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Präsentationsreihe

Jahrhundertmünze

Wenn eine Münze die Geschichte ihrer Entstehungszeit emblematisch widerspiegelt, wird sie im Museum August Kestner zur Jahrhundertmünze und im Erdgeschoss des Museums präsentiert.

Auf der Vorderseite ein Brustbild des herrschenden Königs © MAK

Auf der Vorderseite ein Brustbild des herrschenden Königs 

Jahrhundertmünze – 7. Jahrhundert n. Chr.

Die aktuelle Münze trägt auf der Rückseite den Namen des Eligi(us), der eine unvergleichliche Karriere aufzuweisen hat: Nach einer Lehre zum Goldschmied am Anfang des 7. Jahrhunderts wurde er später königlicher Münzmeister am Hof der Merowinger. 640 weihte man Eligius zum Bischof von Noyon-Tournai (Flandern), bevor er nach seinem Tod sogar heiliggesprochen wurde. Seitdem gilt er als Schutzheiliger der Goldschmiede und Münzmeister, dessen Reliquien in mehreren Kirchen verehrt werden.

Die frühmittelalterliche Münze markiert augenfällig den Beginn einer anderen Zeit: Während die Münzprägung des Byzantinischen Reiches die hohe künstlerische Qualität der antiken römischen Münzprägung fortführt, sind die fränkischen Münzen wie diese vereinfacht im grafischen Stil gestaltet. Das Vorbild römischer Kaisermünzen bleibt allerdings immer noch maßgeblich, indem auf der Vorderseite ein Brustbild des herrschenden Königs wiedergegeben wird und Umschriften weitere Angaben machen.

Die Rückseite der Münze trägt den Namen des Eligi(us) © MAK

Die Rückseite der Münze trägt den Namen des Eligi(us). Triens, Gold, Fränkisches Reich, Paris, Chlodwig II., 639-657 

Auch das Nominal greift auf die herkömmliche spätrömische Münzprägung zurück: ein Triens ist ein Drittel des Solidus, der in der Spätantike am weitesten verbreiteten Münze.

Eingangsfassade: Museum August Kestner © MAK