Extras

Zuletzt aktualisiert:

Präsentationsreihe

Jahrhundertmünze

Wenn eine Münze die Geschichte ihrer Entstehungszeit emblematisch widerspiegelt, wird sie im Museum August Kestner zur Jahrhundertmünze und im Erdgeschoss des Museums präsentiert. Dort ist von Juli bis Oktober die jüngste Münze der Ausstellung "Von Krösus bis Karl" zu sehen, die aus dem achten Jahrhundert nach Christi stammt. 

Münze. © MAK

Die Münze aus dem achten Jahrhundert ist von Juli bis Oktober im Museum August Kestner zu sehen. 

Jahrhundertmünze – 8. Jahrhundert n. Chr.

Von Juli bis Oktober ist unsere aktuelle Jahrhundertmünze zugleich die jüngste Münze der Ausstellung "Von Krösus bis Karl – Weltgeschichte in Münzen". Es handelt sich um einen Pfennig Karls des Großen (768- 814). Er gehört zu den ersten Münzen in unserer Welt- und Münzgeschichte, die kein Bildmotiv zeigen, sondern lediglich beschriftet sind. Die Vorderseite nennt den König CAROLVS und die Rückseite die Prägestätte LUGDUN[UM], also Lyon.

Der Name Pfennig ist die deutsche Übersetzung des lateinischen Denars, also der altrömischen Silbermünze. Die Denare/Pfennige wurden im achten Jahrhundert wieder verstärkt geprägt, nachdem in der Spätantike die längste Zeit Gold als wichtigstes Münzmetall vorgeherrscht hat. Zu den vielen Reformen Karls, die ihm den Beinamen "der Große" und den Ruf eines idealen Herrschers einbrachten, gehörte auch eine Münzreform: Die Münzen sahen folglich immer gleich aus, waren bildlos und einem einheitlichen Gewichtssystem unterworfen.

Außerdem wurden Höchstpreise festgelegt, die uns in schriftlichen Quellen erhalten sind. Daher wissen wir von einigen Preisen im frühen Mittelalter: Der Tageslohn eines Feldarbeiters betrug bis zu einem Pfennig, und ein Huhn kostete einen halben Pfennig. Trotz der Maßnahmen Karls zur Ordnung der Geldwirtschaft deckten die meisten Menschen im Fränkischen Reich ihre Bedarfe durch Tauschwirtschaft