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Kinder-Kultur-Programm

"SPIEL:ZEIT" jetzt auch im Roderbruch

"SPIEL:ZEIT" ist ein von der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung gefördertes Projekt der Stadt Hannover. Ziel ist der Aufbau eines stadtweiten Kinder-Kultur-Programms für die ganze Familie, um insbesondere Kindern mit bisher wenig Zugang zur Kulturszene die kulturelle Vielfalt in Hannover entdecken zu lassen. Nachdem das Programm in den Stadtteilzentren Weiße Rose Mühlenberg und Ricklingen seit November 2017 sehr erfolgreich gestartet ist, ist im September 2018 mit dem Kulturtreff Roderbruch ein weiterer Standort hinzugekommen, an dem Kinder und ihre Familien alles rund um Musik, Theater und Kunst kennenlernen können.

SPIEL:ZEIT im Roderbruch © LHH

Im Rahmen der "SPIEL:ZEIT" gibt es ein vielfältiges Programmangebot

Die Entwicklung des Konzeptes für das "SPIEL:ZEIT"-Programm basiert u.a. auf den Ergebnissen des Berichts der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland", der Befragung von Familien in Hannover ("Familiendialog 2030") sowie den Erfahrungen aus der Praxis der Kinder- und Jugendkulturarbeit.

Ziel war und ist es, im Kanon der breiten Angebotsstruktur von Programmen, Projekten, Ausstellungen und fortlaufenden Kursen im Bereich der Kinder- und Jugendkulturarbeit im Bereich Stadtteilkultur ein innovatives Angebot umzusetzen, das insbesondere Kinder mit ihren Familien erreicht, die weniger Teilhabe an Kunst und Kultur haben. Damit sollen speziell Familien im Stadtteil angesprochen und ihnen vielfältige Erfahrungs- und Bildungsmöglichkeiten eröffnet werden. Die jeweiligen Angebote sollen den Kindern und Familien eine freudvolle Freizeitgestaltung ermöglichen, die sie auf spielerische Weise anspricht und Erfahrungsräume in einem vertrauten Rahmen eröffnet.

Die Willkommenskultur ist vor diesem Hintergrund ein entscheidender Faktor: Das Elterncafé lädt zum Verweilen ein und bietet die Möglichkeit, mit anderen Familien Kontakte zu knüpfen beziehungsweise zu vertiefen. Das Betreuungsangebot für die Kleinsten ermöglicht es, dass Eltern mit ihren älteren Kindern gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen sammeln.

Programmgestaltung

Das abwechslungsreiche Programm wird halbjährlich zusammengestellt. Die Angebote in den Stadtteilkultureinrichtungen werden von Kulturschaffenden aus folgenden Sparten durchgeführt:

  • Bildende Kunst (Malerei, Kunsthandwerk, experimentelle Kunst, Bildhauerei)
  • Musik (Gesang, Rhythmik, Wahrnehmung, Instrumente)
  • Bewegung (Tanz, Wellness, Zirkuskünste)
  • Theater (chorisches Theater, Clownerie, Improvisation, Theaterspiele)
  • Medien (Film, Ton, Fotografie)
  • Literatur (Sprachbildung mit Poesie, Lust auf Lesen)
  • Abenteuer (Erlebnispädagogik, Flash-Mob)

Einmal monatlich finden Exkursionen zu zentralen Kultureinrichtungen statt. Es wurden bisher u.a. folgende Institutionen besucht: Museum August Kestner, Herrenhäuser Gärten, Kinder-Theater-Haus Hannover, Zinnober – Ein Museum für Kinder und Jugendliche in der Region Hannover e.V., ins "einfallsreich!" der Kunstschule KunstWerk e.V., Compagnie Fredeweß sowie Workshop Hannover e.V. – Zentrum für kreatives Gestalten.

Fortbildungen für Kulturschaffende

Dieses neue Angebotsformat ist bewusst niedrigschwellig angelegt. Das Einlassen auf die Zielgruppe erfordert ein hohes Maß an Sensibilität und Flexibilität bei der Durchführung des jeweiligen Angebotes. Diese Angebotsform unterscheidet sich erheblich von bislang üblichen Angeboten, weil die angesprochenen Kinder und Familien bislang kaum mit Kunst und kultureller Bildung – außerhalb eines institutionellen Rahmens durch Kindertageseinrichtungen oder Schule – in Berührung gekommen sind.

Um auf dieses besondere Programm gut vorbereitet zu sein, finden regelmäßig Fortbildungen für alle Kulturschaffenden statt, die dazu dienen, die interkulturellen Kompetenzen zu erweitern. Daher zeichnen sich die Kulturschaffenden durch ein sehr hohes Engagement und viel Begeisterung aus.

Außerdem wurde ein Austauschforum für alle Kulturschaffenden eingerichtet, um voneinander zu profitieren, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam die jeweiligen Angebote aufeinander zu beziehen.

Evaluation...

Das Programm wird zum einen durch die Leibniz Universität Hannover, Institut für Sonderpädagogik, von Frau Prof. Dr. Claudia Schomaker wissenschaftlich begleitet. Mit ihr konnte eine erfahrene Professorin gewonnen werden, die den Fokus der wissenschaftlichen Begleitung auf die Familien richtet. Durch die Integration der Evaluation in den Seminarkontext der Universität kann so eine intensive Begleitung durch Studierende in dem Programm gesichert werden.

Zum anderen evaluiert die Dr. Friedrich Soretz-Organisationsberatung das Programm bezüglich quantitativer Werte. Zudem werden durch ihn die beteiligten Kulturschaffenden und Beschäftigen befragt, um messbare Daten für die Weiterentwicklung des Programms vorliegen zu haben. Beide Evaluationen werden von der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung finanziell gefördert.

...und erste Rückmeldungen

Die ersten Rückmeldungen der Familien zeigen, dass sie im Rahmen des Projekts eine qualitativ wertvolle Zeit mit ihren Kindern verbringen können und zum Teil Anregungen erhalten, die sie im häuslichen Rahmen wiederholen können (z.B. Angebote zum Tanzen, Basteln). Insofern ist das Interesse groß, im Verlauf des Programms weitere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung kennenzulernen. Die Mehrheit der befragten Eltern gab zudem an, dass sie es sich vorstellen können, ihr Kind zukünftig in einem Sport-/Musikverein anzumelden.

Seit November 2017 bis September 2018 haben in den Stadtteilzentren Weiße Rose Mühlenberg, Stadtteilzentrum Ricklingen sowie im Kulturtreff Roderbruch 1.449 Personen teilgenommen, davon 577 Erwachsene (480 Frauen /127 Männer), 582 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren (229 Jungen / 353 Mädchen), 248 Kinder unter sechs Jahren (115 Jungen / 133 Mädchen) und 66 Kinder über zwölf Jahren (neun Jungen / 57 Mädchen).

Es kommen rund 45 Menschen pro Veranstaltung. Davon haben 75 Prozent der Gäste bereits eine oder mehrere andere "SPIEL:ZEIT"-Veranstaltungen besucht. Gut 84 Prozent der Besucherinnen und Besucher sprechen (noch) eine andere Sprache als Deutsch (Einzelne sprechen auch kein Deutsch.)

Perspektive

Das Programm soll sukzessive auf andere Stadtteile ausgeweitet werden. Im Frühjahr 2019 wird der Stadtteiltreff Sahlkamp hinzukommen. Das Programm wird zunächst für drei Jahre von der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung mit 200.000 Euro gefördert.

Neben den bereits aufgeführten werden weitere mögliche Institutionen als Exkursionsorte einbezogen. Aktuell kommt das Niedersächsische Landesmuseum sowie das Sprengel Museum Hannover hinzu. Der Kontakt zum Staatstheater mit Oper, Junge Oper und Schauspielhaus ist angebahnt.

Organisationstruktur

Das Programm ist im Bereich Stadtteilkultur, im Sachgebiet "Kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche", angesiedelt. Dort liegt die Gesamtverantwortung, Leitung und Koordination des Programms.

Die aktuelle Durchführung findet in den Stadtteilzentren Weiße Rose Mühlenberg und Ricklingen (Start im November 2017) statt. Im September 2018 ist "SPIEL:ZEIT" im Kulturtreff Roderbruch e.V. gestartet. Es besteht eine Kooperation mit der Theaterförderung im Kulturbüro, das an der Entstehung des Programms beteiligt war.