt, doch auch Candomblé in Brasilien und Louisiana-Voodoo in den USA gehen direkt auf die Ursprungsreligion in Benin zurück.

In Haiti hat Voodoo den Schritt zum Monotheismus endgültig vollzogen. Es gibt dort nur eine Gottheit, Bondiye genannt, die für die Gläubigen aber unerreichbar ist. Man nähert sich ihr über Geistwesen, die Loas. Doch die haitianische Voodoo-Variante hat auch eine dunkle Seite; denn die Geschichte des haitianischen Voodoo ist ein Spiegelbild der wechselvollen und oft dramatischen Geschichte Haitis. Der Vortrag wird die Entwicklung der Voodoo-Religionen von den Anfängen bis in die Diaspora nachzeichnen und einen Einblick in Rituale und Praktiken aber auch in die zugrunde liegenden Glaubensvorstellungen und Kosmogonien geben. Dabei wird besonders auf die Ergebnisse aktueller Feldforschung des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim in Benin und Haiti eingegangen.

Oliver Gauert studierte Ägyptologie, Philosophie und Koptologie in Göttingen und Moskau. Er war viele Jahre in Unternehmensberatungsgesellschaften der freien Wirtschaft tätig. Seit 2015 ist er Kurator für Sonderausstellungen am Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim (RPM) und koordiniert das Hildesheimer Mumienforschungsprojekt. Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Alten Reiches des pharaonischen Ägypten sowie komparative und paläopathologische Aspekte der Mumienforschung.

Oliver Gauert hatte zahlreiche Lehraufträge an den Universitäten Marburg, Moskau und Münster und ist derzeit Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim.

Termin(e): 18.12.2019 
von 18:30 bis 20:00 Uhr
Ort

Historisches Museum

  • Pferdestraße 6
  • 30159 Hannover

+++ Von Oktober 2019 bis einschließlich März 2020 ist das Museum August Kestner wegen dringender Baumaßnahmen geschlossen. Dieser Termin findet deshalb im Historischen Museum Hannover statt! +++

Historisches Museum, Am hohen Ufer, Eingang Burgstraße © LHH, Historisches Museum Hannover