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Podiumsgespräch: Nicht nur Dein Tier stirbt

Deutschlands einziger Professor für Ethik in der Tiermedizin, der Theologe und Philosoph Prof. Dr. Peter Kunzmann von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, unterhält sich mit dem Ägyptologen Dr. Christian E. Loeben vom Museum August Kestner über das Thema "Nicht nur Dein Tier stirbt".

Mumie einer Katze, Ägypten, 2. – 1. Jh. vor Chr. Museum August Kestner

Was bedeutet der Tod des Haustieres für die Besitzer? Wie haben sie den Tod ihrer Tiere erlebt? Wie sind sie mit ihrem Verlust umgegangen? Was hat ihnen in ihrer Trauer geholfen? Was tun, wenn ein Hund schwer krank ist? Darf das Tier eingeschläfert werden, weil es seinem Besitzer zur Last geworden ist?

Deutschlands einziger Professor für Ethik in der Tiermedizin, der Theologe und Philosoph Prof. Dr. Peter Kunzmann von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover unterhält sich mit dem Ägyptologen Dr. Christian E. Loeben vom Museum August Kestner über das Thema "Nicht nur Dein Tier stirbt".

Wenn geliebte Haustiere im Sterben liegen, dann steht zwischen Mensch und Tier oft ein Tierarzt oder eine Tierärztin. Er/Sie ist Auftragnehmer/in von Menschen und zugleich in besonderer Weise zum Schutz von Tieren verpflichtet. Das eröffnet viele moralische Spannungsfelder.

Die Arbeit an der Professur für Angewandte Ethik in der Tiermedizin geht meist von sehr realen, konkreten Konflikten im tierärztlichen Beruf aus. Sie kommt dabei schnell an grundsätzliche Fragen zwischen Mensch und Tier, Fragen nach Nutzungsinteressen und deren Rechtfertigung, nach Belastungen für Tiere und deren Begrenzung. Vor dem Hintergrund der neueren Diskussionen um den Status von Tieren in der Ethik kommt nicht selten die Frage auf, ob wir zwischen Mensch und Tier überhaupt einen Unterschied in der Moral machen dürfen. Am Beispiel der Tötung von Tieren in ihrem eigenen Interesse (Euthanasie) soll deutlich werden, warum der Umgang mit Tieren anders sein soll als der mit Menschen … aber auch, warum und wie dieser Umgang dennoch moralisch hoch anspruchsvoll ist.

Im Gegensatz dazu war der Umgang mit toten Tieren im Alten Ägypten weitaus mehr von religiösen als ethischen Hintergründen geprägt. Dieses antike, von uns sowohl räumlich als auch zeitlich weit entfernte Phänomen öffnet ein außergewöhnliches Spannungsfeld zu den heutigen Vorstellungen vom Umgang mit dem Tod von Tieren, über das sich sicher eine lebhafte Diskussion entfachen wird, an der sich zu beteiligen auch die Veranstaltungsbesucher aufgefordert sind.

Der Theologe und Philosoph Prof. Dr. Peter Kunzmann ist seit 2015 Professor für Angewandte Ethik in der Tiermedizin an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und hat vielfältig zur Tierethik publiziert. So war er u.a. 2020 zusammen mit Dr. Marion Schmitt Herausgeber folgenden Buches: "Nicht nur dein Tier stirbt - Geschichten und Forschungen zur Trauer um Haustiere" (208 Seiten; Verlag Kern; ISBN-13: 9783957163073)

Ägyptologe und Kunsthistoriker Dr. Christian E. Loeben ist seit 2004 Kurator für die Bereiche Altes Ägypten und Islam am Museum August Kestner in Hannover. Hier sowie in Amsterdam, Basel, Bern, Edinburgh, Havanna, Kopenhagen und Landshut Realisierung von bereits über einem Dutzend eigen- bzw. kokuratierter Sonderausstellungen und deren Begleitpublikationen, zuletzt 2020: „Bes“ (Aegyptiaca Kestneriana 2; 80 S.; VML; ISBN-13: 9783867571869)

Termine

Die Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Ort

Museum August Kestner
Trammplatz 3
30159 Hannover

ACHTUNG!
• Das Museum ist an dem Tag nicht zu den gewohnten Zeiten geöffnet, sondern erst für den Vortrag. Einlass ab 18 Uhr! Ein Ausstellungsbesuch ist an diesem Abend nicht möglich.
• Für den Vortrag gilt der Museumseintrittspreis (Mitglieder von A&G frei)
• Maximal können 30 Personen teilnehmen. Bitte melden Sie sich zu dieser Veranstaltung an: 0511-168-42120 oder museen-kulturgeschichte@hannover-stadt.de
• Das Tragen von Masken ist notwendig