Gedenken

80 Jahre – 80 Lichter

Am 15. Dezember jährt sich zum 80. Mal die Deportation von 1001 jüdischen Kindern, Frauen und Männern aus Hannover in das Ghetto Riga. Von den 1001 Deportierten lebten im Mai 1945 nur noch 69 Menschen. Es war die zahlenmäßig größte Deportation aus der Stadt, sie nimmt in der Erinnerungskultur der Landeshauptstadt Hannover mit mehreren Veranstaltungen im Dezember eine besondere Rolle ein – darunter eine Lichtinstallation, Poetry- und Social-Media-Aktionen. 

Am 15. Dezember werden ausgewählte Namen und Bilder von Deportierten per Lichtinstallation an die Front des Neuen Rathauses projiziert.

 

Das diesjährige Programm spiegelt die Vielfalt der heutigen Praxis des Erinnerns und Gedenkens in Hannover. Vom 6. Dezember an stellt das ZeitZentrum Zivilcourage auf seinen Kanälen bei Instagram, Facebook und Twitter 80 Biografien deportierter Kinder, Frauen und Männer vor.

Am 15. Dezember finden drei Veranstaltungen statt: um 12 Uhr das zentrale Gedenken am Holocaust-Mahnmal neben der Oper, um 17 Uhr die Illumination des Neuen Rathauses "80 Jahre – 80 Gesichter" des Lichtkünstlers Farschid Ali Zahedi aus Oldenburg und um 20 Uhr der Poetry-Abend" Vor 80 Jahren nach Riga!" im Ballhof Eins. 

Für alle Gedenkveranstaltungen gelten die aktuellen Corona-Regeln. Über etwaige Änderungen des Programms wird aktuell informiert. 

Das komplette und ausführliche Programm (Stand 28. November 2021)

Zentrale Gedenkveranstaltung
Der zentrale Gedenktag für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus beginnt am Mittwoch (15. Dezember) um 12 Uhr am Holocaust-Mahnmal neben der Oper, wenn Oberbürgermeister Belit Onay, die jüdischen Gemeinden und die Humboldtschule Kränze niederlegen und an einzelne Schicksale erinnern.

Lichtinstallation "80 Jahre – 80 Gesichter"
Um die aus Hannover deportierten Menschen und ihre Schicksale wieder in das Bewusstsein der Stadtgesellschaft zu rücken, werden am 15. Dezember ausgewählte Namen und Bilder von Deportierten per Lichtinstallation an die Front des Neuen Rathauses projiziert. Die Projektion beginnt um 17 Uhr mit Oberbürgermeister Belit Onay. Sie ist bis circa 21 Uhr zu sehen.

Zum Lichtkünstler
Der Journalist Farschid Ali Zahedi gründete 1993 den Verein "Werkstattfilm". Mit Dokumentarfilmen und Ausstellungen engagiert er sich für eine kritische und künstlerische Aufarbeitung des Holocausts. Er hat mit dem Projekt "Wo die Sprache fehlt…" bereits Lichtinstallationen zu jüdischem Leben in Oldenburg durchgeführt (www.werkstattfilm.de). 2018 hat ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für sein Engagement gegen Antisemitismus und gegen das Vergessen der NS-Verbrechen den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Poetry-Abend im Ballhof

"Vor 80 Jahren nach Riga!" lautet der Titel des Poetry-Abends am 15. Dezember um 20 Uhr, dass in Kooperation mit dem Veranstalter "Macht Worte!" im Ballhof stattfindet. Es lesen und erinnern Ninia LaGrande, Kersten Flenter, Henrik Szanto (Hannover), Tabea Farnbacher (Bochum) und Annika Blanke (Oldenburg). Durch den Abend führen Jörg Smotlacha und Henning Chadde. Die Künstler*innen stellen Texte vor, die sich mit den ausgewählten Schicksalen von Riga-Deportierten beschäftigen. Die Veranstaltung bietet ein neues innovatives Format der Geschichtsvermittlung. Tickets gibt es über www.macht-worte.com. 

 

Social Media und Internet

Vom 6. Dezember an werden auf den Kanälen des ZeitZentrums Zivilcourage bei den Sozialen Medien (Instagram, Facebook und Twitter) 80 Biografien deportierter Kinder, Frauen und Männer vorgestellt. Von vielen der 1001 nach Riga deportierten Jüdinnen und Juden sind nur wenige Informationen überliefert. Zum 80. Jahrestag der Deportation gibt es stichwortartige Einblicke in die Biografien.

Zum 70. und 75. Jahrestag der Deportation wurden im Neuen Rathaus Ausstellungen gezeigt, die über die Deportation und die Opfer informierten. Anlässlich des 80. Jahrestags der Deportation werden am 15. Dezember die Inhalte der Ausstellungen "Abgeschoben in den Tod", "8 Objekte – 8 Schicksale" und "Neue Epoche für Juden in Deutschland" durch die Website www.juedisches-hannover.org nachhaltig digital zugänglich gemacht. Die Website ist mehrsprachig und wird in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde K.d.ö.R. veröffentlicht