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Präsentationsreihe

Jahrhundertmünze

Wenn eine Münze die Geschichte ihrer Entstehungszeit emblematisch widerspiegelt, wird sie im Museum August Kestner zur Jahrhundertmünze und im Erdgeschoss des Museums in einer Einzelvitrine drei Monate lang präsentiert. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert n. Chr.

Brakteat - Jahrhundertmünze, 12. JH n. Chr. © Museen für Kulturgeschichte Hannover

Brakteat - Jahrhundertmünze, 12. JH n. Chr.

Jahrhundertmünze – 12. Jahrhundert n. Chr.

Bei einem Durchmesser von 3 cm wiegt diese Münze weniger als ein Gramm. Sie ist also hauchdünn und nur einseitig geprägt. Die Einseitigkeit ist außergewöhnlich und gibt den Münzen dieser Art ihren Rufnamen: "Brakteat" ist hergeleitet von lateinisch bractea, was dünnes Blech bedeutet. Für die Menschen im Mittelalter waren diese silbernen Geldstücke Pfennige, die einzige Münzeinheit, die es seit karolingischer Zeit bis ins hohe Mittelalter gab. 

Die Münze wurde im Harz geprägt und zeigt Beatrix II. von Winzenburg, die Äbtissin des Stiftes St. Servatius in Quedlinburg (1138-1160). Als Vorsteherin des Klosters zeigt sich Beatrix stolz und erhaben in frontaler Ansicht. Sie trägt ein langes, verziertes Gewand, und ein Schleier bedeckt ihren Kopf. In den erhobenen Händen präsentiert sie rechts ein Lilienzepter und links ein Buch. 

Die Münze ist von bewundernswerter Qualität und stilistisch auf der Höhe der hochromanischen Kunst. Sie wurde von einem mittelalterlichen Künstler entworfen, dessen Namen wir nicht kennen, weshalb sie unter dem Titel "Halberstädter Brakteatenmeister" bekannt ist.

Eingangsfassade: Museum August Kestner © MAK