Kunstprojekt

Kostenlose Foto-Zeitung "Butjer"

Fast ein Jahr lang erkundeten zehn junge Fotografen Hannover, begegneten Einheimischen und Zugezogenen und eröffneten mit dem Zeitungsprojekt "Butjer" neue Bilderwelten einer deutschen Großstadt. Anfang März werden sie 10 000 Zeitungen kostenlos im gesamten Stadtgebiet verteilen.

Vor einigen Jahren sind die zehn Fotografen des Goethe Exils nach Hannover gekommen, um Fotografie zu studieren. Danach haben sie sich entschieden zu bleiben. Sie haben die Ateliergemeinschaft Goethe Exil in den Räumlichkeiten der alten Schilderfabrik am Goetheplatz gegründet, veranstalten Werkshows, Foto-Screenings, Diskussionsrunden und Konzerte. Neben ihrer Arbeit als international tätige Fotografen haben sie so einen lokalen Ort des kulturellen Austauschs geschaffen. Der "Butjer" ist ihr erstes großes Gemeinschaftsprojekt, das u.a. von einer Foto-Kuratorin, Designern und schreibenden Journalisten begleitet und vom Kulturbüro der Stadt Hannover gefördert wird.

Über den Butjer

Hannover erschließt sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick. Hannover ist eine Stadt für Einheimische, weniger für Besucher, eine Stadt ohne den Glanz und die Strahlkraft großer Metropolen. "Butjer" so lautet ein alter Hannoveraner Schmähbegriff für ungebetene Gäste, die "von draußen rein" kamen, "Butjer" so nennen die zehn zugezogenen Fotografen des Goethe Exils ihre Zeitung für die sie Stadtteile und Orte besuchten, an denen sie sich sonst nicht aufhalten. Sie tauchen ein in die pulsierende Geschäftigkeit der Goethestraße, durchstreifen die aufgeräumte grenzschaffende Architektur der Fassaden, Mauern und Tore des Zooviertels, begleiten jugendliche Crews auf dem Opernplatz oder erzählen intime Geschichten des Vaterwerdens. Die zehn fotografischen Einzelarbeiten verschmelzen im Butjer zu einem urbanen Kaleidoskop, sie erzählen davon, vor welchen stadtplanerischen und gesellschaftlichen Herausforderungen Städte wie Hannover stehen und wie es ist, hier zu leben.

Der Butjer ist der Versuch einer Annäherung an einen authentischen, urbanen Raum, dessen rigoros-pragmatischen städtebaulichen Utopien den 50er, 60er und 70er Jahren entspringen. Die Fotografen beschäftigen sich mit den Herausforderungen urbaner Raumverdichtung, sie bearbeiten Themenkomplexe wie Mobilität, soziale Integration, Subkultur und Freizeitgestaltung. Sie entwerfen mit ihren subjektiven Sichtweisen zehn Fragmente einer Stadt, die sie zu ihrer Wahlheimat gemacht haben.

Die beteiligten Fotografen und ihre Geschichten:

  • Anna-Kristina Bauer: Wenn gar nichts mehr da ist.
  • Andreas Graf: Wenn gar nichts mehr da ist.
  • Michael Heck: Portraits
  • Richard Heinicke: Neben der Spur
  • Rafael Heygster: Absturzliebe
  • Elias Holzknecht: Willkommen in Al Watani
  • Moritz Küstner: Kicken auf Speed
  • Kai Löffelbein: Etage 17 - Im Aufzug mit Riebesehl
  • Malte Radtki: Zooviertel
  • Karoline Tiesler: Conti
  • Mario Wezel: eins

Abschluss-Event