Studie 2021

Vorfreude aufs Fest: Hannover hat die Spendierhosen an

Nach fast zwei Jahren coronabedingter Einschränkungen möchten die Hannoveranerinnen und Hannoveraner in diesem Jahr so viel für Weihnachtsgeschenke ausgeben wie nie zuvor. Knapp jede/r Zweite erwartet sogar eine entspannte Vorweihnachtszeit, insgesamt wird der Stresslevel als gering eingeschätzt. Für die Weihnachtsumfrage haben Studierende der FOM Hochschule 565 Menschen in Hannover interviewt.

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Männer geben mehr aus als Frauen

Für den Kauf von Weihnachtsgeschenken planen die Befragten durchschnittlich rund 526 Euro ein, wobei Männer (Ø 533 €) auch in diesem Jahr spendabler sind als Frauen (Ø 519 €). Zum Vergleich: 2020 lagen die durchschnittlichen Ausgaben für Weihnachtsgeschenke in Hannover bei rund 471 Euro. "Wir gehen davon aus, dass sowohl die Vorfreude auf das Weihnachtsfest als auch die Sorge vor weiteren Preiserhöhungen den Konsum in der Vorweihnachtszeit deutlich steigern werden", so Prof. Dr. Oliver Gansser, wissenschaftlicher Leiter der FOM Weihnachtsstudie.

Keine Angst mehr vor vollen Geschäften

Beim Kauf der Geschenke fühlen sich viele Bürgerinnen und Bürger in Hannover offenbar wieder sicherer: Im Gegensatz zum Vorjahr steht für die Mehrheit der Befragten die Möglichkeit, Geschenke offline zu kaufen, wieder an erster Stelle. So gaben 66 Prozent an, das Shoppen im stationären Handel als wichtig zu empfinden, 59 Prozent wollen Weihnachtsgeschenke online erwerben. Dagegen planen nur 17 Prozent Präsente auf dem Weihnachtsmarkt zu kaufen.

Bücher, Parfüm und Spiele beliebter als Smart-Home- und Infotainment-Produkte

Ob es an Lieferengpässen für technische Geräte liegt oder an einer Rückbesinnung auf traditionelle Werte und Geschenke mit persönlichem Touch: Besonders häufig möchten die Befragten in diesem Jahr Waren aus dem Bereich Spielwaren/Gaming (54%), Bücher (53%), Kleidung, Schuhe und Accessoires (50%) sowie Kosmetik und Parfüm (50%) verschenken. Weit abgeschlagen in der Geschenke-Hitliste liegen dagegen Smart-Home- und Infotainment-Produkte mit nur 11, bzw. 15 Prozent. Selbst Gutscheine und Bargeld – vor der Pandemie noch beliebte Weihnachtsgeschenke – finden in diesem Jahr nur noch in 38 bzw. 31 Prozent einen Platz unter dem Weihnachtsbaum.

Vorfreude auf Weihnachten, geringe Sorge vor Stress

Trotz oder gerade wegen Corona: Die deutliche Mehrheit der Umfrageteilnehmenden zeigt mit Blick auf die Weihnachtszeit eine positive Einstellung. 90 Prozent der Befragten freuen sich darauf, Zeit mit der Familie oder Freunden zu verbringen, 84 Prozent beschenken andere Menschen gern, nahezu ebenso viele freuen sich auf das Weihnachtsfest (79%). Bei der Frage nach dem zu erwartenden Stress im Hinblick auf die Vorbereitungen glauben immerhin 46 Prozent der Befragten, sich in der Vorweihnachtszeit entspannt zu fühlen. Dagegen rechnen 27 Prozent damit, gestresst zu sein, rund jede/r Fünfte (20%) wird sich gehetzt fühlen und 15 Prozent gehen sogar davon aus, überfordert zu sein. Interessant: Während der erwartete Stresslevel insgesamt gesehen bei Frauen (21%) und Männern (18%) ähnlich hoch ist, planen Frauen (48%) im Schnitt deutlich bewusster im Voraus als Männer (26%). Professor Gansser: "Die Vermutung liegt nahe, dass Frauen den Vorweihnachtsstress besser bewältigen als Männer, weil sie sich dessen bewusster sind, ihre Planungen dementsprechend anpassen und sich beispielsweise früher als Männer um die Geschenke kümmern. Möglicherweise hängt dies auch damit zusammen, dass die Vorfreude auf das Weihnachtsfest bei Frauen um acht Prozentpunkte höher ist als bei Männern."

Zur Studie

Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser vom ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule befragten im Herbst 121 FOM Studierende in Hannover über 565 Menschen in persönlichen Interviews, quotiert nach Geschlecht und Alter.