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Neuanstrich

"Hellebardier" erstrahlt wieder in perfektem Calder-Rot

Es ist vollbracht: Die von Wind, Wetter und Abgasen verblasste und verschmutzte Plastik "Hellebardier" am Maschsee-Nordufer / Sprengel Museum Hannover hat ihre Schönheitskur hinter sich und erstrahlt seit dem 6. Juli wieder im Calder-Rot.  

Eine große rote Skulptur: Der Hellebardier von Alexander Calder © LHH

Der Hellebardier von Alexander Calder steht seit Oktober 1978 am Maschsee-Nordufer

Nachdem die Restaurierung im vergangenen Jahr wegen der langwierigen Abstimmungen verschoben werden musste, hat das Restaurierungsatelier "Die Schmiede" aus Duisburg den Neuanstrich mit dem speziellen Rotfarbton durchgeführt. Die Kosten der Arbeiten betragen rund 45.000 Euro. 

Zum "Calder-Rot"

Die Calder Foundation ist die legitime Nachfolgerin und Rechteinhaberin von Alexander Calder und muss in alle Restaurierungen einbezogen werden. Sie verfügt über die Maßgaben zum besonderen Farbton und der Oberflächenbeschaffenheit der roten "Stabiles" von Calder, zu denen der "Hellebardier" gehört. Um das "Calder-Rot" länger haltbar zu machen, hat die Stadt in Absprache mit Restaurator*innen erreicht, dass zusätzlich zum Originalfarbton eine Lackversiegelung aufgebracht werden konnte. Ein vergleichbares Lacksystem hat das Kunstmuseum Stuttgart für das dortige Calder-Mobile im Außenraum angewendet.

Das Kunstwerk

Der "Hellebardier" oder das Stabile "Hellebardenträger" (1971) von Alexander Calder wurde der Stadt Hannover im Jahr 1972 von Bernhard Sprengel geschenkt. Die Stahlplastik ist acht Meter hoch, misst in der Grundfläche etwa sechs mal sieben Meter und hat ein Gewicht von sechs Tonnen. Die in Deutschland einmalige Außenskulptur wurde in Tours/Frankreich hergestellt und in Einzelteilen nach Hannover gebracht. Mit Hilfe eines Krans wurde sie derzeit innerhalb von drei Tagen zusammengebaut und am 13. Juli 1972 auf dem Opernplatz aufgestellt. Seit Oktober 1978, also ein Jahr vor der Eröffnung des Sprengel Museum Hannover und in direkter Korrespondenz zu seinem ersten Bau von 1979, steht die Skulptur an der Nordseite des Maschsees.

Zum Künstler

Alexander Calder ist 1898 in Philadelphia geboren und 1976 in New York gestorben. Er absolvierte zunächst ein Ingenieursstudium, um dann doch in die Fußstapfen seiner Eltern zu treten. Seine Mutter war Malerin, sein Vater und Großvater waren angesehene Bildhauer. Nach einer Ausbildung zum Zeichner an einer New Yorker Kunstschule wird er 1925 Zeichner der Police Gazette in New York. Bei einer Reise nach Europa 1929 bis 1933 lernt unter anderem die Künstler Joan Mirò, Fernand Léger und Piet Mondrian kennen und freundet sich mit ihnen an. Nach seiner Rückkehr in die USA schafft er unter diesen Eindrücken 1933 sein erstes windbewegtes Mobilé. 1937 nimmt er an der Weltausstellung in Paris teil, für die er eine Quecksilber-Fontäne für den spanischen Pavillon realisiert die dort neben Picassos Guernica gezeigt wird. 1938 trägt er zur Weltausstellung in New York ein kunstvolles Wasserspiel bei. 1952 gewinnt Calder auf der Biennale in Venedig den großen Preis der Bildhauerei. Alexander Calder zählt zu den international bedeutendsten Künstler*innen des 20. Jahrhunderts. Seine monumentalen Außenskulpturen stehen heute unter anderem auf dem John F. Kennedy International Airport und im Museum of Modern Art in New York, vor dem Hauptsitz der UNESCO in Paris, in Chicago und Mexiko City. In Deutschland finden sich Außenskulpturen in Stuttgart, Berlin und in Hannover.