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Eine "Hummel" kühlt das HCC

Der Prototyp einer für den Fernwärmebetrieb optimierten Absorptionskälteanlage kühlt und wärmt das Hannover Congress Centrum.

Kühlt das HCC: Die "Hummel", der Prototyp einer für den Fernwärmebetrieb optimierten Absorptionskälteanlage.

Wärme kann Kälte erzeugen. Das beweist der Prototyp einer für den Fernwärmebetrieb optimierten Absorptionskälteanlage. Mit Hilfe der neuen Anlage kann noch effizienter bei Sommerhitze gekühlt und im Winter durch Fernwärme geheizt werden. Der Prototyp ist einer von 15 bundesweit im Test befindlichen Anlagen, die an der TU Berlin entwickelt wurden. Er trägt aufgrund seiner Farbgebung den Namen "Hummel". Die neue Absorptionskälteanlage lief seit Dezember 2014 im Probebetrieb und geht nun nach einigen Optimierungen bestens in die Gebäudeenergietechnik integriert in den Normalbetrieb.

Pilotprojekts des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Die neue Absorptionskälteanlage verzeichnet eine Kälteleistung von rund 100 Kilowatt. Mittels überschüssiger Fernwärme erzeugt sie entlang chemisch-physikalischer Prozesse Kaltwassertemperaturen von sechs  Grad Celsius für die Klimatisierung des HCC. Die Inbetriebnahme der "Hummel" erfolgte im Rahmen eines deutschlandweit einmaligen Pilotprojekts der BMWi-Forschungsinitiative "EnEff: Wärme" in Kooperation mit der TU Berlin. Einzige Projektpartner in Niedersachsen sind enercity und das Hannover Congress Centrum (HCC).

Ressourcenschonender Betrieb

"Ein Großteil des Energieverbrauchs in Gebäuden fällt beim Heizen und Kühlen an. Mit der neuen Technik können wir unsere Wärme- und Kältelieferungen noch ressourcenschonender betreiben", sagt enercity-Technikvorstand Harald Noske zum erfolgreichen Probebetrieb der "Hummel". Da seit Anfang der 90er Jahre Erfahrungen mit Wärme- und Kältelieferungen bestehen, entschloss sich enercity, die neuartige Technik direkt beim HCC, einem der ersten Kältekunden, zu installieren. "Wir freuen uns, dass wir die Wohlfühlatmosphäre bei unseren Veranstaltungen noch effizienter und ressourcenschonender realisieren können", betont HCC-Geschäftsführer Joachim König.

"Hummel" deckt Grundlast ab

Bisher standen im HCC große Anlagen bereit, die entlang dem Bedarf auf- und abgefahren wurden. Mit der vergleichsweise kleinen Leistung deckt die kompakt gebaute "Hummel" jetzt bei gleichmäßigem Betrieb weite Teile der Grundlast ab. Erst im Bedarfsfall, bei größeren Veranstaltungen oder Messen, schaltet sich eine moderne strombetriebene Turbokältemaschine mit bis zu 1.200 Kilowatt zu, um Spitzenkühlleistung zu bieten.

Bundesweiter Feldtest

Mit der neuen Anlage werden eine effiziente Abwärmenutzung und eine Jahreslaufzeitverlängerung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen durch Wärmenutzung im Sommer erforscht. Bei dem bundesweiten Feldtest sind, neben mehreren Anlagen in den Ballungszentren Berlin und Ruhrgebiet, die Standorte gleichmäßig über das Bundesgebiet verteilt. Neben mehreren "Hummeln" mit bis zu 160 kW sind auch "Bienen" mit bis zu 50 kW im Test. Detaillierte Informationen zum Forschungsvorhaben "EnEff Wärme: Feldtest Absorptionskälteanlagen für KWKK-Systeme" gibt es unter: www.eneff-stadt.info/de/neue-technologien/projekt/details/feldtest-absorptionskaeltetechnik-fuer-kwkk-systeme/ und www.eta.tu-berlin.de/index.php?id=135353.

(Veröffentlicht: 3. September 2015)