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Das Tagebuch der Anne Frank

Mono-Oper von Grigori Frid. Für seine seine Opern-Adaption wählte Frid einzelne Tagebucheinträge Anne Franks zur Vertonung aus.

Das Tagebuch der Anne Frank ist ein einzigartiges Werk. Diese Einzigartigkeit entsteht jedoch nicht durch die Omnipräsenz des Nazi-Regimes – oder gar des Todes. Im Gegenteil. Es existieren nur wenige derartige Dokumente, die diesen Aspekt dermaßen in den Hintergrund rücken. Es geht um das Leben. Viel interessanter als der näher rückende Tod des Mädchens durch das NS-Regime ist Anne Franks Wunsch nach dem Leben.

Von der Außenwelt isoliert, aber dennoch ihre Privatsphäre mit sieben weiteren Menschen teilen müssend, ernennt Anne ihr Tagebuch zu ihrer engsten Vertrauensperson und gibt ihr den Namen Kitty. Kitty vertraut sie offen Themen an, über die grundsätzlich eher geschwiegen werden. Ihre aufkommende Weiblichkeit, ihre Erfahrungen mit dem eigenen Körper. Und schlussendlich die ersten sexuellen Kontakte mit Peter. Grigori Frid wählte für seine Oper-Adaption des Stoffes einzelne Tagebucheinträge des Mädchens zur Vertonung aus.

Grigori Frid wurde 1915 als Sohn eines Literaturjournalisten und einer Pianistin im russischen Petrograd geboren und wirkte im Zweiten Weltkrieg als Sanitäter und Musiker. Dem folgte ein Musikstudium in Irkutsk und Moskau. 1969 feierte seine erste von zwei Opern Premiere: Das Tagebuch der Anne Frank. Er vertonte das Tagebuch als Mono-Oper und setzte so seinen Fokus auf die Verarbeitung der Geschehnisse im Hinterhaus - ganz subjektiv aus Anne Franks Perspektive geschildert. Dies gelingt ihm, ohne dabei eine wertende Haltung einzunehmen. Annes tiefgründige Gedanken, ihre naive Freude über ein Geschenk oder einen Flecken blauen Himmels, aber auch ihre nackte Angst und der Wille, tapfer zu bleiben, die aufkeimende Liebe zu Peter, ihr Sinn für Situationskomik, die Hoffnung auf Freiheit und mehr Menschlichkeit, all das findet auch beklemmenden Ausdruck in der Musik Grigori Frids.

In knappen Bildern ("Geburtstag", "Schule", "Gespräch mit dem Vater", "Vorladung zur Gestapo", "Das Versteck" oder "Razzia") entfaltet sich die Schilderung des Schicksals der 13-jährigen Anne Frank.

Mono-Oper (1969) von Grigori Frid (1915-2012)

  • Paula Rohde (Sopran)
  • Telmo Mazurek (Musikalische Leitung)
  • Ruben Michael (Regie)
Termin(e): 22.06.2019 
von 19:00 bis 21:00 Uhr
Ort

Museum August Kestner

  • Trammplatz 3
  • 30159 Hannover
Preise:
Eintritt 05,00 €
Ermäßigt 04,00 €
Eingangsfassade: Museum August Kestner © MAK