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Norddeutscher Archivtag

ArchivarInnen aus fünf Küstenländern diskutieren über Archivbenutzung

Am 5. und 6. Juni treffen sich die norddeutschen ArchivarInnen in der Landeshauptstadt und diskutieren im Sprengel Museum Hannover über das Thema des diesjährigen Norddeutschen Archivtags "Benutzung: Gestern – Heute – Morgen“. Pünktlich zum Norddeutschen Archivtag erscheint auch ein neuer Archivführer, der eine Orientierung über die aktuellen Serviceangebote von 26 öffentlich zugänglichen Archiven in der Region Hannover bietet.

Zwei Frauen neben einem Plakat © LHH

Dr. Christine van den Heuvel (rechts im Bild), Präsidentin des Niedersächsischen Landesarchivs mit Dr. Cornelia Regin, Leiterin des Stadtarchivs Hannover.

Die Aufbereitung und die Bereitstellung archivalischer Quellen sind Kernaufgaben öffentlicher Archive, zu denen das Niedersächsische Landesarchiv ebenso gehört wie das Stadtarchiv Hannover und die zahlreichen anderen kommunalen Archive des Landes sowie Archive anderer Träger wie Kirchen oder Hochschulen. Nachdem sich die Möglichkeiten und Formen der Einsichtnahme von Archivgut durch Benutzerinnen und Benutzer im Laufe des 19. und 20. Jahrhundert stark gewandelt und Archive sich mehr und mehr geöffnet hatten, stehen heute rechtliche und technische Fragen im Zentrum der Diskussion um einen besseren Service für BenutzerInnen. Archivbenutzung heute erfolgt in weiten Bereichen digital. Informationen über Archivbestände sind online recherchierbar; Archivalien können online zur Einsichtnahme im Archiv vorbestellt werden. So ist auch der Lesesaal der Zukunft Gegenstand einer der drei Sektionen der Tagung: Dazu gehören die Option einer stärkeren Beteiligung von Bürgern und Benutzern ebenso wie die Verlagerung der Benutzung in den „virtuellen Lesesaal“.

Zum Abschluss des Archivtags werden in kurzen Statements die unterschiedlichen Bedürfnisse einzelner Nutzergruppen (Wissenschaft, politische Bildung, Familienforschung, Schulen, Museen) thematisiert.

Die öffentliche Abendveranstaltung am Dienstag, den 5. Juni um 18 Uhr im Sprengel Museum Hannover stellt eine innovative Form der Benutzung von Archivalien vor: ein Crossover-Projekt der bremer shakepeare company und der Universität Bremen zwischen Geschichtswissenschaft und Theater: "Aus den Akten auf die Bühne" zum Thema "Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben. Lästige Ausländer in der Weimarer Republik".

Zum Norddeutschen Archivtag:

Der Norddeutsche Archivtag findet alle drei Jahre in einem der fünf Küstenbundesländer statt. Nachdem 2006 Lüneburg den Archivtag ausgerichtet hatte, findet er in diesem Jahr erneut in Niedersachsen statt.

Arbeit der Archive:

Archive und die dort aufbewahrte unikale schriftliche Überlieferung sind für all diejenigen relevant, die sich über veröffentlichte Fachliteratur hinaus eingehend mit der Geschichte ihres Landes, ihrer Region oder Stadt, mit ihrer Familiengeschichte oder übergreifenden historischen Themen befassen wollen. Jeder hat die Möglichkeit – unter Beachtung des Datenschutzes – Archivgut zu benutzen, das heißt, Einsicht in Akten, Urkunden, Karten, Bildgutsammlungen und damit in schriftliche Überlieferung vom Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit zu nehmen.